Alzwerke-Jubiläum: 90 Jahre umweltfreundliche Energie aus der Kraft des Wassers

Die Alzwerke am Standort der Wacker Chemie AG in Burghausen. (Foto: Wacker Chemie AG)


Inbetriebnahme der Alzwerke im Jahr 1922 war Auslöser für die Ansiedlung der chemischen Industrie in Südostbayern 

Burghausen, 12.12.2012 - 90 Jahre liegt die Inbetriebnahme der Alzwerke  nunmehr zurück und hat doch weitreichende Wirkung gezeigt:  Denn erst mit der Verfügbarkeit von elektrischer Energie aus Wasserkraft kam es zur Ansiedlung der Chemischen Industrie im Südosten Bayerns. In der Folge entstand mit dem Bayerischen Chemiedreieck eine prosperierende Region, die heute zu den führenden Wirtschaftsregionen Europas zählt. Im Rahmen einer Feierstunde wurde nun das stolze Jubiläum der Alzwerke gewürdigt. 

Dr. Dieter Gilles, Leiter des Werks Burghausen der Wacker Chemie AG, betonte in seiner Ansprache den Beitrag, den das Wasserkraftwerk über viele Jahrzehnte zum Ausbau des Standorts und aktuell zur sicheren Stromversorgung von zentralen Anlagen leistet. Und das trotz der wechselnden Bedeutung der Wasserkraft: „In den Anfängen musste ein stromintensives Werk dort gebaut werden, wo Strom verfügbar war. Später gelang es, Strom über weite Strecken zu transportieren und damit in der Wahl des Produktionsstandortes unabhängig zu werden. Seit 20 Jahren gewinnen regenerative Energien, zu denen die Wasserkraft gehört, immer mehr an Bedeutung. Hinzu kommt heute noch die Anforderung der Grundlastfähigkeit, also die konstante Erzeugung über 24 Stunden an jedem Tag.“

Durch den Erfolg der letzten 90 Jahre zeigte sich der Werkleiter auch für die Zukunft optimistisch: „Die Alzwerke werden auch künftig ein wichtiger Standortfaktor für die Entwicklung von WACKER in Burghausen sein.“ In einer Präsentation ließ Gerhard Wimmer, Leiter Anlagenbetrieb,die Alzwerke-Geschichte Revue passieren und ging auf zentrale Ereignisse der Vergangenheit ein: Bereits im November 1918 wurde mit der Gründung der Alzwerke GmbH der Grundstein für die Ansiedlung von WACKER in Burghausen gelegt. Der Bau des Alzkanals kam in der Nachkriegszeit zunächst nur schleppend voran, erst 1921 war das etwa fünf Kilometer lange Kanalstück vom Stauwehr Hirten bis zur Bahnkreuzung Burgkirchen betriebsbereit. Die Kraftanlage in Burghausen mit dem Wasserschloss, der Kanal-Einlaufstelle und dem Maschinenhaus wurde 1920/22 fertiggestellt. Am 10. Dezember 1922 nahm das damals größte Wasserkraftwerk Deutschlands erstmals den Betrieb auf.

Ein erheblicher Rückschlag für das junge Unternehmen war der Bruch des Kanals am 12. April 1924. Erst vier Monate später konnte der Alzkanal wieder in Betrieb genommen werden. 1955 bis 1957 wurde die Anlage baulich, maschinell und elektrotechnisch aktualisiert, 1996 bis 1998 folgte schließlich die Automatisierung.

Im Rahmen der Feierstunde bedankte sich Werkleiter Dr. Gilles besonders bei den Mitarbeitern der Alzwerke: „Sie sind ein über Jahrzehntehervorragend eingespieltes Team. Über all die Jahre hinweg haben Sie die Energieausbeute und Verfügbarkeit immer weiter gesteigert und sind so für den enormen Erfolg des Kraftwerks für den Standort verantwortlich.“

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