EPS Ethylen-Pipeline-Süd offiziell in Betrieb – Festakt in München

Nahmen am 19. Juli 2013 in München die EPS Ethylen-Pipeline-Süd offiziell in Betrieb: (v.l.n.r.) Dr. Rudolf Staudigl, Vorstandsvorsitzender Wacker Chemie AG; Martin Zeil, Bayerischer Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident; Günther Oettinger, Mitglied der EU-Kommission; Thomas Schmidt, Geschäftsführer EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co. KG; Manfred Leitner, OMV Vorstandsdirektor zuständig für Raffinerien & Marketing; Werner Döhler, Geschäftsführer EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co. KG; Günter von Au, Vorsitzender des Vorstands der Bayerischen Chemieverbände; Dirk Dronia, Geschäftsführer EPS Ethylen-Pipeline-Süd GmbH & Co. KG. (Foto: EPS)

Die 370 km lange Ethylenpipeline Süd zwischen Ludwigshafen und dem Bayerischen Chemiedreieck.

Ismaning, 22.07.2013 - Die EPS Ethylen-Pipeline-Süd hat nun auch offiziell den Betrieb aufgenommen. Mit einem Festakt in München wurde am Freitag, 19. Juli 2013, der Start des wichtigen Infrastruktur-Projektes gefeiert. Zahlreiche geladene Gäste aus Wirtschaft und Politik, darunter EU-Energie-Kommissar Günther Oettinger und Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil, würdigten die Inbetriebnahme der 370 Kilometer langen Pipeline zwischen dem bayerischen Münchsmünster und Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz.   

In seiner Festrede zur Inbetriebnahme sagte EU-Kommissar Günther Oettinger: „Die neue Pipeline gibt den angeschlossenen Unternehmen Versorgungssicherheit. Infrastrukturen in allen Bereichen werden für Deutschland und Europa immer wichtiger.“ Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident sieht durch die EPS „die Südschiene weiter gestärkt“. Für den Bayerischen Wirtschaftsminister und stellvertretenden Ministerpräsident Martin Zeil ist die EPS „ein länderübergreifendes Infrastrukturprojekt mit überragender Bedeutung für den gesamten süddeutschen Raum“.

Die EPS-Pipeline ist ein wichtiger Teil eines europäischen Ethylen-Netzes: Im bayerischen Münchsmünster wurde die Pipeline an die seit Jahrzehnten in Betrieb befindliche Leitung zwischen Münchsmünster, Gendorf und Burghausen angeschlossen. In Ludwigshafen ist der Anschluss an das nordwesteuropäische Ethylen-Pipeline-Netz erfolgt. Manfred Leitner, OMV Vorstandsdirektor zuständig für Raffinerien & Marketing, zu den Vorteilen der EPS: „Durch den Anschluss an diesen Verbund konnte der Wettbewerbsnachteil der Insellage des Bayerischen Chemiedreiecks beseitigt werden. Die Entscheidung für den Bau der EPS hat Impulse gegeben: Für neue Investitionen und damit die Schaffung neuer Arbeitsplätze.“

Die EPS macht es möglich, dass Ethylen nun vom niederländischen Rotterdam oder aus dem Ruhrgebiet über den Raum Köln und Frankfurt bis an die österreichische Grenze nach Burghausen und natürlich auch in die andere Richtung transportiert werden kann.

Für die beteiligten Unternehmen ist die EPS Ethylen-Pipeline-Süd ein Stück Zukunft für die gesamte Region Südostbayern und natürlich das sogenannte Bayerische Chemiedreieck. Denn bisher konnte hier produziertes Ethylen auch nur in Bayern abgenommen werden. Für Dr. Rudolf Staudigl, den Vorstandsvorsitzenden der WACKER Chemie AG, ist das Ende dieser Insellage ein großer Erfolg: „Die EPS ermöglicht eine sichere Versorgung der Ethylenverbraucher bei Bedarfsspitzen. Produktionsüberschüsse können weiteren Verbrauchern zur Verfügung gestellt werden.“

Für die Betriebe der Chemie- und Petrochemie-Branche ist Ethylen einer der wichtigsten Grundstoffe. Ethylen wird zur Erzeugung von vielen Kunststoffen wie Polyethylen (PE) oder Polyvinylchlorid (PVC) verwendet. Daraus entstehen zahlreichen Gebrauchsgegenstände des Alltags wie beispielsweise Verpackungsfolien, Haushaltsgeräte und Fahrzeug-armaturen oder Fliesenkleber, Trockenmörtel und Farbe. 

Die unterirdisch verlegte Pipeline verläuft von Münchsmünster aus rund 103 Kilometer durch Bayern, 197 Kilometer lang ist die Trasse in Baden-Württemberg, bevor die Rohrleitung nach weiteren 70 Kilometern durch Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen ankommt. Hans-Joachim de la Camp vom TÜV Süd erklärt, dass die EPS alle Bedingungen für einen sicheren Betrieb problemlos erfüllt: „Mit vier gleichzeitig wirkenden Überwachungsverfahren ist die Pipeline auf dem derzeit aktuellsten Stand der Technik.“ Im laufenden Betrieb sorgt die zentrale Leitwarte der EPS rund um die Uhr für Sicherheit. Darüber hinaus finden regelmäßige Begehungen, Befahrungen und Überwachungsflüge der Trasse statt.

Das ist die EPS Ethylen-Pipeline-Süd:
Die EPS Ethylen-Pipeline-Süd hat die erforderliche Infrastruktur für den sicheren, umweltbewussten und wirtschaftlichen Transport von Ethylen zwischen wichtigen süddeutschen Standorten der Chemie-Industrie geschaffen. Die Rohrleitung verläuft von Münchsmünster in Bayern durch Baden-Württemberg nach Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz. Durch den Anschluss der Pipeline an bereits bestehende Leitungen ist die EPS Teil eines gesamteuropäischen Ethylen-Pipeline-Netzes. Damit können Standorte der chemischen und petrochemischen Industrie erhalten und ausgebaut werden. Im Vertrauen auf den Bau der Pipeline haben allein die beteiligten Unternehmen bereits mehr als eine Milliarde Euro in ihre Anlagen in Bayern investiert und damit mehrere tausend vorhandene Arbeitsplätze gesichert sowie neue geschaffen. Im südostbayerischen Chemie-Dreieck sind mehr als 25.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Der Bau der EPS-Pipeline hat maßgeblich zur Zukunftsfähigkeit der Standorte in Bayern beigetragen. Aufgrund der großen Bedeutung hat der Freistaat Bayern mit Genehmigung der EU-Kommission das Infrastruktur-Projekt gefördert. Der Zusammenschluss von sieben namhaften Unternehmen der Petrochemie und chemischen Industrie zur EPS Ethylen-Pipeline-Süd hat die erfolgreiche Realisierung des Infrastrukturprojekts erst möglich gemacht: Basell Polyolefine GmbH, BASF SE, Borealis Polymere GmbH, Clariant GmbH, OMV Deutschland GmbH, Vinnolit GmbH & Co. KG sowie die Wacker Chemie AG. In diesem Verbund sind sowohl Produzenten als auch Verarbeiter von Ethylen vertreten.