337 neue Auszubildende allein bei der Industrie im ChemDelta Bavaria

Corona erfordert Umdenken beim Burghauser BBiW und im Chemiepark Gendorf

Burghausen. Dass es heuer anders läuft als in früheren Ausbildungsjahren, das haben die neuen Industrie-Azubis des Burghauser Berufsbildungswerks (BBiW) und des Chemieparks Gendorf bereits beim Start am gestrigen Dienstag mitbekommen.

Statt in einem großen Aufwasch wurden die 226 Neuen des BBiW aufgeteilt empfangen. Und anstelle der Begrüßungsansprachen von Geschäftsführer Richard Stubenvoll und Wacker-Werkleiter Dr. Dieter Gilles gab es Willkommensbesuche in den Gruppen. Corona hat eben auch die Industrie im Griff – mehr noch als kleinere Betriebe, schließlich könnte schon ein Infizierter massive Auswirkungen auf die gesamte Produktion haben.

Entsprechend deutlich wurden den neuen Azubis von Wacker und den anderen mit dem BBiW kooperierenden Unternehmen gestern die Vorgaben eingebläut. Und auch das BBiW selbst hat auf das Virus reagiert, ein Belüftungskonzept soll für genügend Luftaustausch sorgen, ein angemieteter Container den Platzbedarf sicherstellen. Das Thema „hat schon seine Konsequenzen“ und sei auch mit hohen Kosten verbunden, sagt Richard Stubenvoll, „doch wir bekommen es hin“.

Auf die Zahl der Azubis selbst hat die Pandemie hingegen keine Auswirkungen. Mit 226 liegt sie weitgehend konstant. Wacker hat Stubenvoll zufolge sogar etwas mehr eingestellt als zuletzt.

Dreistelligen Zuwachs verzeichnet auch der zweite große Industriestandort im Landkreis: 111 neue Azubis konnte Ausbildungsreferent Daniel Oberauer gestern im Chemiepark Gendorf begrüßen. Dort steht besonders die Ausbildung zum Chemikanten hoch im Kurs: 50 Azubis haben sich für diesen Beruf entschieden. Mit 18 und 13 Neuzugängen sind auch der Elektroniker für Betriebstechnik und der Industriemechaniker gefragt.

Die Ausbildung startet für die neuen Gendorfer Azubis mit einer Einführungswoche. Trotz Corona wolle man darauf nicht verzichten, sagt Oberauer. „Im Gegensatz zu den Vorjahren findet sie nun am Standort statt, natürlich unter Einhaltung strenger Hygieneregeln.“ Im Betriebsrestaurant erhalten die Neulinge vier Tage lang Einblicke in Themen wie Ernährung, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit im Chemiepark. Der Teamgeist soll anschließend beim gemeinsamen Sport gestärkt werden.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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