„Persönlichkeiten“ – und 2300 Euro für die Orgel

Musik für Musik: Neujahrskonzert des Symphonischen Blasorchesters Werk Gendorf – Erlös für Sanierung in St. Nikolaus

Neuötting. „Persönlichkeiten“ widmete das Symphonische Blasorchester des Werkes Gendorf das Neujahrskonzert im bis auf wenigen freien Plätzen voll besetzten Stadtsaal. So führten fiktive, aber auch durchaus reale Helden aus der Musikszene das Publikum in das Jahr 2020 und brachten durch Zuhörerspenden dem Orgel-Förderverein stattliche 2030 Euro in die Haushaltskasse.

50 Musiker besetzten den namhaften Klangkörper, der unter Leitung von Klemens Wimbauer einmal mehr zur Höchstform auflief und ein vielseitiges Programm par excellence bot. In gewohnter Weise moderierte Sabine Bachmaier charmant den Abend.

In die musikalische Wohlfühlzeit wurde mit dem Stück Sympatria von Thomas Asanger gestartet, dessen Titel zugleich Programm ist. Die lateinischen Lehnwörter „sym“ (zusammen) und „Patria“ (Heimatland) vereinend, thematisiert es, dass Heimat weniger eine Frage der Herkunft, als vielmehr der sozialen Zugehörigkeit ist - Heimat ist eben dort, wo man sich wohlfühlt.

Mit „Gladiator“, der Filmmusik des vielfach ausgezeichneten deutschen Komponisten Hans Zimmer, ging es mit imposanten Klängen weiter. Sehr gefühlvolle, aber auch wuchtige Töne schlug das Orchester bei der Forrest Gump-Suite von Alan Silvestri an, bevor das Publikum eine weitere Besonderheit zu hören bekam – den Marsch der Borussia von Dr. Fritz Bachewitz, arrangiert von Klemens Wimbauer. Die Noten dazu, beinahe in Vergessenheit geraten, wurden von Familienmitgliedern seinem musikalischen Großneffen Peter Sckuhr übergeben. Durch ihn, als Horn spielendes Orchestermitglied, fand der Marsch Einzug ins Repertoire.

Technisch viel abverlangt wurde den Musikern auch nach der Pause, etwa beim Jazz-Titel „Birdland“ von Joe Zawinul, denn hierbei galt es für alle unterschiedliche Rhythmen abzustimmen. Und noch einmal Hans Zimmer: 1995 wurde er für die Filmmusik zu „Der König der Löwen“ mit einem Oscar ausgezeichnet. Auch über ein Medley, bei dem auch Elton John gehörig seine Hände im Spiel hatte, durfte sich das Publikum freuen. Die sechs Abschnitte von Freddy Mercurys „Bohemian Rhapsody“ präsentieren sich stilistisch sehr unterschiedlich, von melodiös bis rockig. So feiert das Stück auf mitreißende Art die Rockband Queen. Als Solisten brillierten dabei Rudolf Zettl auf dem Altsaxofon, Christian Bachmaier auf der Trompete und Petra Vorbau am Tenorsaxofon.

Für den Schlussapplaus bedankte sich das Orchester mit der Polka Böhmische Liebe von Mathias Rauch und Priority von Martin Scharnagl und griff damit die Musik zweier Komponisten auf, die durch ihre besonderen Lebensumstände ebenfalls zu Persönlichkeiten zählen.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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