GENDORF: Standortsicherung durch Schaffung nachhaltiger Rahmenbedingungen

Christian Steinmassl (InfraServ Gendorf) erklärt den Besuchern die Funktionsweise der Kühltürme der neuen Generation.

Christian Steinmassl (InfraServ Gendorf) erklärt den Besuchern die Funktionsweise der Kühltürme der neuen Generation.

Manfred Soller (InfraServ Gendorf, Leiter Werkschutz) führt die Besuchergruppe zur vollautomatisierten Lkw-Schleuse.

Manfred Soller (InfraServ Gendorf, Leiter Werkschutz) führt die Besuchergruppe zur vollautomatisierten Lkw-Schleuse.

Dialog mit Behörden und Kommunen beim elften Behördeninfotag des Industrieparks Werk GENDORF ganz unter dem Zeichen der Nachhaltigkeit

Burgkirchen, 26. Juli 2011
- Bereits zum elften Mal wurden die für den Industriepark Werk GENDORF zuständigen Behörden für Umweltschutz, Sicherheit und Gesundheit sowie Vertreter der benachbarten Gemeinden eingeladen. Im Rahmen des diesjährigen Behördeninfotags wurde informiert, ausgiebig diskutiert und konnten jüngste Investitionsprojekte besichtigt werden.

Der Industriepark Werk GENDORF ist nach dem Gemeinschaftssystem der Europäischen Union für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung EMAS validiert. Im Rahmen der routinemäßigen Überprüfung (Revalidierung) im April 2011 wurden alle relevanten Umweltdaten des Industrieparks Werk GENDORF erneut im Detail von einem externen Gutachter bewertet. Diese Daten, das Umweltprogramm des Werkes, die Bewertung der Umweltauswirkungen, die Erfüllung gesteckter Umweltziele und weitere interessante Umweltthemen wurden in einer aktualisierten Umwelterklärung zusammengefasst und stehen allen Interessierten zur Einsicht und Information bereit.

Um einen unbürokratischen Informationsaustausch zwischen Behörden und dem Werk zu gewährleisten und das vertrauensvolle Miteinander weiter zu fördern, haben sich die Gesellschaften des Industrieparks Werk GENDORF freiwillig verpflichtet, alle umweltrelevanten Daten jeweils über den Zeitraum eines Jahres hinweg zu sammeln, aufzubereiten und zur ständigen Einsicht und Überprüfung durch die Behörden bereitzuhalten.

Um dieser Verpflichtung aktiv nachzukommen, hat sich der jährlich stattfindende Behördeninfotag etabliert. Dazu gehören Fachvorträge zu aktuellen Themen, eine Besichtigung von für den Umweltschutz relevanten Anlagen sowie die Möglichkeit zur Einsicht in die oben erwähnte Datensammlung.

Die Energieeffizienz steigern
„Standortsicherung durch Schaffung nachhaltiger Rahmenbedingungen“ war das zentrale Thema der Vortragsreihe in diesem Jahr. In seiner Begrüßungsansprache machte Werkleiter Dr. Bernhard Langhammer die Bedeutung von elektrischem Strom für das Chemiedreieck deutlich. So hat sich der Verbrauch nach seinen Angaben in den letzten sieben Jahren mehr als verdoppelt und betrug im Jahr 2010 bereits 6 TWh, was dem Jahresbedarf der Landeshauptstadt München mit ihren fast 1,4 Millionen Einwohnern entspricht. Große Bedenken äußerte Langhammer bezüglich des geplanten Ausstiegs aus der Kernenergie, da in diesem Fall für Bayern im Jahr 2021 bei der Versorgung mit Strom eine Lücke von 32 % entstünde, für die es derzeit noch keine Lösung gäbe. „Wir begeben uns in ein riesiges Großexperiment“, warnte Langhammer. Dabei stellte er die Sinnhaftigkeit einer Energiewende nicht in Frage, stellte aber fest: „Unser Wohlsstand basiert auf dem Verbrauch von Energie. Da konventionelle Energieträger endlich sind, gilt es, die Energieeffizienz zu steigern“.

Aktuelle Informationen von Experten aus Industrie und Behörden
Peter Häckl (InfraServ Gendorf) stellte die Vielzahl und Vielfalt der Methoden zur Gewässerüberwachung vor. Im Zuge der Werkserweiterung informierte Angela Brandhuber (InfraServ Gendorf) über Ausgleichs-Maßnahmen für den Naturschutz. Alexander Hartung (Clariant) legte die Vorteile einer Zentralisierung der Qualitätskontrolllabors und die damit verbundenen Aktionen dar.

Über erste Erkenntnisse und Schwierigkeiten bei der Ermittlung des Corporate Carbon Footprint für die InfraServ Gendorf berichtete Ulrike Siebert (InfraServ Gendorf). Neues-te Informationen über die von der Bundesregierung angedachten Änderungen im Entwurf des neuen Wasserrechts übermittelte Thomas Wagner (LfU) in seinem Vortrag „Änderungen im Wasserrecht“.

Erfolge bei der Optimierung der Klärschlammverbrennung wurden von Dr. Wolfgang Amslinger aufgezeigt. Welche Anstrengungen Dyneon zum Thema Nachhaltigkeit ihrer Produkte macht, stellte Martin Stubner (Dyneon) anschaulich dar. Klaus Baier (Vinnolit) legte dar, mit welcher Sorgfalt der Rückbau der Amalgamanlage im Entsorgungskonzept geplant wurde und von statten ging. Über die Integration einer neuen Produktionsanlage in die Struktur der Klöckner Pentaplast berichtete Ernst Werner (Klöckner Pentaplast).

Anhand eines Fallbeispieles zeigte Karsten Aldenhövel (InfraServ Gendorf) auf, wie die aus der EU-Verordnung für die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien REACH hervorgehenden Pflichten zur Arbeitssicherheit und zu Sicher-heitsdatenblättern gemanagt werden. Wie man das Trinkwassernetz nachhaltig sichert, konnte man den Ausführungen von Johann Sterflinger (InfraServ Gendorf) entnehmen.

Besichtigung der jüngsten Investitionen zur Sicherung des Standorts
Bei der anschließenden Besichtigung des neuen Schalthauses konnten sich die Besucher einen Eindruck von der bisher größten Einzelinvestition von InfraServ Gendorf machen. Um dem steigenden Strombedarf am Industriepark gerecht zu werden, wurde im letzten Jahr ein 30-kV-Transportnetz eingeführt, welches das Bindeglied zwischen der 110 kV-Ebene des vorgelagerten Netzbetreibers und dem Verteilnetz der InfraServ Gendorf bildet. Manfred Soller (InfraServ Gendorf) erklärte den Besuchern die Werkzufahrt über eine vollautomatisierte Lkw-Schleuse, die von den Fahrern selbst bedient und ohne Personal betrieben wird. Abschließend gab Christian Steinmassl (InfraServ Gendorf) den Besuchern einen Einblick in die Funktionsweise der neuesten Kühltürme.

„Interessant“ und „von einer großen Themenvielfalt geprägt“ sei das Treffen gewesen, so war aus dem Kreise der Behördenvertreter und Mandatsträger zu vernehmen. Zahlreiche Besucher kündigten bereits ihre Teilnahme für die nächste Veranstaltung im kommenden Jahr wieder an.

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