Linde investiert 20 Millionen Euro in GENDORF

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Bau einer Anlage für Kohlendioxid-Verflüssigung – Produkt für Lebensmittel- und Getränkeherstellung

Burgkirchen, 29.09.2009 - Linde investiert 20 Mio. Euro in eine neue Kohlendioxid-Verflüssigung am Standort Industriepark Werk GENDORF. Die Anlage wird voraussichtlich eine jährliche Produktionskapazität von ca. 70.000 Tonnen CO2 haben.  InfraServ Gendorf investiert in dafür notwendige Infrastruktureinrichtungen rund 1,5 Mio. Euro.

Das Kohlendioxid aus der neuen Verflüssigungsanlage im Industriepark Werk GENDORF wird insbesondere für Lebensmittel und Getränke verwendet werden. Das Rohgas wird von der Ethylenoxid-Produktionsanlage der Clariant Produkte (Deutschland) GmbH am Standort GENDORF übernommen. Der Produktionsprozess für Ethylenoxid sichert einen kontinuierlichen und qualitativ hochwertigen Rohgasstrom, der für die Verflüssigung des Kohlendioxids eingesetzt wird. Die für den Betrieb der Produktionsanlage nötigen weiteren Betriebsstoffe (Energie, Wasser) werden von der Betreibergesellschaft des Industrieparks, InfraServ Gendorf (ISG), zur Verfügung gestellt.

Baubeginn im November
Das Investitionsvolumen beläuft sich für Linde auf ca. 20 Mio. Euro. Dies schließt auch die notwendigen Distributionsmittel und Tanks für eine sichere Kundenversorgung ein. Baubeginn wird im November 2009 sein. Ihren Betrieb wird die neue Verflüssigungsanlage voraussichtlich im Sommer 2010 aufnehmen.

Linde erhöht damit weiter die selbst gesetzten hohen Standards bei Versorgungssicherheit und Kundennähe: „Unsere Anlageninvestition stellt einen konsequenten Schritt dar, die Versorgungssicherheit mit Kohlendioxid für unsere Kunden auszubauen und ist ein wesentlicher Bestandteil des internationalen Produktionsnetzwerks der Linde AG“, erläutert Olaf Reckenhofer, Geschäftsführer von Linde Gas Deutschland. „Im Hinblick auf die Produktqualität erfüllt die Anlage die hohen Anforderungen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie“.

Lebensmittelgase von Linde
Kohlendioxid, wie das in GENDORF künftig produzierte, kommt in vielen Bereichen der Lebensmittel- und Getränkeherstellung zum Einsatz: etwa zum Kühlen, Inertisieren, Verpacken unter Schutzatmosphäre oder Karbonisieren. Selbstverständlich muss das Gas dabei besondere Anforderungen erfüllen. Unter dem Markennamen BIOGON® hat Linde deshalb ein spezielles Sortiment an Reingasen und Gasgemischen für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie entwickelt.

BIOGON®-Gase gewährleisten reproduzierbar und garantiert eine immer gleichbleibende, hohe Qualität. Dazu zählt zum einen die besondere Reinheit, wie sie die Gesetzgebung für Lebensmittel fordert. BIOGON®-Gase übertreffen diese Mindestanforderungen. Zum anderen entsprechen sie den speziellen Vorgaben zur Rückverfolgbarkeit von Lebensmittelzusatzstoffen, etwa über eine kontinuierliche Erfassung und Dokumentation aller Produktions- und Lieferschritte. Linde ist als Hersteller und Vertreiber entsprechender Gase nach dem international anerkannten Standard ISO 22000 zertifiziert.

ISG investiert in Infrastruktur für neue Anlage
Für die neue Linde-Anlage wird die ISG als Betreibergesellschaft des Industrieparks voraussichtlich rund 1,5 Mio. Euro in die dafür notwendigen Infrastrukturmaßnahmen investieren. Diese beinhalten den Bau einer Abtankspur und eines Parkplatzes für die CO2-Lkws von Linde, Straßenbeleuchtung sowie Ver- und Entsorgungsanbindungen für die Anlage, wie z. B. Kühlwasser, Stromversorgung und Abwasserkanäle.

InfraServ-Geschäftsleiter und Werksleiter Dr. Bernhard Langhammer freut sich über die zweite große Investition von Linde Gas innerhalb von wenigen Jahren, denn bereits im September 2007 wurde eine Anlage zur Stickstoffverflüssigung in Betrieb genommen. Linde investierte damals rund 15 Mio. Euro in GENDORF. Weitere 1,5 Mio. Euro investierte ISG in die Infrastruktur wie Stromversorgung und Rohrleitungen.

Bedeutung für GENDORF
Die partnerschaftliche Kooperation und gute Zusammenarbeit mit ISG bei der bestehenden Anlage habe den Entschluss von Linde Gas für den Bau einer weiteren Anlage befördert, ist sich Langhammer sicher. Durch die Übernahme des CO2-Roh-gases von der EO-Anlage der Clariant könne man „maximale Synergien“ nutzen und zudem die unmittelbare Emission von CO2 am Standort reduzieren. Auch bei der Stickstoffverflüssigungsanlage werden bereits Synergien genützt, denn Clariant übernimmt den dabei anfallenden Sauerstoff.

„GENDORF attraktiver Ansiedlungsstandort“
„Die erneute Investition von Linde Gas entspricht unserem Ziel, geeignete Partner und investitionswillige Unternehmen, die zu unserem Industriepark-Verbund passen, anzusiedeln“, unterstreicht Langhammer. Mit seiner zentralen Lage im Bayerischen Chemiedreieck und dem besonders für chemie- und pharmanahe Industrien zugeschnittenen Konzept der Zusammenarbeit zwischen den hier angesiedelten Produktionsunternehmen und Dienstleistungen „beweist  sich der Industriepark Werk GENDORF auch für einen führenden internationalen Technologiekonzern wie Linde Gas wieder als attraktiver Ansiedlungsstandort – das freut uns besonders.“ Im Startschuss zum Bau einer weiteren Anlage von Linde Gas sieht der Werksleiter zudem  „einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg, im Industriepark Werk GENDORF ein Zentrum für Tieftemperatur- und Kältetechnik-Produktionen zu etablieren“.

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Linde-Investitionsvorhaben im Industriepark Werk GENDORF: Hier zu sehen die farblich markierten Standorte für das Anlagengebäude zur Kohlendioxid-Verflüssigung (unteres Rechteck) und für das dazugehörige CO2-Tanklager (oberes Rechteck). Im November beginnen die Bauarbeiten.

Hinweise für die Redaktionen:

The Linde Group ist ein weltweit führendes Gase- und Engineeringunternehmen, das mit annähernd 50.000 Mitarbeitern in etwa 100 Ländern vertreten ist und im Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von 12,7 Mrd. Euro erzielt hat. Die Strategie der Linde Group ist auf ertragsorientiertes und nachhaltiges Wachstum ausgerichtet. Der gezielte Ausbau des internationalen Geschäfts mit zukunftsweisenden Produkten und Dienstleistungen steht dabei im Mittelpunkt. Linde handelt verantwortlich gegenüber Aktionären, Geschäftspartnern, Mitarbeitern, der Gesellschaft und der Umwelt – weltweit, in jedem Geschäftsbereich, jeder Region und an jedem Standort. Linde entwickelt Technologien und Produkte, die Kundennutzen mit einem Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung verbinden.
www.linde-gas.de

InfraServ Gendorf mit Sitz in Burgkirchen/Landkreis Altötting betreibt anspruchsvolle technische Infrastrukturen für Chemie und verwandte Prozessindustrien und ist Betreiber des Industrieparks Werk GENDORF. InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG versorgt Unternehmen mit Energien und Medien sowie Engineering-Leistungen und technischen Dienstleistungen, übernimmt Entsorgungs-leistungen und stellt Ansiedlungsflächen sowie Infrastrukturen zur Verfügung. Von Umwelt-, Schutz- und Sicherheitsleistungen über Angebote aus dem Gesundheitsbereich bis hin zu Kommunikations- und IT-Services reicht das Leistungsspektrum, das durch Logistik-Services sowie Aus- und Weiterbildungsleistungen abgerundet wird.
InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG beschäftigt rund 880 Mitarbeiter. Ca. 315 Auszubildende werden im Auftrag von Standortunternehmen und externen Firmen ausgebildet, davon rund 100 direkt bei InfraServ Gendorf. In der IT-Berufsfachschule BIT werden zudem ca. 50 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Im Jahr 2008 erzielte InfraServ Gendorf einen Umsatz von  280 Millionen Euro.
www.infraserv.gendorf.de

Der Industriepark Werk GENDORF, zentral im „Bayerischen Chemiedreieck“ gelegen, ist Standort für über 20 Unternehmen aus den Bereichen Basis- und Spezialitäten-Chemie, Kunststoffe, Energieversorgung und Dienstleistungen. Das besonders für chemie- und pharmanahe Industrien attraktive Konzept der Zusammenarbeit zwischen den hier angesiedelten Produktionsunternehmen und Dienstleistungen ist aus einem früheren Hoechst-Standort hervorgegangen und 1998 als erster Industriepark in Bayern mit dem Schwerpunkt Chemieproduktion entstanden.
Rund 4.000 Menschen arbeiten täglich im Industriepark. Im Jahr 2008 erzielten die Standortfirmen im Industriepark Werk GENDORF einen Umsatz von insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro. Das Gelände ist 203 Hektar groß; rund 25 Hektar sind noch frei für Ansiedlungen. Die Unternehmen im Industriepark investierten seit 1998 rund 750 Millionen Euro am Standort.
www.gendorf.de