Grenzüberschreitendes Chemienetzwerk fordert Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Bayern und Oberösterreich

Bessere Verkehrsanbindungen zwischen dem Bayerischen Chemiedreieck und Oberösterreich standen im Mittelpunkt des grenzüberschreitenden Chemietreffens im Ennshafen bei Linz. Foto: Ennshafen OÖ

Bessere Verkehrsanbindungen zwischen dem Bayerischen Chemiedreieck und Oberösterreich standen im Mittelpunkt des grenzüberschreitenden Chemietreffens im Ennshafen bei Linz. Foto: Ennshafen OÖ

Hochrangige Repräsentanten des Bayerischen Chemiedreiecks-ChemDelta Bavaria und der oberösterreichischen Chemieindustrie ziehen an einem Strang

Linz/Burghausen, 24.03.2011
–  „Die Unternehmen der Chemischen Industrie Bayerns und Oberösterreichs brauchen bessere Infrastrukturen aller Verkehrsträger“, forderten unisono der ChemDelta-Initiativen-Vorsitzende und Wacker-Werksleiter Dr. Willi Kleine sowie der Obmann der sparte.industrie Helbich-Poschacher anlässlich eines Treffens der Chemischen Industrie Oberösterreichs mit Vertretern der Initiative ChemDelta Bavaria, des Bayerischen Chemiedreiecks, im Ennshafen bei Linz.

Das seit 2008 bestehende grenzüberschreitende Netzwerk zwischen der Chemischen Industrie Oberösterreich und dem ChemDelta Bavaria hat sich eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur zwischen Bayern und Oberösterreich zum Ziel gesetzt.

Sowohl das Bayerische Chemiedreieck als auch die westlichen Teile von Oberösterreich befinden sich zentral in Mitteleuropa und liegen doch am Rand, weil alle hochrangigen Verkehrsachsen daran vorbei führen. Das von Verkehrsexperten der Wirtschaftskammer (WKO) Oberösterreich und aus Bayern erstellte grenzüberschreitende Verkehrskonzept sieht eine bessere Anbindung dieser Region durch Ausbau der Autobahn A94 in Bayern, durch Ausbau des Straßen- und Schienennetzes beiderseits der Grenze und durch eine Anbindung an die Wasserstraße Donau vor.

Massiver Bahnausbau notwendig
„Die in den nächsten Jahren zusätzlich zu erwartenden Warenströme aus dem Bayerischen Chemiedreieck können nur durch einen massiven Ausbau vor allem der Bahn bewältigt werden.“, sagte der Werksleiter des mit über 10.000 Mitarbeitern weltweit größten Standorts der Wacker Chemie AG in Burghausen und Vorsitzender des Lenkungskreises der Initiative ChemDelta Bavaria, Dr. Willi Kleine. Weitere Teilnehmer der bayerischen Besuchsdelegation waren der Geschäftsführer der Bayerischen Chemieverbände, Franz Xaver Völkl, sowie die für weitere ChemDelta-Standorte  mit insgesamt rund 4.700 Beschäftigten stehenden Burghauser Werksleiter Thomas Gangl (OMV Deutschland) und Christian Riess (Borealis) wie auch von Burgkirchen/Gendorf Dr. Bernhard Langhammer (Industriepark Gendorf) und ChemDelta-Sprecher Dr. Werner Goll. Dr. Kleine unterstrich seine Forderung mit dem Hinweis auf die massive Steigerung der Gütertransportmengen der ChemDelta-Standorte: Bis 2015 rechnet man mit einer massiven Ausweitung des Bahn-Transportvolumens, 2010 wurden insgesamt bereits 7,1 Mio. Tonnen Güter transportiert, davon 3,3 Mio. Tonnen über die Schiene – es wird erwartet, dass sich diese Bahn-Tonnage bis 2015 auf über 6 Mio. Tonnen nahezu verdoppeln wird.  

Der österreichische Bundesratspräsident Gottfried Kneifel als Aufsichtsratsvorsitzender der Ennshafen OÖ Gmbh verwies in diesem Zusammenhang auf die Vorzüge des Ennshafen, der sich zum größten Binnenhafen Österreichs und als Logistikdrehscheibe nach Hamburg, Koper und auf der Wasserstraße Donau entwickelt hat.

Chemie wirtschaftliches Rückgrat in Oberösterreich und Südostbayern
„Die chemische Industrie bildet sowohl im Chemiedreieck in Südostbayern und in Oberösterreich das wirtschaftliche Rückgrat der jeweiligen Region. Will man die chemische Industrie nicht aus Zentraleuropa vertreiben, so müssen rasch Lösungen für die dringenden Infrastrukturprobleme gefunden werden“, fordert der oberösterreichische Vorsitzende der Fachvertretung der Chemischen Industrie Wolfgang Lux. Ein erster Schritt mit höchster Priorität hierzu sei im Bayerischen Chemiedreieck die Fertigstellung des zweigleisigen Bahnausbaus zwischen Alt-Mühldorf und Tüssling bis Ende 2015 – „dieser Flaschenhals muss bis spätestens dahin geöffnet sein, sonst wird die Strecke die erwarteten Transportmengen nicht mehr bewältigen können“, betonten Wacker-Werksleiter Dr. Kleine und seine Kollegen aus dem ChemDelta Bavaria.mko