Ausbau der Weltmarktführung durch Übernahme in Brasilien

  • Mehrheitserwerb von zwei Dritteln an Tecnosulfur, dem brasilianischen Marktführer in der Roheisenentschwefelung
  • Tecnosulfur Jahresumsatz 2008 ca. BRL 95 Mio. (ca. EUR 35 Mio.), attraktive EBITDA-Marge
  • Closing für Dezember 2009 oder Januar 2010 geplant
  • Eigenkapitalanteil der Übernahme soll durch Kapitalerhöhung finanziert werden

Unterneukirchen (Deutschland), 29. Oktober 2009. Der im deutschen Auswahlindex SDAX notierte Spezialchemiekonzern SKW Metallurgie gab heute per Ad Hoc-Mitteilung die Unterzeichnung (Signing) des Übernahmevertrags für zwei Drittel des nicht börsennotierten brasilianischen Unternehmens Tecnosulfur S/A mit Hauptsitz in Belo Horizonte bekannt.

Tecnosulfur ist der brasilianische Marktführer auf dem Gebiet der Roheisenentschwefelung. Die Übernahme trägt dazu bei, die globale Marktführerschaft des SKW Metallurgie Konzerns in der Roheisenentschwefelung weiter auszubauen. Der Umsatz von Tecnosulfur belief sich 2008 auf rund BRL 95 Mio. (ca. EUR 35 Mio.). Aufgrund der Markt- und Kostenführerschaft im mit Abstand größten Stahlmarkt Südamerikas weist Tecnosulfur eine überdurchschnittliche Profitabilität aus. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Berechnung des Kaufpreises basiert auf einem für SKW Metallurgie attraktiven EBITDA-Multiple und beinhaltet eine earn-out-Komponente.

Zur Finanzierung der Tecnosulfur-Akquisition und zur Optimierung der Finanzierungsstruktur für laufende, bereits in Umsetzung befindliche Investitionsprojekte in den BRIC-Ländern beabsichtigt SKW Metallurgie, eine Kapitalerhöhung durchzuführen, die bei den bestehenden Aktionären platziert werden soll.

„Die Übernahme von Tecnosulfur ist für SKW Metallurgie nicht nur eine einzigartige Chance, die Weltmarktführung in der Roheisenentschwefelung weiter auszubauen, sondern bringt den SKW Metallurgie Konzern gleichzeitig in seiner Expansion in die wachstumsstarken BRIC-Staaten einen signifikanten Schritt voran. Gleichzeitig können wir eine Kapitalerhöhung auf Grundlage eines konkreten und attraktiven Wachstumsprojekts anbieten, das deutlichen Mehrwert für unsere Eigentümer schaffen wird“, kommentiert die Vorstandsvorsitzende der SKW Stahl-Metallurgie Holding AG, Ines Kolmsee, die Transaktion.

Weltmarktführerschaft in der Roheisenentschwefelung weiter ausgebaut
SKW Metallurgie zählt bereits seit Jahrzehnten zu den weltweit führenden Konzernen in der Roheisenentschwefelung. Mit der Übernahme der US-amerikanischen ESM im Jahre 2007 wurde der Konzern zur globalen Nummer Eins in diesem Segment. Diese Position kann nun mit der Integration von Tecnosulfur nochmals deutlich ausgebaut werden. Ein Gründungsgesellschafter bleibt mit einem Drittel an dem brasilianischen Unternehmen beteiligt und wird weiterhin eine aktive Rolle in der Geschäftsführung einnehmen. Dadurch werden insbesondere eine reibungslose Fortführung der hohen Standards bei Produktion und Kundenservice sowie eine effiziente Integration in den SKW Metallurgie Konzern sichergestellt.

Konsequente Fortsetzung der Expansionsstrategie
Die Wachstumsstrategie von SKW Metallurgie basiert seit mehreren Jahren vor allem auf der Reduzierung der Abhängigkeit des Konzerns von den traditionellen Stahlmärkten in Europa und Nordamerika. Hintergrund dieser Strategie ist insbesondere die Tatsache, dass der Anteil der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) an der Weltstahlproduktion immer höher wird und nach Schätzungen des Branchenverbandes Worldsteel allein von 2008 auf 2009 von 45,9% auf über 56,7% zunehmen soll. In China ist SKW Metallurgie bereits mit zwei Standorten etabliert. Der indische Markt wird über ein Joint-Venture mit zwei Werken für Roheisenentschwefelungsmittel sowie die im Bau befindliche Kalziumsilizium- und Fülldrahtproduktion in dem an Indien direkt angrenzenden, politisch stabilen Königreich Bhutan abgedeckt. Die russischen Stahlhersteller werden ab 2010 ebenfalls aus einem eigenen Werk mit Qualitätsprodukten von SKW Metallurgie beliefert werden. Daher ist der Einstieg in den brasilianischen Markt durch den Mehrheitserwerb an Tecnosulfur der nächste logische Schritt in der Expansionsstrategie von SKW Metallurgie. Die brasilianische Wirtschaft kann für 2010 auf eine deutliche konjunkturelle Erholung hoffen; insbesondere soll der brasilianische Stahlmarkt um rund 9% wachsen. Die erfolgten Vergaben der Fußballweltmeisterschaft 2014 sowie der Olympischen Sommerspiele 2016 nach Brasilien dürften für einen zusätzlichen Schub beim Ausbau der für die Stahlbranche wichtigen Infrastruktur sorgen.

Signifikante Chancen im boomenden brasilianischen Stahlmarkt
Die bereits Mitte 2008 mit einem Konzernunternehmen von ThyssenKrupp geschlossene Absichtserklärung (letter of intent) über eine zehnjährige Belieferung des neuen ThyssenKrupp Stahlwerks mit karbidbasierten Roheisenentschwefelungsmitteln kann optimal über Tecnosulfur abgewickelt werden. Durch den Erwerb erhält SKW Metallurgie zudem einen zusätzlichen Zugang zu weiteren Stahlproduzenten aus der Region sowie zu einer langfristig gesicherten Rohstoffversorgung über einen Zehnjahresvertrag, den Tecnosulfur erst vor kurzem abgeschlossen hat.

Operative Entwicklung erfüllt Prognosen – Guidance 2011 bestätigt
Die gegenüber der sehr schwachen ersten Jahreshälfte 2009 wieder anziehende Stahlproduktion wirkt sich zunehmend positiv auf das operative Geschäft der SKW Metallurgie aus. Dabei wird das SKW Metallurgie Ergebnis noch durch Rohstoffvorräte belastet, deren Lagerwerte deutlich über den derzeitigen Marktpreisen liegen. Der Vorstand geht weiterhin davon aus, für 2009 ein positives operatives EBITDA ausweisen zu können. Für 2010 ist, unter der Voraussetzung einer sich erholenden Weltkonjunktur, wieder mit signifikant anziehenden Umsätzen und deutlich verbesserten Ergebnissen zu rechnen. Für 2011 bestätigt der Vorstand der SKW Metallurgie die Guidance von ca. EUR 360 Mio. Jahresumsatz bei einer operativen EBITDA-Marge von ca. 9%.

Erstkonsolidierung von Tecnosulfur für Dezember 2009 oder Januar 2010 erwartet
Die Erstkonsolidierung von Tecnosulfur erfolgt nach dem Closing der Transaktion voraussichtlich im Dezember 2009 oder im Januar 2010. Dadurch leistet Tecnosulfur noch keinen signifikanten Beitrag zur Gewinn- und Verlustrechnung des SKW Metallurgie Konzerns für das Jahr 2009. In den Konzernzahlen des Jahres 2010 wird die neue Tochtergesellschaft jedoch mit einem nahezu vollständigen Jahresbeitrag enthalten sein.

DISCLAIMER

Diese Pressemitteilung enthält Aussagen über künftige Entwicklungen, die auf gegenwärtig verfügbaren Informationen beruhen und mit Risiken und Unsicherheiten verbunden sind, die dazu führen könnten, dass die tatsächlichen Ergebnisse von diesen zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Zu solchen Risiken und Unsicherheiten zählen beispielsweise unvorhersehbare Änderungen der politischen und ökonomischen Bedingungen, insbesondere im Bereich der Stahl- und Papierproduktion, die Wettbewerbssituation, die Zins- und Währungsentwicklung, technologische Entwicklungen sowie sonstige Risiken und nicht zu erwartende Umstände. Die SKW Stahl-Metallurgie Holding AG und ihre Konzerngesellschaften übernehmen keine Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben.

Über SKW Stahl-Metallurgie Holding AG

SKW Metallurgie ist der Weltmarktführer bei chemischen Zusatzstoffen für die Roheisenentschwefelung sowie bei Fülldrähten für die Sekundärmetallurgie. Die Produkte des Konzerns ermöglichen Stahlproduzenten die effiziente Herstellung hochwertiger Stahlprodukte. Zu den Kunden zählen die weltweit führenden Unternehmen der Stahlbranche. Der SKW Metallurgie Konzern kann auf mehr als 50 Jahre metallurgisches Know-how zurückblicken und ist heute in mehr als 40 Ländern aktiv. Die Gesellschaft ist außerdem ein führender Anbieter von Quab Spezialchemikalien, die vorrangig in der weltweiten Produktion industrieller Stärke für die Papierindustrie eingesetzt werden. Das operative Geschäft der Gesellschaft gliedert sich in die zwei Kernsegmente „Fülldrähte“ sowie „Pulver und Granulate“, ferner in das Segment „Sonstige“. Die Zentrale des SKW Metallurgie Konzerns befindet sich in Deutschland; die Produktionsstandorte liegen in Frankreich, den USA (6), Kanada, Mexiko, Südkorea, der VR China (2) und Indien (2 durch Joint Venture).

Die Aktien der SKW Stahl-Metallurgie Holding AG notieren seit dem 1. Dezember 2006 im Prime Standard der Wertpapierbörse in Frankfurt/M. (Deutschland) unter der ISIN DE000SKWM013 und gehören seit dem 23. Juni 2008 zum Börsenindex SDAX.