„Schulterschluss mit der Bundespolitik“: ChemDelta Bavaria in Berlin

Intensiver Dialog mit der Bundesspolitik: Im Rahmen eines parlamentarischen Frühstücks in der Bayerischen Vertretung in Berlin informierte die Initiative ChemDelta Bavaria Abgeordnete von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen. (Foto: ChemDelta Bavaria)

Initiative ChemDelta Bavaria diskutierte mit Bundestagsabgeordneten über den Bahnausbau und weitere Wettbewerbsfaktoren
 
Berlin/Burgkirchen, 16.10.2014
- Die Initiative ChemDelta Bavaria im direkten Dialog mit dem Deutschen Bundestag: Im Rahmen eines parlamentarischen Frühstücks mit insgesamt 20 Abgeordneten diskutierten Verantwortliche des ChemDelta-Lenkungskreises über wichtige Wettbewerbsfaktoren der südostbayerischen Chemieregion. Tenor: „Es wurde bereits einiges erreicht – jetzt gilt es, insbesondere den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur schnellstmöglich zu realisieren.“ 

Mit gut zehn Milliarden Euro Umsatz pro Jahr und einer Exportquote von über 60 Prozent bildet das Bayerische Chemiedreieck einen Schwerpunkt der chemischen Industrie im Süden Deutschlands und gehört zu den wirtschaftlich stärksten Regionen in Bayern. Mit mehr als 20.000 Mitarbeitern und rund 1.000 Auszubildenden ist über ein Drittel der Beschäftigten in der chemischen Industrie in Bayern hier tätig. Rund 50.000 weitere Arbeitsplätze in der Region sind eng mit der chemischen Industrie verbunden.

„Essentielle Wettbewerbsfaktoren für die Unternehmen unseres Bayerischen Chemiedreiecks sind Verkehrsinfrastruktur und Logistik, Energie, Umwelt, Bildung und Nachbarschaft“, erklärt Initiativen-Sprecher Dr. Alfred Kern: Um diese Themenfelder kreiste auch die Gesprächsrunde zwischen den Bundestagsabgeordneten und den Vertretern der großen ChemDelta-Standorte. Initiiert wurde die Gesprächsrunde über den Heimatabgeordneten Stephan Mayer (CSU). Zusammen mit Dr. Kern waren Dr. Bernhard Langhammer, Geschäftsleiter der InfraServ Gendorf und aktuell Vorsitzender des Lenkungskreises der Initiative, Dr. Dieter Gilles, Werkleiter der Wacker Chemie AG Burghausen, Dr. Oliver Mieden von der Vinnolit, Dr. Markus Born von den Bayerischen Chemieverbänden sowie weitere Vertreter der Chemiestandorte in die Bayerische Vertretung in Berlin gekommen. Sie diskutierten parteiübergreifend mit Mitgliedern des Wirtschafts- sowie des Verkehrsausschusses im Bundestag, es waren aber auch weitere interessierte Abgeordnete von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen anwesend.

Infrastruktur-Defizite belasten gute Nachbarschaft
Am Beispiel des schleppenden zweigleisigen Ausbaus der Bahnverbindung in das Chemiedreieck – ca. ein Prozent des jährlichen Güter-Transportaufkommens der Deutschen Bahn wird über die eingleisige, nicht elektrifizierte Strecke Tüssling-Mühldorf-München abgewickelt – machte WACKER-Werkleiter Dr. Gilles klar: „Wirtschaftlich vertretbare Chancen auf Verkürzung der Genehmigungszeiten und Beschleunigung der Baumaßnahmen müssen genutzt werden.“ In diesem Bereich wurden bereits viele Maßnahmen auf den Weg gebracht; Politiker und Wirtschaftsvertreter vertraten die gemeinsame Überzeugung, dass der weitere Ausbau schnellstmöglich und ohne weitere Verzögerungen erfolgen müsse.

Sichere Energieversorgung unverzichtbar
Die sichere, umweltverträgliche Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen sei eine weitere unverzichtbare Grundvoraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrien im Bayerischen Chemiedreieck, betonte Dr. Bernhard Langhammer von InfraServ Gendorf. Der Stromverbrauch der Mitgliedsunternehmen von ChemDelta Bavaria habe 2013 mit 4,7 Mrd. kWh rund 1,4 Prozent des gesamtdeutschen Stromverbrauchs betragen: „In Wettbewerbsregionen wie den USA kosten Strom und Gas bis zu zwei Drittel weniger als in Deutschland – Energiepolitik ist daher keine rein nationale Angelegenheit!“ Insbesondere die unterbrechungsfreie Stromversorgung sei für ChemDelta Bavaria ein essenzielles Thema: Bereits minimale Störungen können zu Folgeschäden in Millionenhöhe führen, wie aktuelle Beispiele zeigten.

Die Abgeordneten machten deutlich, dass sie diese Form des Informationsaustausches sehr begrüßen und im direkten Kontakt mit den Unternehmen viele wichtige Fakten erfahren hätten. In einer lebhaften Diskussion wurden die unterschiedlichen Aspekte insbesondere im Bereich der Verkehrsinfrastruktur und der Energieversorgung erörtert.