SKW Metallurgie kündigt außerordentliche Hauptversammlung sowie weiteres Programm zur Ertragssteigerung an

  • Rückstellungen für Altfall führen im HGB-Einzelabschluss der SKW Stahl-Metallurgie Holding AG zu Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals
  • Operative Entwicklung des Konzerns 2015 voraussichtlich besser als zuletzt prognostiziert
  • Programm zur Steigerung der Ertragskraft um weitere fast EUR 20 Mio.
  • Management zuversichtlich für Gespräche mit kreditgebenden Banken

Unterneukirchen, 29.01.2016 - Der Spezialchemie-Konzern SKW Metallurgie rechnet für 2015 in der Konzernobergesellschaft mit einem Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals und kündigt eine außerordentliche Hauptversammlung an. Wesentlicher Grund für den erwarteten Verlust ist die risikogerechte Anpassung von Rückstellungen für einen Rechtsstreit über Kartellbußgelder betreffend die Jahre 2004 bis 2007. Operativ geht das Management hingegen nach ersten Einschätzungen davon aus, dass wesentliche Kennzahlen des Konzernabschlusses 2015 nach IFRS leicht oberhalb der zuletzt veröffentlichten Prognosen liegen. Vor dem Hintergrund der massiven Krise auf dem Stahlmarkt treibt SKW Metallurgie die strategische Neuausrichtung beschleunigt voran. So wurde ein zusätzliches Ergebnissteigerungspotenzial in Höhe von fast EUR 20 Mio. (EBITDA) identifiziert, das innerhalb der nächsten drei Jahre realisiert wird. Das Programm mit der Bezeichnung ReMaKe 2.0 ist wesentliches Element der laufenden Gespräche mit den Kreditgebern über Kreditbedingungen des Konsortialkreditvertrages und damit auch über die künftige Finanzierungsstruktur. Die Gesellschaft ist zuversichtlich, hier eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu erzielen.

“Die massive Krise in den Stahl- und Stahlzuliefermärkten rund um den Globus hat sich in den vergangenen Monaten nochmals zugespitzt und einen Teil unserer bisherigen Erfolge kompensiert“, erklärt Dr. Kay Michel, CEO der SKW Stahl-Metallurgie Holding AG und langjähriger Experte für Unternehmensrestrukturierungen. „Im laufenden Jahr dürfte sich das Marktumfeld zunächst weiter verschlechtern, bevor wir 2017 eine leichte Verbesserung sehen werden. Deshalb arbeiten wir bereits seit Herbst letzten Jahres diszipliniert an der Weiterentwicklung unserer Strategie, um die Zukunft von SKW Metallurgie im Sinne aller Beteiligten nachhaltig zu sichern. ReMaKe 2.0 wird hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten.“

Detaillierte Guidance für 2016 im März – Langfrist-Prognose in Erarbeitung

Die Arbeiten am Konzernabschluss 2015 (IFRS) dauern aktuell an. Die Veröffentlichung ist wie angekündigt für den 18. März geplant. In diesem Rahmen wird die Gesellschaft wie in der Vergangenheit eine detaillierte Guidance für das Geschäftsjahr 2016 abgeben. Darüber hinaus erarbeitet das Management eine Langfrist-Prognose auf Basis von ReMaKe 2.0, deren Vorstellung ebenfalls zeitnah geplant ist.

Nach ersten Einschätzungen des Managements liegen die wesentlichen Kennzahlen des Konzerns trotz des krisenbedingten, bereits angekündigten Umsatzrückgangs oberhalb der zuletzt veröffentlichten Prognosen. Die im Rahmen von ReMaKe 1.0 umgesetzten Maßnahmen haben dabei einen deutlichen Ergebnisbeitrag erzielt und die negativen Effekte der Stahlkrise zumindest in Teilen ausgeglichen.

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist im Einzelabschluss der Konzernobergesellschaft (HGB) für 2015 jedoch ein Verlust von mehr als der Hälfte des Grundkapitals im Sinne von § 92 Abs. 1 AktG zu erwarten. Wesentlicher Grund hierfür ist die Notwendigkeit, für einen Rechtsstreit über Kartellbußgelder betreffend die Jahre 2004 bis 2007 Rückstellungen bei einer Tochtergesellschaft risikogerecht anzupassen. Darüber hinaus wird das Eigenkapital der Konzernobergesellschaft voraussichtlich von zwei weiteren Faktoren beeinflusst: Auf Grund des Einbruchs der Stahlkonjunktur, insbesondere in den USA, ist trotz massivem Gegensteuern außerplanmäßiger Wertberichtigungsbedarf für bestimmte konzerninterne Darlehen und Beteiligungsbuchwerte erkennbar. Eigenkapitalerhöhend wirkt dagegen eine außerplanmäßige Wertaufholung auf Grund einer konzerninternen Transaktion im Zusammenhang mit der Umsetzung der Wachstumsstrategie in Indien.

Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen wird die Gesellschaft unverzüglich zu einer außerordentlichen Hauptversammlung einladen und dort den Sachverhalt den Aktionären erläutern.

ReMaKe 2.0 wesentliches Element in laufenden Banken-Gesprächen
Die operative Umsetzung von ReMaKe 2.0 hat bereits begonnen. Das ganzheitliche Programm ist mit konkreten Maßnahmen und detaillierten Controlling-Tools hinterlegt. Hauptsächlich durch Kostenoptimierungen, zu einem geringeren Teil aber auch durch Absatzsteigerungen, zielt es innerhalb der nächsten drei Jahre auf einen zusätzlichen nachhaltigen Ergebnisbeitrag von knapp EUR 20 Mio. SKW Metallurgie geht davon aus, dass demgegenüber ein negativer externer Effekt in Höhe von etwa der Hälfte des genannten Volumens steht. Ursache ist die anhaltende Margenerosion aufgrund des extremen Preisdrucks in Schlüsselmärkten. ReMaKe 2.0 wurde vom Managementteam des SKW Metallurgie Konzerns seit Herbst letzten Jahres erarbeitet und seit Jahresende mit Unterstützung einer renommierten Restrukturierungsberatung detailliert.

In den laufenden Gesprächen mit den finanzierenden Banken, in denen über neue Konditionen für den Konsortialkreditvertrag und damit auch über eine mögliche Neustrukturierung der Konzernfinanzierung entschieden wird, ist ReMaKe 2.0 ein wesentliches Element. Die Gesellschaft ist zuversichtlich, eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu erzielen. Ergänzend zu den Gesprächen mit den Fremdkapitalgebern prüfen Vorstand und Aufsichtsrat, wie die Kapitalausstattung des SKW Metallurgie Konzerns und der Konzernobergesellschaft SKW Stahl-Metallurgie Holding AG weiter gestärkt werden kann.

Über SKW Stahl-Metallurgie Holding AG und den SKW Metallurgie Konzern

Der SKW Metallurgie Konzern ist der Weltmarktführer bei chemischen Zusatzstoffen für die Roheisenentschwefelung sowie bei Fülldrähten und anderen Produkten für die Sekundärmetallurgie. Die Produkte des Konzerns ermöglichen Stahlproduzenten die effiziente Herstellung hochwertiger Stahlprodukte. Zu den Kunden zählen die weltweit führenden Unternehmen der Stahlbranche. Der SKW Metallurgie Konzern kann auf mehr als 50 Jahre metallurgisches Know-how zurückblicken und ist heute in mehr als 40 Ländern aktiv. Die Gesellschaft ist außerdem ein führender Anbieter von Quab Spezialchemikalien, die vorrangig in der weltweiten Produktion industrieller Stärke für die Papierindustrie eingesetzt werden. Das operative Geschäft der Gesellschaft gliedert sich in die zwei Kernsegmente „Fülldrähte“ sowie „Pulver und Granulate“, ferner in das Segment „Sonstige“.

Die Zentrale des SKW Metallurgie Konzerns befindet sich in Deutschland; die Produktionsstandorte liegen in Frankreich, den USA (6), Kanada, Mexiko, Brasilien, Südkorea, Russland, der VR China und Indien (2 durch Joint Venture).

Die Aktien der SKW Stahl-Metallurgie Holding AG notieren seit dem 1. Dezember 2006 im Prime Standard der Wertpapierbörse in Frankfurt/M. (Deutschland) unter der ISIN DE000SKWM013 (seit 15. August 2011: neue ISIN DE000SKWM021 wegen Umstellung auf Namensaktien).