Scheidender Wacker-Werkleiter: Fit bleiben im gestiegenen Wettbewerbsdruck

Dr. Dieter Gilles zieht Bilanz zu seiner Verantwortung für über 10.000 Arbeitsplätze am Wacker-Standort an der Salzach

Burghausen. Mit dem Ende des Jahres geht bei Wacker in Burghausen eine Ära zu Ende. Nach fast neun Jahren als Werkleiter des größten Standorts im Chemiekonzern mit rund 8.100 Mitarbeitern allein bei Wacker und rund weiteren 2.200 Mitarbeitern bei den Partnerfirmen wie Siltronic und Vinnolit sowie den Dienstleistern von Fremdfirmen summiert sich die Verantwortung auf rund 10.300 Arbeitsplätze und Arbeitnehmer. Der Wacker-Standort ist damit mit Abstand der größte Unternehmensstandort in Südostbayern. Ein nicht unwesentlicher Anteil an den rund 5 Milliarden Euro Umsatz, die der Konzern im Jahr erzielt, wird in Burghausen erwirtschaftet. Fast neun Jahre lang war der promovierte Physiker Dr. Dieter Gilles Werkleiter des Wacker-Standorts Burghausen als Nachfolger von Dr. Willi Kleine. Vorher übte Dr. Gilles bereits die Funktion als Leiter des Siltronic-Standorts in Burghausen aus.

Herr Dr. Gilles, wenn Sie nun so unmittelbar vor dem Eintritt in den Ruhestand Ihre Zeit als Werkleiter Revue passieren lassen, können sie die vergangenen neun Jahre kurz auf einen Nenner bringen?
Dr. Dieter Gilles:
Die Bilanz ist in jedem Fall positiv – für mich, und ich bin überzeugt, auch für den Standort. Es war durchaus eine herausfordernde Zeit mit großen Investitionen vor allem in die Infrastruktur des Werkes, aber auch in die Effizienzsteigerung der Produktion in den Geschäftsbereichen.

Wenn Sie jetzt eine schnelle Auswahl treffen, was war denn im Rückblick die wichtigste Entscheidung? Oder etwas persönlicher formuliert, welche Investition hat Ihnen denn am meisten Freude bereitet?
Dr. Gilles:
Zum zweiten Teil der Frage: Das war der Bau des neuen Gesundheitszentrums und das in einer Phase mit hohen Sparvorgaben. Die offizielle Inbetriebnahme mit Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml 2015 war ein großer Tag für den Standort. Das Gesundheitszentrum auf dem Werksgelände mit einem Investitionsvolumen von rund vier Millionen Euro und dreißig Mitarbeitern im Zentrum, darunter sieben Ärzte und zwei Arbeitspsychologinnen, ist eine wichtige Basis des umfassenden Gesundheitsmanagements bei Wacker. Und mit Blick auf die Infrastruktur dürfen wir die Energieversorgung nicht vergessen. Mit der Sanierung und Ertüchtigung des Alzkanals und dem Einbau der neuen hoch effizienten Gasturbine in das Gas- und Dampfkraftwerk ist der Standort für die nächsten Jahre gut aufgestellt.

Was bereitete Ihnen in den vergangenen Jahren denn die größte Sorge oder den größten Kummer?
Dr. Gilles:
So würde ich das nicht formulieren. Aber, was mir am meisten am Herzen lag, das war und ist die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter am Standort. Tja, Kummer, da möchte ich einen Aspekt nicht verschweigen: Das ist die Parkplatzfrage. Da können Sie eigentlich kaum gewinnen. Parkplätze gibt es in normalen Zeiten immer zu wenige. Aber wenn das Parkplatzangebot ausgeweitet wird, nutzen wiederum weniger Mitarbeiter die Werksbuslinien. Und die sind andererseits ein sehr nachhaltiges Angebot.

Bei Sicherheit und Gesundheit waren Sie ja in den zurückliegenden Monaten gut gefordert. Wie haben Sie denn am Standort die Corona-Krise gemeistert?
Dr. Gilles:
Wir meistern sie immer noch mit Hilfe von detaillierten und abgestimmten Hygienekonzepten. Beim Abfedern der zweiten Welle, die wir jetzt erleben, können wir stark auf die Expertise aus der ersten Welle im Frühjahr bauen. Wir haben bei der Organisation der Arbeit, wo es nur möglich war, auf Home-Office in den administrativen Bereichen gesetzt, in der Produktion auf die Entflechtung der Schichten und auf Distanz, Hygieneregeln sowie Disziplin an den Arbeitsplätzen. Die Mitarbeiter haben hier vorbildlich mitgewirkt und zum Erfolg ganz entscheidend beigetragen. Mit konsequenten Hygienemaßnahmen, der Staffelung der Essenszeiten und Distanzregeln konnten wir die Kantine wieder öffnen. Für viele Mitarbeiter von auswärts ist diese Versorgung ein wichtiges Angebot.

Lässt sich der Erfolg im Corona-Management in Zahlen ausdrücken?
Dr. Gilles:
Wir sind natürlich ein Spiegel der Gesellschaft. Wir lagen damit auf dem Niveau des Landkreises oder darunter. Derzeit befindet sich eine mittlere zweistellige Anzahl der Mitarbeiter in Quarantäne oder Freistellung bei über 8.000 Beschäftigten. Maximal hatten wird rund 2.000 Mitarbeiter täglich im Home-Office.

Wacker hat auch viele Mitarbeiter aus Oberösterreich, gibt es da nicht viele Probleme mit dem Grenzverkehr, mit den unterschiedlichen Regelungen in den Strategien gegen die Pandemie in Bayern und in Österreich?
Dr. Gilles:
Ja, das war und ist in der Tat eine Herausforderung. Denken Sie nur an die überraschende Einführung der wöchentlichen Testpflicht für Mitarbeiter, die in Österreich leben. Aber wir haben schnell darauf regiert. Während der ersten Welle hatten wir die Anforderung, sicher zu stellen, dass Grenzpendler überhaupt ihren Arbeitsort in Burghausen aufsuchen konnten. Aber auch das hat gemeinsam mit den Behörden funktioniert.

Herausforderung in der Corona-Krise

Aber Wacker hätte doch im Gesundheitszentrum auf dem Werksgelände die Möglichkeit zum Testen, an der Laborkompetenz dürfte es ja nicht fehlen?
Dr. Gilles:
Nein, an der Kompetenz mit Sicherheit nicht, aber unsere Labors haben in diesem Kontext keine Akkreditierung als medizinische Testlabors, um Testergebnisse auch verwertbar zu machen. Wir haben allerdings, als im öffentlichen Bereich noch nicht in ausreichendem Umfang Testkapazitäten zur Verfügung standen, in unserer Mehrzweckhalle drei Wochen lang eine eigene Corona-Teststation für unsere Grenzpendler aus Österreich betrieben und mit Hilfe von Schnelltests und Abstrichen für PCR-Tests die Reihentestung der Mitarbeiter durchgeführt.

Home-Office, Arbeit von Zuhause aus, das sagt sich so leicht. Konnten Sie hier von einem Tag auf den anderen so einfach umstellen, ohne dass die Produktivität massiv Schaden nimmt?
Dr. Gilles:
Wacker hat hier bereits vor Jahren massiv in die Digitalisierung investiert, in die geeignete Technologie, um die Cyber-Sicherheit sicher zu stellen sowie in Endgeräte und Software, um virtuelle Kommunikation zum Beispiel über Video zu ermöglichen. Unsere Mitarbeiter sind deshalb vergleichsweise gut vorbereitet in das mobile Arbeiten gegangen.

Zum Thema Kummer möchte ich doch noch ein wenig nachhaken mit den Stichworten Poly und Siltronic. Haben Sie da keine Sorgen? Auf die Anlagen zur Herstellung von Polysilicium gab es 2019 eine Sonderabschreibung. Die Siltronic steht kurz vor der Übernahme durch ein taiwanesisch-amerikanisches Unternehmen. Und gerade im Bereich Poly haben viele Menschen in der Region die Abschreibung weniger steuertechnisch verstanden, als in dem Sinn - diese Technologie sei jetzt „abgeschrieben“, also im allgemeinen Wortsinn.
Dr. Gilles:
Wir produzieren in Burghausen Polysilicium in Top-Qualität. Und dieses Material braucht die Welt, wenn die Digitalisierung und die Gewinnung von nachhaltigem grünem Strom mit Hilfe der Fotovoltaik gelingen sollen. Sie ist Teil des Wegs zur Klimaneutralität. Wir haben hier Spitzentechnologie und hervorragendes Know-how bei den Mitarbeitern. Wir haben die Anlagen und die Technologie ständig verbessert, in Leistung und Produktivität. Wir sind hier nicht stehengeblieben. Allerdings muss ich mit aller Deutlichkeit dazusagen, dass auch die Kosten für Energie und Rohstoffe nicht außer Acht bleiben dürfen. Hier steht Burghausen im weltweiten Wettbewerb insbesondere mit asiatischen Wettbewerbern und sieht sich deutlich höheren Stromkosten gegenüber im Vergleich zu asiatischen Konkurrenzunternehmen, deren Strom zum Teil subventioniert wird.

Und die Siltronic? Schmerzt es Sie nicht als ehemaligem Standortleiter der Siltronic in Burghausen, dass dieses Unternehmen nun übernommen werden soll? Besteht hier nicht das Risiko, dass Know-how abfließt und der Standort verschwindet?
Dr. Gilles:
Nein, diese Befürchtung teile ich nicht. Der Wacker Konzern hat schon seit langem kommuniziert, dass er sich mittelfristig von den bisher noch gehaltenen Anteilen an Siltronic trennen wolle. Und da ist die Marktsituation im Augenblick günstig. Mit Blick auf die Zukunft der Siltronic ist zu sehen, dass auch hier weltweit ein intensiver Wettbewerb besteht. Das neue Unternehmen belegt künftig Platz 2 in der Marktposition. Mit Blick auf Standorte und Beschäftigte ist außerdem Bestandsschutz bis 2024 zugesagt. Und ich bin überzeugt, dass hier die technologische Kompetenz in der 300-Millimeter-Technologie und das Know-how, das die Mitarbeiter am Standort Burghausen – zumal im Entwicklungszentrum – haben auch in Zukunft ein wichtiges Asset darstellen.

Wie sehen sie die Perspektiven für den Standort Burghausen ganz allgemein?
Dr. Gilles:
Die Chancen und das Potenzial schätze ich insgesamt als sehr gut ein. Die leistungsfähige Ingenieurstechnik und weitere Investitionen in die Automatisierung werden nicht nur die Vorteile der vielzitierten Industrie 4.0 realisieren, sondern dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Wettbewerb sichern. Nur ein kleines Beispiel: Passgenaue Digitalisierung in der Instandhaltung, sogenannte Predictive Maintenance, wird dazu beitragen, dass Servicebedarf gerade in komplexen Anlagen frühzeitig gemeldet, rechtzeitig reagiert und gewartet und damit teure Stillstandzeiten oder Schäden verhindert werden. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern spart auch Geld.

In welchen Bereichen sehen Sie denn das größte Wachstums- und Entwicklungspotenzial am Standort? Die erklärten Wachstumsbereiche in der Biotechnologie liegen ja nicht in Burghausen.
Dr. Gilles:
Über Biotechnologie und Silicium darf nicht übersehen werden, welches hohe Potenzial in Polymeren und Siliconen liegt. Wir haben am Standort die Produktion in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt und dabei die Produktivität signifikant gesteigert. In vielen Bereichen werden die Produkte exakt auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt. Alle diese Produkte haben breites Potenzial für immer neue Applikationen. Beispielsweise kommen in der Automobilindustrie bei Elektrofahrzeugen in der Wärmeableitung neuerdings in größerem Ausmaß spezielle Silicone zum Einsatz. Alles in allem liegt die Zahl der unterschiedlichen Produkte von Wacker in Burghausen alleine bei den Siliconen bei rund 3.000.

Sehen Sie denn Probleme für den Standort durch den aktuellen Sparkurs?
Dr. Gilles:
Ich sehe die Herausforderung fit zu bleiben. Es geht darum angesichts des deutlich gestiegenen Wettbewerbsdrucks Strukturen und Prozesse zu verschlanken, effizienter zu werden und uns zukunftsfähig aufzustellen. Wir wollen auch weiterhin die notwendigen Investitionen tätigen und Innovationen finanzieren können. Alle Maßnahmen zum Personalabbau wurden sozialverträglich vereinbart. Das ist aus Sicht der Mitarbeiter sicher ein wesentlicher Aspekt. Und sowohl die Ausbildung als auch die Aussicht auf feste Verträge nach erfolgreicher Ausbildung behalten ihren hohen Stellenwert in der Unternehmenspolitik. Dass man Einsparungen vornehmen muss, ist nicht ungewöhnlich, auch wenn der Umfang erheblich und dem harten Wettbewerb geschuldet ist. Gerade mit Blick auf die Ausgliederung von Siltronic und nun dem Verkauf liegt auch ein Rückblick auf die Entflechtung der Chlorchemie vor rund 20 Jahren nahe. Und als Folge auf die Ansiedlung des Unternehmens Vinnolit, das nun am Standort Burghausen PVC herstellt.

Entwickelt sich der Standort, wenn man auch noch die zahlreichen Dienstleister, die hier Niederlassungen und Werkstätten habe zu einem Chemiepark, ähnlich wie in Gendorf oder in Trostberg?
Dr. Gilles:
Nein, ich sehe nicht, dass Burghausen diesen Weg geht. Wacker bleibt der dominierende Produzent am Standort Burghausen. Damit erbringen wir Dienstleistungen, die wir auch den Partner-Unternehmen am Standort, wie Vinnolit und Siltronic, anbieten. Ich bin sicher, dass Wacker sich jetzt und in Zukunft als kompetenter und wettbewerbsfähiger Partner und Anbieter von Dienstleistungen behaupten wird.

Seit vier Jahren gibt es nun den Campus Burghausen als Niederlassung der Technischen Hochschule Rosenheim im Bayerischen Chemiedreieck. Hat sich der Einstieg in die Hochschulkarriere, um es mal locker zu sagen, für die Industrieregion bewährt?
Dr. Gilles:
Wir sehen das positiv. Die Industrie aus dem gesamten Chemiedreieck und natürlich Wacker als größtes Standortunternehmen haben sich bereits im Vorfeld stark eingebracht – in die Entwicklung der Lehrpläne, aber auch in den Zuschnitt und in die Ausrichtung der Studiengänge. Die zukünftigen Chemie-Ingenieure und Chemtroniker werden benötigt. Allein die Tatsache, dass es eine Hochschule am Standort gibt, schafft Möglichkeiten, neue Themen und Zukunftsprojekte, wie die Wasserstoff-Technologie, in Zusammenarbeit zwischen Industrie und Campus voranzubringen. Das kann auch unser konkretes Projekt unterstützen, in dem Wacker gemeinsam mit einem Partner grünen Wasserstoff herstellen will. Zusammen mit CO² soll er dann zu grünem Methanol weiterverarbeitet werden.

Realistische Chancen durch Wasserstoff?

Sind denn Projekte dieser Art realistisch?
Dr. Gilles:
Davon bin ich als leidenschaftlicher Physiker überzeugt. Aber bei der Entwicklung der Technologie wird es sicher auch immer wieder Überraschungen geben. Gezielte Förderung ist hier sinnvoll und notwendig, um ein Forschungsprojekt dieser Größenordnung stemmen zu können und letztlich einen wirtschaftlichen Weg aufzuzeigen.

Wäre es in diesem Kontext nicht sinnvoll, einen Vorschlag des Vorstandsvorsitzenden Dr. Staudigl wieder aufzugreifen, und in Burghausen ein wissenschaftliches Institut für Elektro-Chemie anzusiedeln?
Dr. Gilles:
Mit den derzeitig angebotenen Studiengängen sehen wir den Campus Burghausen derzeit gut aufgestellt. In einer weiteren Stufe wäre dies vorstellbar.

... das natürlich auf Gedeih und Verderb von einer sicheren Stromversorgung abhängt. Wie sehen Sie denn die Zeit nach der Abschaltung des Kernkraftwerks Ohu bei Landshut, das seit Jahrzehnten vorrangiger Stromlieferant ist?
Dr. Gilles:
Diesen Punkt und insbesondere den Fortschritt beim Bau der Stromtrassen sehe ich durchaus mit Sorge. Es muss gelingen, gesellschaftlich notwendige Maßnahmen mit den Interessen des Einzelnen in Einklang zu bringen. Sonst werden wir die Klimaneutralität über die Elektrifizierung der Industrie nicht erreichen.

Gerade um ein Umdenken, oder zumindest breites Verständnis für die Belange der chemischen Industrie in der Region zu schaffen und zu fördern, wurde vor zwölf Jahren die Initiative ChemDelta Bavaria gegründet. Sie waren ja selbst Vorsitzender des Lenkungskreises. Hat sich der Aufwand denn gelohnt?
Dr. Gilles:
In jedem Fall. Die Region hat vor allem in Kreisen der Politik einen enormen Bekanntheitsgrad erlangt, zum Teil wird ChemDelta sogar als Synonym für das gesamte Bayerische Chemiedreieck verstanden. Und der Einsatz hat mit Sicherheit dazu beigetragen, die Infrastruktur der Region voranzubringen. Denken Sie nur an die Ethylenpipeline Süd – die sogenannte EPS, an das Container-KombiTerminal Burghausen und an die jahrzehntelang ersehnte Fertigstellung der A 94 in Richtung München. Auch dafür hat sich die Initiative massiv eingesetzt. Die Ansiedlung des Campus dürfen wir als wichtigen bildungspolitischen Aspekt in diesem Zusammenhang ebensowenig vergessen, wie die Bestrebungen, das Bayerische Chemiedreieck als Pilotregion für die Wasserstoff-Technologie zu etablieren.

Bleibt noch der seit langem geforderte und noch länger versprochene Ausbau der Bahnstrecke. Sehen Sie hier wesentliche Fortschritte?
Dr. Gilles:
Da bin ich sehr optimistisch. Die Planung ist auf einem guten Weg und die Finanzierung steht. Im Interesse der Wirtschaftsregion hat die Initiative ChemDelta Bavaria unterstützt u.a. von Staatssekretär Stephan Mayer in Berlin gute Arbeit geleistet. All die wichtigen Aspekte wie Elektrifizierung und Zweispurigkeit von München über Mühldorf nach Salzburg, das direkte Anschlussgleis in Tüßling von den Standorten in Burghausen und Burgkirchen her in Richtung Süden, sind jetzt Bestandteil der Planung. Das garantiert die Infrastrukturgrundlagen für das zukünftige Entwicklungspotenzial der Industrie.

Werden Sie nach Ihrem Wechsel in den Ruhestand denn noch in der Initiative ChemDelta aktiv bleiben?
Dr. Gilles:
Nein, ich habe hier meine Verantwortung als Lenkungskreisvorsitzender bereits an Herrn Dr. Wagner von der OMV abgegeben.

Und im Wirtschaftsbeirat?
Dr. Gilles:
Hier werde ich mich auch weiterhin im Bezirk Inn-Salzach einbringen und mit den Nachbarbezirken zusammenarbeiten, auch um die politische Meinungsbildung voranzubringen, die mir weiterhin ein Anliegen ist. Ich werde mich auch ehrenamtlich engagieren.

Und worauf freuen Sie sich am meisten im Ruhestand?
Dr. Gilles:
Auf mehr Zeit mit der Familie. Wir haben vier Kinder und drei Enkelkinder. Außerdem hoffe, ich mehr Zeit für Golf, Sport und vor allem Bergwandern zu finden. Ich mache mir absolut keine Sorgen, dass mir langweilig werden könnte.

Und was wünschen Sie Ihrem Nachfolger am meisten? Oder legen ihm ans Herz?
Dr. Gilles:
Mein Nachfolger Dr. Peter von Zumbusch ist ein sehr erfahrener Manager, der bereits über mehrere Jahre unser Werk in Zhangjiagang sehr erfolgreich geleitet hat und den Standort Burghausen sehr gut kennt. Ich wünsche ihm viel Freude und Erfolg dabei, den traditionsreichen Standort Burghausen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

Interview: Dr. Ernst Deubelli

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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