Historische Ausstellung: 75 Jahre Chemiegeschichte in Gendorf

Die Podiumsteilnehmer diskutieren über 75 Jahre Werkgeschichte (von links): Peter Jungblut (Leiter Kulturredaktion des Bayerischen Rundfunks), Dr. Helmut Gruber (ehemaliger Werkleiter), Dr. Ernst Deubelli (Wirtschaftsredakteur Alt-Neuöttinger Anzeiger), Dr. Bernhard Langhammer (Geschäftsleiter InfraServ Gendorf), Dr. Michael Kamp (Historiker).

Interessierte Besucher besichtigen die historische Ausstellung.

Burgkirchen, 06.11.2014 – Mit einem Podiumsgespräch wurde am Dienstagabend die Ausstellung zur 75-jährigen Geschichte der chemischen Industrie am Standort Gendorf im Bürgerzentrum Burgkirchen eröffnet. Eine neue Chronik fasst die von vielen Umbrüchen geprägte Geschichte des Werkes Gendorf und heutigen Industrieparks zusammen. 

Unter dem Titel „VERANTWORTUNG leben – Vom Gendorfer Werk zum Industriepark“ diskutierten Dr. Bernhard Langhammer, Geschäftsleiter InfraServ Gendorf, Dr. Helmut Gruber, Zeitzeuge und ehemaliger Werkleiter, Peter Jungblut, Journalist und Autor, sowie Historiker Dr. Michael Kamp in einem Podiumsgespräch einschneidende Ereignisse der Werkgeschichte. Dr. Ernst Deubelli, Wirtschaftsredakteur des Alt-Neuöttinger Anzeigers, moderierte das Gespräch. Anschließend konnten sich die 170 geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur im Ausstellungssaal auf eine Zeitreise durch 75 Jahre Chemiegeschichte in Gendorf begeben.

Geschichte geprägt von Licht und Schatten
Kritisch äußerten sich die Podiumsteilnehmer vor allem zur Werkgründung. Der Einsatz von KZ-Häftlingen, Zwangsarbeit sowie eine „Ausländerkinderbewahranstalt“, in der nachweislich in den letzten neun Monaten vor Kriegsende 160 Säuglinge an Unterernährung und mangelnder Hygiene verstarben, ist eine der wenig bekannten Schattenseiten in der Geschichte des Werkes Gendorf. Beleuchtet wurden im Gespräch aber auch die positiven Meilensteine, wie die Übernahme des Werkes durch Hoechst über die „goldenen 80er“ bis hin zur Entwicklung zum größten Chemiepark in Bayern.
 
Historische Chronik
Neben der Ausstellung, in der zusätzlich zu den bebilderten Stationen auch Exponate aus dem Industriepark zu besichtigen sind, ist die Geschichte des Industrieparks Werk GENDORF in einer gleichnamigen Chronik in Buchform zusammengefasst. Die damit beauftragten Historiker von Neumann & Kamp Historische Projekte konnten dabei auf das komplette Werkarchiv zugreifen. Ziel der geschichtlichen Aufarbeitung war es, Transparenz zu schaffen und zur historischen Aufklärungsarbeit insbesondere der Gründungsgeschichte beizutragen. 

Öffentliche Ausstellung
Die öffentliche Ausstellung im Bürgerzentrum Burgkirchen kann bis 14. November zu folgenden Öffnungszeiten besichtigt werden: Montag 8 bis 17 Uhr, Dienstag bis Freitag 8 bis 18 Uhr, Samstag 8 bis 12 Uhr. Die Chronik kann von 10. bis 14. November jeweils von 15 bis 17 Uhr im Ausstellungsraum gegen 10 EUR Schutzgebühr erworben werden. Die Auflage ist begrenzt.

Über den Industriepark Werk GENDORF
Der Industriepark Werk GENDORF in Burgkirchen, zentral im Bayerischen Chemiedreieck gelegen, ist der größte Chemiepark Bayerns und Standort für über 30 Unternehmen aus den Bereichen Basis- und Spezialitäten-Chemie, Kunststoffe, Energieversorgung und Dienstleistungen. Rund 4.000 Menschen arbeiten täglich im Industriepark – insgesamt werden etwa 350 junge Menschen ausgebildet. Das Gelände ist 197 Hektar groß; weitere 37 Hektar Industrieflächen stehen für Ansiedlungen zur Verfügung. Die speziell auf die Chemieproduktion zugeschnittene Infrastruktur wird von der Betreibergesellschaft InfraServ Gendorf bereitgestellt.

Weitere Informationen zum Industriepark Werk GENDORF finden Sie unter: www.gendorf.de.

Hinweis

Die Inhalte dieser Presseinformation sprechen Frauen und Männer gleichermaßen an. Zur besseren Lesbarkeit wird nur die männliche Sprachform (z. B. Kunde, Mitarbeiter) verwendet.