Clariant steigert im ersten Halbjahr 2019 den Umsatz und den operativen Cashflow

Das gesamte Masterbatches-Geschäft und das Pigment-Geschäft sollen veräussert werden und werden den nicht fortgeführten Aktivitäten zugeordnet

Der Umsatz aus fortgeführten Aktivitäten stieg um 4 % in Lokalwährungen auf 2,229 Milliarden CHF

Im Chemiepark GENDORF im „Bayerischen Chemiedreieck“ befindet sich der weltweit zweitgrößte Clariant-Standort. Das Unternehmen beschäftigt am Standort ca. 700 Mitarbeiter.

Im Chemiepark GENDORF im „Bayerischen Chemiedreieck“ befindet sich der weltweit zweitgrößte Clariant-Standort. Das Unternehmen beschäftigt am Standort ca. 700 Mitarbeiter.

Muttenz/Burgkirchen, 25.07.2019 – Clariant, ein fokussiertes und innovatives Spezialchemieunternehmen, hat heute für das erste Halbjahr 2019 einen Umsatz aus fortgeführten Aktivitäten von 2,229 Milliarden CHF gegenüber 2,224 Milliarden CHF im ersten Halbjahr 2018 bekanntgegeben. Dies entspricht einem organischen Wachstum in Höhe von 4 % in Lokalwährungen. Zu diesem Wachstum haben sowohl Volumenzuwächse als auch höhere Preise beigetragen.

Im ersten Halbjahr haben nahezu alle Regionen zum Umsatzwachstum aus fortgeführten Aktivitäten in Lokalwährungen beigetragen. Beim Umsatz war in Lateinamerika mit einem Anstieg von 10 % das stärkste Wachstum zu verzeichnen, gefolgt vom Mittleren Osten und Afrika mit 8 %. In Asien und Europa war mit 5 % bzw. 4 % eine gute Umsatzentwicklung zu verzeichnen. In China sank der Umsatz allerdings um 9 %, während in Nordamerika ein leichter Umsatzrückgang von 3 % berichtet wurde.

Das verbesserte Umsatzergebnis im ersten Halbjahr 2019 ist auf das Wachstum in den Geschäftsbereichen Catalysis und Natural Resources zurückzuführen, die beide starke Steigerungen meldeten. Der Geschäftsbereich Natural Resources beinhaltet nun ausser Oil & Mining Services und Functional Minerals auch die Geschäftseinheit Additives. Der Umsatz bei Catalysis stieg um robuste 8 % in Lokalwährungen – vor allem gestützt durch Syngas. Der Umsatz bei Natural Resources stieg um 6 % in Lokalwährungen, wobei sich das überaus bemerkenswerte Wachstum bei Oil & Mining Services und in geringem Masse auch bei Functional Minerals bemerkbar machten. Der Umsatz bei Additives ging aufgrund der schwächeren Verbraucherelektronik- und Automobilindustrie zurück.

Der Umsatz bei Care Chemicals blieb gegenüber einer starken Vergleichsbasis und trotz vorübergehender Probleme bei Rohstofflieferungen, insbesondere im zweiten Quartal 2019, in Lokalwährungen unverändert. Der Umsatz aus nicht fortgeführten Aktivitäten (Masterbatches und Pigments) ging um 2 % in Lokalwährungen zurück. Ausschlaggebend hierfür war die abgeschwächte Wirtschaftslage.

Das EBITDA nach Einmaleffekten aus fortgeführten Aktivitäten wurde durch eine einmalige Rückstellung in Höhe von 231 Millionen CHF negativ beeinflusst. Diese Rückstellung wurde vorgenommen aufgrund weiterer Entwicklungen bei einer laufenden wettbewerbsrechtlichen Untersuchung der EU-Kommission in Bezug auf den Beschaffungsmarkt für Ethylen. Daher sank das EBITDA von einem Vorjahreswert von 341 Millionen CHF signifikant auf 102 Millionen CHF.

Bezogen auf das operative Ergebnis und ohne Berücksichtigung dieser Rückstellung, war beim EBITDA nach Einmaleffekten aus fortgeführten Aktivitäten nur ein geringfügiger Rückgang um 2 % in Schweizer Franken auf 333 Millionen CHF zu verzeichnen. Die Profitabilität bei Natural Resources hat sich aufgrund des stärkeren Umsatzwachstums in Kombination mit der weiter optimierten Kostenbasis bei Oil & Mining Services verbessert. Allerdings führten vorübergehend negative Einflüsse bei Care Chemicals und Catalysis im zweiten Quartal zu diesem geringfügig negativen Wachstum. Die entsprechende EBITDA-Marge nach Einmaleffekten aus fortgeführten Aktivitäten auf Grundlage des operativen Ergebnisses lag bei 14,9 %.

Das Nettoergebnis für den Gesamtkonzern einschließlich nicht fortgeführter Aktivitäten betrug minus 101 Millionen CHF im Vergleich zu 211 Millionen CHF im ersten Halbjahr 2018. Negativ wirkten sich bei dieser Entwicklung die einmaligen Projektkosten für die Ausgliederung der nicht fortgeführten Aktivitäten sowie die einmalige Rückstellung in Höhe von 231 Millionen CHF aus.

Der operative Cashflow des Gesamtkonzerns stieg von 102 Millionen CHF im Vorjahr um 11 % auf 113 Millionen CHF. Ausschlaggebend hierfür waren geringere Steuern und günstige Entwicklungen bei Lagerbeständen.

Die Nettoverschuldung des Gesamtkonzerns stieg gegenüber einem Wert von 1,374 Milliarden CHF Ende 2018 auf 1,801 Milliarden CHF, was dem üblichen saisonalen Cashflow-Muster entspricht. Darüber hinaus hat die erstmalige Implementierung der IFRS 16 im Jahr 2019 die Nettoverschuldung um 218 Millionen CHF erhöht.

Zweites Quartal 2019 – Umsatzentwicklung in Lokalwährungen
Im zweiten Quartal 2019 stieg der Umsatz um 3 % in Lokalwährungen auf 1,065 Milliarden CHF. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Rückgang von 1 % in Schweizer Franken, der auf ungünstige Währungsschwankungen zurückzuführen ist. Das Umsatzwachstum in Lokalwährungen wurde hauptsächlich erzielt durch Catalysis und Natural Resources, das jetzt ausser Oil & Mining Services und Functional Minerals auch Additives beinhaltet.

Die meisten Regionen haben zum Umsatzwachstum aus fortgeführten Aktivitäten in Lokalwährungen beigetragen. Im Mittleren Osten und Afrika stieg der Umsatz um robuste 16 % in Lokalwährungen, in Lateinamerika um 13 % und in Asien um 8 % mit einer Stabilisierung in China. Der Umsatz in Europa war durch ein geringfügig negatives Wachstum von 1 % gekennzeichnet, in Nordamerika war ein Umsatzrückgang von 6 % zu verzeichnen.

Das Umsatzwachstum bei Catalysis stieg auf 12 % in Lokalwährungen an. Der Umsatz bei Natural Resources stieg um 5 % in Lokalwährungen. Hier gab es positive Beiträge sowohl von Oil & Mining Services als auch von Functional Minerals, während der Umsatz bei Additives schwächer war. Der Umsatz bei Care Chemicals sank in Lokalwährungen gegenüber einer starken Vergleichsbasis um 3 %. Ausschlaggebend hierfür war ein starker Rückgang in Nordamerika, der auf ein Ereignis höherer Gewalt bei einem Lieferanten zurückzuführen war. Der Umsatz aus nicht fortgeführten Aktivitäten (Masterbatches und Pigments) ging aufgrund der anhaltend herausfordernden Wirtschaftslage um 3 % in Lokalwährungen zurück.

Wegen der einmaligen Rückstellung in Höhe von 231 Millionen CHF ging das EBITDA nach Einmaleffekten aus fortgeführten Aktivitäten von 160 Millionen CHF im Vorjahr signifikant auf 82 Millionen CHF zurück.

Bezogen auf das operative Ergebnis und ohne Berücksichtigung der Rückstellung sank das EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten nach Einmaleffekten um 7 % auf 149 Millionen CHF im zweiten Quartal 2019., Die Profitabilität bei Natural Resources konnte signifikant gesteigert werden, was auf die Fokussierung auf hochwertige Projekte bei Oil Services zurückzuführen ist. Diese Entwicklung konnte jedoch die vorübergehend schwächeren Margen bei Care Chemicals und einmalige Kapazitätsausfälle bei Catalysis nicht ausgleichen. Folglich sank – ohne Berücksichtigung der Rückstellung – die EBITDA-Marge nach Einmaleffekten aus fortgeführten Aktivitäten auf Konzernebene von 14,9 % im Vorjahr auf 14,0 %.

Clariant konzentriert sich auf ihr Kerngeschäfte mit hochwertigen Spezialitäten
Im Rahmen der Portfolio-Aufwertung, die im September 2018 angekündigt wurde, wird Clariant die Veräußerung ihres Pigment-Geschäfts fortführen. Zudem hat sich das Unternehmen entschlossen, das gesamte Geschäft mit Masterbatches, also Standard- und hochwertige Masterbatches, zu verkaufen. Unverändert bleibt die Erwartung, dass die Veräußerungen bis Ende 2020 abgeschlossen sein werden.

Die Erlöse aus den Verkäufen werden genutzt, um in Innovationen und technologische Anwendungen innerhalb der Kerngeschäftsbereiche zu investieren, die Unternehmensbilanz zu stärken und Kapital an die Aktionäre zurückzuführen.

Angesichts der neuen Berichts- und Portfoliostruktur profitiert Clariant von einem stärkeren Fokus auf differenzierte, kundenspezifische Produkte und Angebote mit attraktiven Wachstumsaussichten und überdurchschnittlichem Wertpotenzial. Die optimierten Portfolio-Struktur ermöglicht es Clariant, sich stärker auf die Kundenerfahrung und eine schnelle, zuverlässige Erfüllung der Kundenanforderungen zu konzentrieren sowie innovative und nachhaltige Produkte und Anwendungen zu entwickeln. Dies wird einen Wettbewerbsvorteil für Kunden schaffen und somit Clariant in die Lage versetzen überdurchschnittliches Wachstum, höhere Profitabilität und stärkere Cash-Generierung zu erzielen.

Ausblick 2021 – Fokussiertes Portfolio für überdurchschnittliches Wachstum, höhere Profitabilität und stärkere Cash-Generierung
Clariant ist ein fokussiertes und innovatives Spezialchemieunternehmen. Wir sind bestrebt, mehr als nur kundenorientierte Produkte anzubieten. Wir wollen die branchenweit beste Kundenerfahrung bieten und Kundenanforderungen schnell und zuverlässig erfüllen, indem wir die richtigen Prioritäten setzen.

Es ist unser Ziel, unsere Kunden noch erfolgreicher zu machen. Daher fokussieren wir uns auf zeitnahe und aussichtsreiche Innovationen, auf Produkte, die nur schwer nachgeahmt werden können, auf Nachhaltigkeit und Agilität sowie auf ethische Verhaltensweisen. Wir sind nur dann zufrieden, wenn bei jeder Funktion im Konzern das höchste Niveau gegeben ist. Unser Erfolg wird durch die Umsetzung unserer Strategie verwirklicht.

Trotz des aktuell herausfordernden Umfelds geht Clariant davon aus, dass sie mit ihren fortgeführten Aktivitäten überdurchschnittliches Wachstum, eine höhere Profitabilität und eine stärkere Cashflow-Generierung erzielen wird.

Hintergrundinformationen:

www.clariant.com

Clariant ist ein fokussiertes und innovatives Spezialchemieunternehmen mit Sitz in Muttenz bei Basel, Schweiz. Am 31. Dezember 2018 beschäftigte das Unternehmen insgesamt 17.901 Mitarbeitende. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte Clariant mit ihren fortgeführten Geschäftsaktivitäten einen Umsatz von 6,623 Milliarden CHF. Das Unternehmen berichtet in vier Geschäftsbereichen: Care Chemicals, Catalysis, Natural Resources und Plastics & Coatings. Die Unternehmensstrategie von Clariant beruht auf fünf Säulen: Fokus auf Innovation und F&E, Wertschöpfung bei gleichzeitiger Nachhaltigkeit, Neupositionierung des Portfolios, Intensivierung des Wachstums und Steigerung der Profitabilität.

Im Chemiepark GENDORF im „südostbayerischen Chemiedreieck“ befindet sich der weltweit zweitgrößte Clariant-Standort. Das Unternehmen beschäftigt am Standort ca. 700 Mitarbeiter. Den Schwerpunkt der Produktion in Gendorf bilden chemische Vor- und Zwischenprodukte, die im internen Verbund weiterverarbeitet und an industrielle Kunden verkauft werden.