Vier Millionen Euro für sichere Ethylenversorgung

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Neue Ethylenverdichterstation der InfraServ Gendorf in Münchsmünster in Betrieb genommen

Burgkirchen, 21.09.2009 - Nach zehnmonatiger Bau-, Montage- und Inbetriebnahmezeit und einem nachfolgenden sechswöchigen störungsfreien Probebetrieb wurde Ende August in Münchsmünster bei Ingolstadt die neue Ethylenverdichterstation der InfraServ Gendorf erfolgreich in Betrieb genommen. Das Investitionsvolumen betrug vier Millionen Euro.

Die Ethylenverdichterstation ist als einstufiger, zweikurbeliger Labyrinth-Kolben-kompressor mit einer Gesamtkapazität von 30 to/h bei 47 bar Förderdruck ausgeführt und ist in einem neuen Gebäude am Standort Münchsmünster untergebracht. Die neue Verdichterstation übernimmt zukünftig die Regelfördermenge für die Ethylenverbraucher im Industriepark Werk GENDORF aus Münchsmünster. Dies entspricht in etwa einer Jahresmenge von 250.000 to. Die bestehenden beiden Kolbenverdichter werden als Redundanz- bzw. als Spitzenlastmaschinen eingesetzt.

„Mit der Realisierung des Projektes konnten neben der höheren Verfügbarkeit auch Einsparungen im Strom- und Kühlwassereinsatz realisiert werden“, sagt der Betriebs-leiter der Ethylenverdichterstation, Albert Schauer von der Business Unit Ver- und Entsorgung der InfraServ Gendorf (ISG). „Auch die Belange der Anlagen- und Arbeits-sicherheit wurden wesentlich verbessert“, ergänzt Johann Sterflinger, Projektleiter des Engineerings der ISG, welches die komplette Anlage geplant hat. Die Ethylenverdichterstation sei nach dem neuesten Stand der Technik konzipiert und ausgerüstet.

Anlage wird fernbedient
Was den Betrieb des neuen Ethylenverdichters anbelangt, geht der Bereich Fernleitungen des ISG-Business Centers „Technische Gase & Netze“ einen neuen Weg. So wird die Anlage von der Messwarte im Gendorfer Industrieparkgebäude 600 quasi ferngesteuert. „Dies stellte eine besondere Herausforderung für das verantwortliche Projektteam bei der Projektierung der Anlage dar, was bravourös gemeistert wurde“, lobt Albert Schauer. Derzeit werden auch die beiden bereits bestehenden Ethylenverdichter für die Fernbedienbarkeit von GENDORF aus umgerüstet. Parallel sind alle drei Ethylenverdichter in Münchsmünster bei auftretenden Problemen der Datenverbindung auch vor Ort bedienbar.

Ethylen wichtigster Rohstoff für GENDORF
Mit der Inbetriebnahme der neuen Ethylen-Verdichterstation in Münchsmünster „wurde ein weiterer Baustein für die hochverfügbare und wirtschaftliche Versorgung des Industrieparks Werk GENDORF mit Ethylen gesetzt“, betont ISG-Geschäftsleiter und Werksleiter Dr. Bernhard Langhammer. Ethylen ist wichtigster Rohstoff des Industrieparks Werk GENDORF: Die in InfraServ-Besitz befindliche und bereits bestehende Ethylenpipeline zwischen Münchsmünster bei Ingolstadt und dem Standort GENDORF „ist sozusagen unsere Rohstoff-Lebensader – diese wird quasi verlängert und erweitert werden um die neue Ethylenpipeline Süd, die EPS.“, ergänzt Markus Koch, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Industrieparks. Aus dem Ethylen aus Münchsmünster und aus Chlor entsteht bei Vinnolit in GENDORF der Kunststoff PVC, der beispielsweise für die Anwendung im Automobilbau, in der Medizintechnik oder für Bauwerkstoffe eingesetzt wird. Ethylen und Sauerstoff bilden für Clariant in GENDORF die Basis für Ethylenoxid, aus dem Glykole, z. B. für Flugzeugenteisungsmittel und viele weitere Spezialchemikalien entstehen.

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Vier-Millionen-Euro-Invest der InfraServ Gendorf: Das Gebäude der neuen Ethylenverdichterstation in Münchsmünster

Hinweise für die Redaktionen:

InfraServ Gendorf mit Sitz in Burgkirchen/Landkreis Altötting betreibt anspruchsvolle technische Infrastrukturen für Chemie und verwandte Prozessindustrien und ist Betreiber des Industrieparks Werk GENDORF. InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG versorgt Unternehmen mit Energien und Medien sowie Engineering-Leistungen und technischen Dienstleistungen, übernimmt Entsorgungs-leistungen und stellt Ansiedlungsflächen sowie Infrastrukturen zur Verfügung. Von Umwelt-, Schutz- und Sicherheitsleistungen über Angebote aus dem Gesundheitsbereich bis hin zu Kommunikations- und IT-Services reicht das Leistungsspektrum, das durch Logistik-Services sowie Aus- und Weiterbildungsleistungen abgerundet wird.
InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG beschäftigt rund 880 Mitarbeiter. Ca. 315 Auszubildende werden im Auftrag von Standortunternehmen und externen Firmen ausgebildet, davon rund 100 direkt bei InfraServ Gendorf. In der IT-Berufsfachschule BIT werden zudem ca. 50 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Im Jahr 2008 erzielte InfraServ Gendorf einen Umsatz von  280 Millionen Euro.
www.infraserv.gendorf.de

Der Industriepark Werk GENDORF, zentral im „ChemDelta Bavaria“, dem Bayerischen Chemiedreieck, gelegen, ist Standort für über 20 Unternehmen aus den Bereichen Basis- und Spezialitäten-Chemie, Kunststoffe, Energieversorgung und Dienstleistungen. Das besonders für chemie- und pharmanahe Industrien attraktive Konzept der Zusammenarbeit zwischen den hier angesiedelten Produktionsunternehmen und Dienstleistungen ist aus einem früheren Hoechst-Standort hervorgegangen und 1998 als erster Industriepark in Bayern mit dem Schwerpunkt Chemieproduktion entstanden.
Rund 4.000 Beschäftigte arbeiten täglich im Industriepark, etwa 350 junge Menschen werden hier ausgebildet. Im Jahr 2008 erzielten die Standortfirmen im Industriepark Werk GENDORF einen Umsatz von rund  1,5 Milliarden Euro. Das Gelände ist 203 Hektar groß; rund 25 Hektar sind noch frei für Ansiedlungen. Die Summe der Investitionen seit dem Jahr 1998 beträgt rund 750 Millionen Euro.
http://www.gendorf.de