WACKER steigert im 2. Quartal 2011 Umsatz und Ertrag

Mit über 10.000 Beschäftigten weltweit der größte Standort der Wacker Chemie AG - das Werk Burghausen. (Foto: Wacker Chemie AG)

Mit über 10.000 Beschäftigten weltweit der größte Standort der Wacker Chemie AG - das Werk Burghausen. (Foto: Wacker Chemie AG)

„WACKER ist zur Jahresmitte mit Blick auf die Umsatz- und Ertragsziele, die wir uns für das Geschäftsjahr 2011 gesteckt haben, auf einem sehr guten Weg“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Dienstag in München. „Wir haben in allen Märkten und S

„WACKER ist zur Jahresmitte mit Blick auf die Umsatz- und Ertragsziele, die wir uns für das Geschäftsjahr 2011 gesteckt haben, auf einem sehr guten Weg“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Dienstag in München. „Wir haben in allen Märkten und Segmenten von der robusten Verfassung der Weltwirtschaft profitiert. Auch wenn sich das Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr wahrscheinlich etwas abschwächt, haben wir – gerade auch dank unseres starken Polysiliciumgeschäfts – gute Voraussetzungen, um weiter profitabel zu wachsen.“ (Foto: PNP)

Die aktuellen Eckdaten des Wacker-Konzerns.

Die aktuellen Eckdaten des Wacker-Konzerns.

  • KONZERNUMSATZ VON WACKER STEIGT IM 2. QUARTAL 2011 UM 10 PROZENT AUF 1,33 MRD. €
  • ERGEBNIS VOR ZINSEN, STEUERN UND ABSCHREIBUNGEN WÄCHST IM BERICHTSQUARTAL UM 5 PROZENT AUF 325 MIO. €
  • PERIODENERGEBNIS DES 2. QUARTALS 2011 ERREICHT 143 MIO. €
  • INVESTITIONEN MIT FOKUS AUF POLYSILICIUMAUSBAU LIEGEN MIT 208 MIO. € FAST 50 PROZENT ÜBER DEM WERT DES 2. QUARTALS 2010
  • UMSATZ- UND ERGEBNISPROGNOSE FÜR DAS GESAMTJAHR 2011 BESTÄTIGT

München, 2. August 2011 - Die Wacker Chemie AG hat im 2. Quartal 2011 Umsatz und Ertrag gegenüber dem Vorjahr gesteigert und liegt mit Blick auf ihre Zielwerte für das Gesamtjahr gut auf Kurs. Der Umsatz des Münchner Chemiekonzerns stieg von April bis Juni 2011 um 10 Prozent auf 1,33 (Vj. 1,20) Mrd. €. Höhere Absatzmengen dank der anhaltend hohen Kundennachfrage waren vor allem für dieses Plus verantwortlich. Im Silicon- und Polymergeschäft konnten teilweise auch höhere Preise am Markt durchgesetzt werden. Dagegen haben Wechselkurseffekte, in erster Linie aus dem schwächeren US-Dollar, die Umsatzentwicklung zurückgehalten.

Auch seine Ertragskraft hat WACKER im Vergleich zum Vorjahr ausgebaut. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich im 2. Quartal 2011 auf 324,8 (Vj. 308,6) Mio. €. Es wuchs damit gegenüber dem Vorjahr um gut 5 Prozent. Die EBITDA-Marge liegt im Berichtszeitraum bei 24,5 Prozent nach 25,7 Prozent im Vorjahresquartal. Das Konzern-Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg im 2. Quartal 2011 ebenfalls um 5 Prozent auf 215,1 (Vj. 204,7) Mio. €. Die EBIT-Marge für den Zeitraum April bis Juni beträgt 16,2 (Vj. 17,0) Prozent. Das Ergebnis der Berichtsperiode erreichte 142,7 (Vj. 135,4) Mio. €. Damit errechnet sich ein Ergebnis je Aktie von 2,87 (Vj. 2,71) €.

Deutlich höhere Rohstoffkosten haben im Berichtsquartal die Ergebnisentwicklung gebremst. Zu Jahresbeginn konnte WACKER in einigen Segmenten noch auf Rohstoffbestände aus dem Vorjahr zurückgreifen, die zu günstigeren Konditionen eingekauft worden waren. Siliciummetall hat sich gegenüber dem 2. Quartal 2010 um mehr als 30 Prozent verteuert, Ethylen um rund 25 Prozent. Bei Methanol liegt der Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahr bei knapp 20 Prozent. Die Vorlaufkosten für eine beschleunigte Inbetriebnahme der neuen Polysiliciumproduktion am Standort Nünchritz haben im Berichtsquartal die Ergebnisentwicklung ebenfalls beeinflusst.

Für das Gesamtjahr 2011 rechnet WACKER mit einem Anstieg bei Umsatz und Ertrag und hat seine bisherige Prognose bestätigt. Der Münchner Chemiekonzern erwartet einen Konzernumsatz von mehr als 5 Mrd. €. Das EBITDA des Geschäftsjahres 2011 wird voraussichtlich den Wert des Vorjahres von 1,19 Mrd. € übertreffen.

„WACKER ist zur Jahresmitte mit Blick auf die Umsatz- und Ertragsziele, die wir uns für das Geschäftsjahr 2011 gesteckt haben, auf einem sehr guten Weg“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Dienstag in München. „Wir haben in allen Märkten und Segmenten von der robusten Verfassung der Weltwirtschaft profitiert. Auch wenn sich das Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr wahrscheinlich etwas abschwächt, haben wir – gerade auch dank unseres starken Polysiliciumgeschäfts – gute Voraussetzungen, um weiter profitabel zu wachsen.“

Regionen
WACKER hat im 2. Quartal 2011 in den wesentlichen Absatzmärkten – mit Ausnahme von Amerika – zweistellige Steigerungsraten beim Umsatz erzielt. Asien hatte von April bis Juni 2011 erneut den größten Anteil am Konzernumsatz. Das Unternehmen erwirtschaftete rund 38 Prozent seiner Umsatzerlöse in dieser Region. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Konzernumsatz in Asien im 2. Quartal 2011 um 16 Prozent auf 499,8 (Vj. 430,9) Mio. €. Ein zweistelliges Umsatzplus erzielte WACKER im Zeitraum April bis Juni 2011 auch in Deutschland und in den anderen Ländern Europas. In Deutschland stiegen die Umsatzerlöse im 2. Quartal 2011 um 11 Prozent auf 242,8 (Vj. 217,8) Mio. €. In den anderen europäischen Ländern erreichten sie ein Volumen von 329,5 (Vj. 296,1) Mio. €. In der Region Amerika haben Wechselkurseffekte aus dem schwächeren US-Dollar die Umsatzentwicklung deutlich gebremst. Das hat dazu geführt, dass trotz höherer Umsätze in US-Dollar der Vorjahreswert in Euro gerechnet nicht ganz erreicht wurde. Von April bis Juni 2011 erwirtschaftete WACKER in der Region Amerika ein Umsatzvolumen von 211,8 (Vj. 213,3) Mio. €. In den übrigen Regionen erzielte WACKER im Berichtsquartal Umsatzerlöse von 41,9 (Vj. 43,9) Mio. €. Insgesamt erwirtschaftete WACKER im 2. Quartal 2011 rund 82 (Vj. 82) Prozent seines Umsatzes mit Kunden außerhalb Deutschlands.

Investitionen und Netto-Cashflow
Der WACKER-Konzern hat auch im 2. Quartal 2011 seine rege Investitionstätigkeit fortgesetzt. Das Investitionsvolumen hat sich mit 208,3 (Vj. 140,9) Mio. € sowohl gegenüber dem 2. Quartal 2010 als auch im Vergleich zum 1. Quartal 2011 (136,6 Mio. €) deutlich erhöht. Im Fokus stand dabei der Ausbau der Produktionskapazitäten für Polysilicium an den Standorten Nünchritz und Charleston. Knapp zwei Drittel der von April bis Juni getätigten Investitionen entfielen auf diese beiden Schlüsselprojekte. Weitere Investitionsmittel dienten der Steigerung der Produktionsleistung bei Siliciumwafern und der Beseitigung punktueller Engpässe in den Produktionsanlagen der übrigen Geschäftsbereiche. Die Polysiliciumanlagen am Standort Nünchritz nähern sich ihrer Fertigstellung und werden wie geplant in den nächsten Monaten die Produktion aufnehmen. Die Bauarbeiten für den neuen integrierten Polysiliciumstandort Charleston im US-amerikanischen Bundesstaat Tennessee laufen nach dem offiziellen Spatenstich Anfang April ebenfalls auf Hochtouren. Die Anlagen mit einer Nennkapazität von 15.000 Jahrestonnen sollen bis Ende 2013 fertig gestellt sein.

Der Netto-Cashflow des WACKER-Konzerns von April bis Juni 2011 belief sich auf -53,1 (Vj. 55,5) Mio. €. Für diesen Rückgang gibt es zwei wesentliche Gründe. Die Investitionsausgaben waren im 2. Quartal 2011 um rund 50 Prozent höher als im Vorjahr. Darüber hinaus hat die Auszahlung der variablen Gehaltsbestandteile der WACKER-Mitarbeiter für das sehr gute Geschäftsjahr 2010 den Brutto-Cashflow im Berichtsquartal gemindert. Der Mittelzufluss aus betrieblicher Geschäftstätigkeit betrug 138,4 (Vj. 180,4) Mio. € und war damit um 23 Prozent niedriger als vor einem Jahr.

Mitarbeiter
Zum 30. Juni 2011 beschäftigte der WACKER-Konzern weltweit 16.834 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31.03.2011: 16.602). Der Zuwachs um konzernweit 232 Beschäftigte sichert die Qualität von Produktion, Kundenservice und Verwaltung bei steigender Kundennachfrage und hoher Anlagenauslastung. Zum Stichtag 30. Juni 2011 waren an den WACKER-Standorten in Deutschland 12.572 Beschäftigte (31.03.2011: 12.414) tätig, an den internationalen Standorten waren es 4.262 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31.03.2011: 4.188).

Geschäftsbereiche
Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES erzielte im 2. Quartal 2011 einen Gesamtumsatz von 421,1 (Vj. 406,5) Mio. €. Das sind rund 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Kundennachfrage blieb während des Berichtsquartals in allen wesentlichen Geschäftsfeldern robust. Allerdings hat sich der Auftragseingang aus einigen Branchen – speziell aus der Bauindustrie – zuletzt etwas abgeschwächt. Besonders stark entwickelte sich im Berichtszeitraum das Geschäft mit organofunktionellen Silanen für die Formulierung von Bauschäumen sowie mit Siliconen für Elektronik-, Solar- und medizintechnische Anwendungen. Die stark gestiegenen Rohstoffpreise machten sich von April bis Juni in der Ertragsentwicklung von WACKER SILICONES deutlicher bemerkbar als zu Jahresanfang. Die höheren Kosten konnten durch Mengenzuwächse und durch teilweise bessere Absatzpreise nur beschränkt aufgefangen werden. Das EBITDA erreichte im Berichtsquartal 50,1 (Vj. 73,3) Mio. €. Der Geschäftsbereich blieb damit um knapp 32 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die EBITDA-Marge für das 2. Quartal 2011 liegt bei 11,9 (Vj. 18,0) Prozent.

WACKER POLYMERS steigerte von April bis Juni 2011 seinen Gesamtumsatz um 11 Prozent auf 249,7 (Vj. 224,6) Mio. €. Der Anstieg resultiert in erster Linie aus einer ungebrochen starken Nachfrage nach Dispersionspulvern und Dispersionen. Das EBITDA von WACKER POLYMERS belief sich im Berichtsquartal auf 32,0 (Vj. 37,8) Mio. € und war damit um 15 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Höhere Rohstoffpreise, zum Beispiel für Ethylen, haben das Ergebnis spürbar zurückgehalten. Die EBITDA-Marge beträgt im Berichtsquartal 12,8 (Vj. 16,8) Prozent. Um die höheren Rohstoffkosten wenigstens teilweise auszugleichen, hat WACKER POLYMERS in den vergangenen Monaten mehrfach seine Preise für Dispersionen und Dispersionspulver angehoben.

Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS erwirtschaftete im Zeitraum April bis Juni 2011 einen Gesamtumsatz von 39,0 Mio. € und liegt damit leicht über dem Vorjahreswert (38,3 Mio. €). Besonders bei Pharmaproteinen sowie bei Produkten für den Pharma- und Agrarsektor hat sich das Geschäft gut entwickelt. Auch bei Acetylaceton und Kaugummirohmasse war die Nachfrage groß. Das EBITDA von WACKER BIOSOLUTIONS betrug im 2. Quartal 8,6 (Vj. 7,8) Mio. €. Das entspricht einer EBITDA-Marge von 22,0 (Vj. 20,4) Prozent. Hier haben sich unter anderem höhere Preise positiv ausgewirkt.

WACKER POLYSILICON profitierte im 2. Quartal 2011 weiter von den hohen Absatzmengen an polykristallinem Reinstsilicium, die am Markt platziert werden konnten. Mit 399,2 (Vj. 321,5) Mio. € lag der Gesamtumsatz von April bis Juni 2011 um 24 Prozent über dem 2. Quartal des Vorjahres. Die verkauften Polysiliciummengen waren deutlich höher als vor einem Jahr und alle Produktionsanlagen des Geschäftsbereichs laufen derzeit auf Volllast. Die erzielten Durchschnittspreise für Polysilicium blieben im Berichtszeitraum weitgehend stabil und lagen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres und des Vorquartals. Das EBITDA von WACKER POLYSILICON belief sich im Berichtsquartal auf 188,2 (Vj. 174,6) Mio. €. Das ist ein Plus von 8 Prozent und entspricht einer EBITDA-Marge von 47,1 (Vj. 54,3) Prozent. Anlaufkosten, vor allem für die neue Polysiliciumproduktion in Nünchritz, haben die Ergebnisentwicklung zurückgehalten.

Siltronic erzielte im 2. Quartal 2011 einen Gesamtumsatz von 276,9 (Vj. 255,8) Mio. €. Das ist ein Anstieg um 8 Prozent. Die Absatzmengen lagen im Berichtszeitraum sowohl über den Werten des Vorjahres als auch über denen des Vorquartals. Haupttreiber für das Mengenwachstum waren die 300 mm Wafer. Hier konnte Siltronic die Produktionsleistung deutlich steigern, um so die gestiegene Nachfrage durch den Ausfall von Produktionskapazitäten im erdbebengeschädigten Japan zu bedienen. Beim EBITDA hat Siltronic den Wert aus dem 2. Quartal des Vorjahres mehr als verdoppelt. Es erhöhte sich auf 37,3 (Vj. 18,0) Mio. €. Maßgeblich für den Ergebnisanstieg waren neben den höheren Absatzmengen auch die im Vergleich zum Vorjahr besseren Durchschnittspreise, vor allem bei Wafern des Durchmessers 200 mm und kleiner. Die EBITDA-Marge des Berichtsquartals beträgt 13,5 (Vj. 7,0) Prozent.

Ausblick
Das Wachstum der Weltwirtschaft wird sich nach den aktuellen Einschätzungen und Prognosen fortsetzen, auch wenn sich die Dynamik in den nächsten Monaten voraussichtlich etwas abschwächen wird. WACKER erwartet, dass die Geschäftsbereiche des Konzerns von den positiven Perspektiven der Konjunktur und der Absatzmärkte profitieren werden.
In den Chemiebereichen WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS wird vor allem die wirtschaftliche Entwicklung in den aufstrebenden Märkten Asiens und Lateinamerikas die Nachfrage der Kunden in den kommenden Monaten auf einem hohen Niveau halten. Bei WACKER POLYSILICON stehen die bis Ende 2015 geplanten Produktionsmengen fast vollständig unter Vertrag. Das garantiert eine hohe Auslastung der Kapazitäten, schränkt aber die Möglichkeiten ein, kurzfristig zusätzliches Geschäft zu generieren. Die Auftragslage bei Siltronic wird mittelfristig davon abhängen, inwieweit die weltweite Produktion von Siliciumwafern mit der Nachfrage Schritt halten kann. So haben die japanischen Waferhersteller ihre Anlagen schneller wieder in Betrieb nehmen können als ursprünglich erwartet. Das wird zur Folge haben, dass sich die Absatzmengen von Siltronic im weiteren Jahresverlauf 2011 nicht mehr so dynamisch entwickeln wie in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres.

Großen Einfluss auf die Ertragskraft des Konzerns im weiteren Jahresverlauf hat die Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise. WACKER wird weiter intensiv daran arbeiten, der höheren Kostenbelastung durch Effizienzsteigerungen entgegenzuwirken. Wenn die Marktverhältnisse und Kundenverträge es zulassen, sollen die höheren Rohstoffkosten zumindest teilweise durch Preiserhöhungen abgefangen werden. Das Unternehmen erwartet, dass die Kosten für den Hochlauf der neuen Polysiliciumproduktion am Standort Nünchritz und für den Bau des Polysiliciumstandorts Charleston (Tennessee, USA) die Ergebnisentwicklung im 2. Halbjahr 2011 etwas zurückhalten werden.

Insgesamt geht WACKER unverändert davon aus, im Gesamtjahr 2011 beim Umsatz die Marke von 5 Mrd. € zu überschreiten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wird nach gegenwärtiger Einschätzung den Wert des Jahres 2010 von 1,19 Mrd. € übertreffen.

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