„Der Chemie die Heimat bewahren“

Dr. Alfred Kern (links) ist seit Jahresbeginn Sprecher der Initiative ChemDelta Bavaria und Nachfolger von Dr. Willi Kleine, der kürzlich zum stellvertretenden Vorsitzenden der Initiative „Magistrale für Europa“ (für den Ausbau der Schienenverbindung zwischen Paris und Budapest) gewählt wurde. Foto: ChemDelta Bavaria

Der neue ChemDelta-Initiativensprecher Dr. Alfred Kern 

Burgkirchen/Burghausen, 24. Januar 2013
– Seit Anfang Januar ist Dr. Alfred Kern (63) neuer Sprecher der Gemeinschaftsinitiative der Unternehmen im bayerischen Chemiedreieck, ChemDelta Bavaria. Die Initiative steht für 25 Unternehmen, die im Südosten Bayerns eine Schlüsselregion für die weltweite chemische Industrie im Zentrum Europas bildet.

Nach Dr. Werner Goll, von 2008 bis Frühjahr 2012 Initiativensprecher, und Dr. Willi Kleine (interimsmäßig bis Jahresende 2012) ist Dr. Alfred Kern der dritte Sprecher seit Gründung der Initiative ChemDelta Bavaria im Herbst 2008. Ziel der Gemeinschaftsinitiative der Unternehmen im bayerischen Chemiedreieck ist „die Sicherung und der Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaftsregion im Einklang mit den Menschen und der Umwelt in Südostbayern“. An acht Standorten erwirtschaften die hier angesiedelten Unternehmen einen Umsatz von mehr als acht Milliarden Euro und haben rund drei Milliarden Euro Investitionen in den letzten Jahren getätigt. Mit zirka 25.000 Mitarbeitern arbeitet über ein Drittel der Beschäftigten in der chemischen Industrie Bayerns im Chemiedreieck. Rund 50.000 weitere Arbeitsplätze in der Region sind eng mit der Chemieindustrie verknüpft. Jährlich finden über 1.000 junge Menschen in den Firmen ein breites Angebot an Ausbildungsplätzen. Bereits heute passieren knapp sieben Millionen Tonnen Chemiegüter pro Jahr die Werkstore an den einzelnen Standorten – mit steigender Tendenz. Damit nimmt die Region im gedachten Dreieck zwischen Burghausen, Burgkirchen, Töging, Waldkraiburg und Trostberg eine führende Stellung unter den Wirtschaftsstandorten Süddeutschlands ein und sieht sich als „Schlüsselregion für die weltweite chemische Industrie im Zentrum Europas“.

Als neuer ChemDelta-Sprecher verfügt Dr. Alfred Kern über ein eng mit der Chemie und insbesondere der Bauchemie im bayerischen Chemiedreieck verbundenes Arbeitsleben sowie die entsprechenden Kontakte und Netzwerke. Nach seinem Studium in München und Regensburg sowie einem Forschungsaufenthalt in den USA trat promovierte Chemiker Alfred Kern 1978 in den Bereich Bauchemie der damaligen SKW Trostberg AG ein. Von 1991 bis 1993 fungierte er als Vice President eines US-amerikanischen Bauchemie-Unternehmens. Anschließend leitete er die internationale Forschung und Entwicklung sowie den Technologietransfer der SKW-Bauchemie-Gruppe, ehe er 1997 zudem die Leitung des Geschäftsbereichs Deutschland übernahm. Von 2002 bis 2009 war er Geschäftsführer der Degussa Construction Chemicals GmbH bzw. der  BASF Construction Chemicals GmbH und war dabei unter anderem für die Leitung der Bauchemie-Forschung in Trostberg verantwortlich. Von 2002 an war er mehrfach Landespate Bayern für „Jugend forscht“. Damit und mit seinem Amt als Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Deutschen Bauchemie von 2005 bis 2011 sowie von 2005 bis 2009 als Vizepräsident der Europäischen Bauchemie bringt Dr. Kern langjährige Erfahrungen in der Nachwuchsförderung und in der Arbeit für einen Interessens- und Branchenverband mit in seine neue Tätigkeit als ChemDelta-Sprecher. 

Für den seit über 30 Jahren in Kirchweidach, in der Nähe des Chemiestandorts Trostberg, lebenden Vater von zwei erwachsenen Töchtern, liegt das bayerische Chemiedreieck „in einer der schönsten Regionen Deutschlands, die mit der Vielfalt der chemischen Industrie ideal verbunden ist“, sagt Dr. Kern. „Ich freue mich auf diese neue Aufgabe!“ Als ChemDelta-Sprecher artikuliert er die gemeinsamen Interessen des Initiativen-Lenkungskreises, der zusammengesetzt ist aus Verantwortlichen der Chemiedreiecksstandorte und der Bayerischen Chemieverbände (VBCI): Andreas Alberstadt (Aleris Recycling, Töging), Stefan Greger (AlzChem AG, Trostberg), Franz Xaver Völkl (Bayerische Chemieverbände, München), Dr. Dirk Theis (Chemtura Manufacturing Germany, Waldkraiburg), Dr. Bernhard Langhammer (InfraServ Gendorf, Burgkirchen), Olaf Reckenhofer (Linde AG, München), Dr. Gerhard Wagner (OMV Deutschland GmbH, Burghausen) und Dr. Dieter Gilles (Werkleiter Wacker Chemie AG, Burghausen).

Neben den Schwerpunktthemen für die Interessensvertretung des bayerischen Chemiedreiecks – wie z. B. den Ausbau der Verkehrs-Infrastruktur in der Region (zügige Fertigstellung der A 94 und die dringend notwendige Kapazitätserweiterung der Bahn in Form des zweigleisigen Schienenausbaus Tüssling-Mühldorf-München) oder eine gesicherte Energie- und Rohstoffversorgung der Chemiestandorte – will sich Dr. Kern insbesondere für den Bereich der Bildung und ihrer Förderung in der Region engagieren: „Junge Menschen vor Ort im Chemiedreieck an die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik mit dem Schwerpunkt Chemie heranführen. An den Universitäten und Fachhochschulen in Bayern die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten des ChemDelta Bavaria verdeutlichen. Und außerdem: Eine Hochschul-Außenstelle würde der Region gut tun…“, so Dr. Kern. Dies alles sehe er als einen wichtigen Baustein, um langfristig „der Chemie und ihren Beschäftigten in der Region die Heimat zu bewahren“.      

Zwei Standortvorteile des bayerischen Chemiedreiecks gegenüber anderen Chemieregionen Deutschlands gewichtet Dr. Kern dabei besonders hoch und will sie wie seine Vorgänger weiter pflegen: „Die vorhandene breite Akzeptanz der Chemieindustrie in unserer Bevölkerung vor Ort sowie die ohne Einschränkung erfolgende Unterstützung der lokalen Politik in den Landkreisen Altötting, Traunstein, Mühldorf, aber auch der Mandatsträger aus der Region in Land und Bund ist besonders hervorzuheben!“ Diese Akzeptanz erfordere es aber, dass das Chemiedreieck mit seinen Unternehmen glaubwürdig sein müsse und Vertrauen bewahre.                                               

mko