Industriepark Werk GENDORF: Insgesamt positive Geschäftsentwicklung in 2011 und guter Start in das Jahr 2012

Die Referenten des Nachbarschafts- und Mandatsträgergesprächs 2012 (von rechts): Dr. Bernhard Langhammer(ISG), Dr. Thomas Brock (Vinnolit), Dr. Peter Blickle (Clariant), Peter Kreißler (GTK), Ralf Schramm (ISGT), Stefan Warislohner (Gore), Hr. Burkhard Andres (Dyneon), Tilo Rosenberger-Süß (ISG, Moderator). Foto: Simon Graf

Nachbarschafts- und Mandatsträgergespräch mit rund 100 Gästen aus der Nachbarschaft und der Region rund um den Chemiestandort

Burgkirchen, 16.02.2012
- Etwa 100 Gäste aus der Nachbarschaft und Region des Industrieparks Werk GENDORF besuchten am Montag das Nachbarschafts- und Mandatsträgergespräch 2012. Dabei waren die Landräte Georg Huber aus Mühldorf und Erwin Schneider, Altötting, MdL Ingrid Heckner und MdB Stephan Mayer und die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden. Die Veranstaltung war geprägt von den Berichten der Standortverantwortlichen der am Industriepark angesiedelten Firmen. Insbesondere die Informationen zu Umsatz und Entwicklung der Arbeitsplätze sowie die Prognosen für die kommende Zeit wurden von den Gästen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Vereins- und Sozialleben mit Interesse registriert. Der Chemie ist immerhin der wichtigste Job-Motor und Steuerzahler des Landkreises.

Fazit: Die Referenten berichteten über eine insgesamt positive Geschäftsentwicklung in 2011 und von einem durchwegs positiven Start in das Jahr 2012. Insgesamt wurde 2011 im Werk Gendorf weiter investiert, Arbeitsplätze ausgebaut und 85 junge Menschen ausgebildet. Die Fracht-Tonnagen liegen etwa mit 1,1 Mio. Tonnen knapp über dem Vorjahr. Festzustellen sei eine Verschiebung der Fracht weg von der Bahn hin zur Straße. Grund dafür sei der Ausbau des Spezialitätengeschäfts.

Vinnolit-Standortleiter Dr. Thomas Brock berichtete, dass das Unternehmen Vinnolit 2011 trotz eines im 2. Halbjahr deutlich an Fahrt verlorenen europäischen PVC-Geschäfts marktseitig von seiner starken Stellung im Spezialitätenbereich profitierte und seine Marktposition in wichtigen globalen Wachstumsmärkten weiter ausgebaut habe. Der Umsatz 2011 werde – überwiegend rohstoffpreisgetrieben – mit voraussichtlich etwa 920 Mio. Euro deutlich über dem des Vorjahres und sogar über Vorkrisenniveau erwartet. Am Standort Gendorf hat die Vinnolit vor allem in die Modernisierung und Erweiterung der Produktionsanlagen sowie in Sicherheit und Umweltschutz fast 5 Mio. Euro investiert. Für 2012 seien weitere Investitionen in Höhe von voraussichtlich ca. 5 Mio. EUR geplant, so Dr. Brock.

Bei Clariant werden einige große Projekte innerhalb des   Effizienzsteigerungsprogramms in diesem Jahr abgeschlossen, berichtet Dr. Peter Blickle. Das Unternehmen will damit Engpässe beseitigen, die Kapazitäten erweitern sowie Strom und Dampf einsparen. Blickle sagte, durch die Übernahme der Südchemie verschafft sich Clariant den Zugang zu zukunftsträchtigen Marksegmenten, unter anderem den regenerativen Energien. Die Südchemie bringe ausgeprägte Innovationskompetenz mit. So habe die seit einem Jahre zum Clariant-Konzern gehörende Südchemie vor wenigen Monaten in Straubing den Bau einer Versuchsanlage begonnen, die etwa eine Million Liter Ethanol aus zellulosehaltigen Agrarabfällen (Stroh) produzieren soll.

Der neue Geschäftsführer der Dyneon, Burkhard Anders, berichtet von einer sehr guten Auslastung der Gendorfer Produktionsanlagen. In 2011 habe Dyneon mit seinen weltweit 800 Mitarbeitern – davon etwa 550 in Gendorf –  ca. 500 Millionen US-Dollar Umsatz erzielt. Ende vergangenen Jahres wurde eine weitere Investition in Höhe von ca. 35 Millionen Euro in die Erweiterung der Produktionskapazitäten  auf den Weg gebracht.

Projektleiter Stefan Warislohner von W. L. Gore & Associates schilderte, dass der Bau der Produktionsanlage für spezielle Fluorpolymerprodukte für die interne Weiterverabeitung bei Gore planmäßig vorangetrieben werde. Das Unternehmen beabsichtigt die Anlage im Herbst in Betrieb zu nehmen mit rund 20 Mitarbeitern und fünf Auszubildenden.

Für den im Herbst 2010 aus der Infraserv ausgegliederten Gummiartikelhersteller GTK berichtete Geschäftsführer und Inhaber Peter Kreißler von innovativen Produktentwicklungen für den Schutz von Oberflächen und die Produktion von Gummiformteilen für Wasserarmaturen. Ein Dauerbrenner sind die  Eisstocklaufsohlen, so Kreißler. GTK ist der einzige Hersteller dieser Artikel für den Eisstocksport.

Die zweite Ausgliederung der Infraserv, die Infraserv Gendorf Technik GmbH, legte im ersten Jahr einen fulminanten Start hin, berichtete Geschäftsführer Ralf Schramm. Die Technik GmbH habe mit gut 200 Mitarbeitern in 2011 einen Umsatz von 35 Millionen Euro erzielt. Schramm plane die Mitarbeiter mittelfristig um 40 bis 50 Stellen aufzustocken. Mit einem Durchschnittsalter seiner Mannschaft von 43 Jahren sehe er die Demografie als Herausforderung der Zukunft, um gut ausgebildete Mitarbeiter dauerhaft anwerben und halten zu können.

ISG-Geschäftsleiter Dr. Bernhard Langhammer bewertete das vergangene Geschäftsjahr als das wirtschaftlich bisher erfolgreichste Jahr in der InfraServ-Geschichte. Die Infraserv Gruppe habe mit 900 Mitarbeitern einen Umsatz von 264 Millionen Euro erwirtschaftet. Zwar erreiche man damit nicht den Umsatz aus dem Jahre 2008, allerdings sei die Marge deutlich höher ausgefallen. Ferner werde InfraServ dieses Jahr fast 30 Millionen Euro investieren, um die Infrastruktur auszubauen. Im Herbst ist beispielsweise vorgesehen, mit dem Bau einer neuen hochmodernen Feuerwache zu beginnen, welche die alte Feuerwache aus dem Jahre 1939 ablösen wird. Befürchtungen äußerte Langhammer allerdings aufgrund neuer zum Teil widersprüchlicher Regelungen der Bundesnetzagentur am Beispiel Stromnetzentgeltverordnung. Die vom Gesetzgeber geplante Entlastung und Umverteilung von Netzentgelten werde für manche Industrieparks und deren Standortfirmen erhebliche finanzielle Nachteile bringen. Entscheidend sei, in welcher Form geschlossene Verteilnetze auch als „Letztverbraucher“ anerkannt werden. Langhammer kündigte an, zusammen mit anderen Industrieparks im Notfall den Weg der Klage beschreiten zu müssen, wenn der Gesetzgeber weiterhin kontroverse Auslegungen zulässt.

Das Nachbarschaftsgespräch wurde moderiert vom neuen Sprecher des Industrieparks,  Tilo Rosenberger-Süß.
 

Hinweis

Die Inhalte dieser Presseinformation sprechen Frauen und Männer gleichermaßen an. Zur besseren Lesbarkeit wird nur die männliche Sprachform (z. B. Kunde, Mitarbeiter) verwendet.