ChemDelta Bavaria im Dialog mit der Bayern-SPD

Im Dialog mit der bayerischen SPD: (von links) ChemDelta-Sprecher Georg Häckl, Chemiepark-Sprecher Tilo Rosenberger Süß, Annette Heidrich (Beisitzerin Landesvorstand SPD) und SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen. (Foto: ChemDelta Bavaria)

Im Dialog mit der bayerischen SPD: (von links) ChemDelta-Sprecher Georg Häckl, Chemiepark-Sprecher Tilo Rosenberger Süß, Annette Heidrich (Beisitzerin Landesvorstand SPD) und SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen. (Foto: ChemDelta Bavaria)

Unternehmens-Initiative des Bayerischen Chemiedreiecks informierte über Stromversorgung und Verkehrsinfrastruktur der Region
 
Bad Windsheim/Burgkirchen, 18.02.2019
-  Die Stromversorgung für die Industriestandorte sowie der Infrastrukturausbau des Bahn- und Straßennetzes in das Bayerische Chemiedreieck standen im Fokus von Gesprächen zwischen  Verantwortlichen der Initiative ChemDelta Bavaria sowie Parlamentsabgeordneten und Regionalpolitikern der SPD. ChemDelta nutzte dafür den SPD-Landesparteitag in Bad Windsheim, bei dem sich die Initiative mit einem Informationsstand präsentierte.

Neben ChemDelta Bavaria, als einzigem Aussteller der Industrie in Bayern, waren in Bad Windsheim unter anderem auch der Verein der Bayerischen Wirtschaft vbw, die Deutsche Post oder die Flughafen München GmbH vertreten. „Wir haben im Gespräch mit verschiedenen SPD-Abgeordneten und Parteitags-Delegierten den Netzausbau zur Energieversorgung, unsere Situation nach Abstellung des letzten bayerischen Kernkraftwerks sowie die den schleppenden Bahn- und Straßeninfrastruktur in Südostbayern thematisieren können“, erklärt ChemDelta-Sprecher Georg Häckl, der gemeinsam mit Tilo Rosenberger-Süß, dem Pressesprecher des Chemieparks GENDORF, den Kontakt zu den SPD-Delegierten aufgenommen hatte.

Mit mehr als 20.000 Mitarbeitern und rund 1.000 Auszubildenden ist über ein Drittel der Beschäftigten in der chemischen Industrie Bayerns im Bayerischen Chemiedreieck tätig, rund 50.000 weitere Arbeitsplätze in der Region mit den Landkreisen Altötting, Mühldorf, Traunstein und Berchtesgadener Land sind eng damit verbunden. Obwohl das Bayerische Chemiedreieck damit einen Schwerpunkt der chemischen Industrie im Süden Deutschlands darstellt, haben Unternehmen aller Branchen dennoch seit Jahrzehnten mit grundsätzlichen Problemen wie unzureichender Verkehrsanbindung und der Unsicherheit einer langfristig gesicherten Energieversorgung zu kämpfen.

Landtagsabgeordnete Natascha Konen, parlamentarischer Staatssekretär Florian Pronold die Bundestagsabgeordneten Martin Burkert und Bärbel Kofler sowie Europaparlamentarier Ismail Ertug suchten den aktiven Dialog mit den ChemDelta-Repräsentanten, dazu stießen dann auch noch die SPD-Delegierten aus dem Landkreis Altötting, Anette Heidrich, Marco Kessler und Kilian Maier.

Zehntausende Arbeitsplätze gefährdet
Chemdelta Bavaria mit seinen energieintensiven Produktionsstandorten verdeutlichte dabei die sich „von uns mit großer Besorgnis“ aktuell anbahnende Situation der Stromversorgung in Bayern: „Insbesondere die 2022 anstehende Abstellung des letzten bayerischen Kernkraftwerkes, die regionalen Widerstände gegen die mit der Energiewende verbundende Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitung (HGÜ) in den Süden und neuerdings auch der Kohleausstieg bereiten uns große Sorgen, denn von einer sicheren Stromversorgung zu international wettbewerbsfähigen Preisen hängen zehntausende Arbeitsplätze in ganz Südostbayern ab“, betonte Initiativensprecher Häckl.

Auch anhaltenden Defizite und Fortschritte in der Verkehrsinfrastruktur der Industrieregion Südostbayern wurden angesprochen. „Wir konnten die Dringlichkeit und Wichtigkeit der zügigen Umsetzung der Infrastrukturprojekte ABS 38 – den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke von München über Markt Schwaben, Dorfen und Mühldorf nach Freilassing und Burghausen wieder einmal verdeutlichen“, so Chemieparksprecher Rosenberger-Süß. Der Ausbau werde zwar sicher noch rund zehn Jahre andauern, doch in der Zwischenzeit müssten alle am Prozess Beteiligten für eventuell anstehende Engpässe so schnell wie möglich Abhilfemaßnahmen einleiten, appellierten er und Häckl an die SPD-Politiker. Positiv verzeichnet wurde die heuer im Oktober  anstehende Fertigstellung der A 94 zwischen Marktl und München sowie die Vorbereitung weiterer A-94-Ausbauprojekte in Richtung Passau. Dennoch stünden mehrere regionale Straßenausbaumaßnahmen noch auf der „Wunschliste“ der Unternehmen im Bayerischen Chemiedreieck: Der Ausbau der B299 und der B20 mit den damit verbundenen Ortsumgehungen wie z. B. in Laufen. (mko)