„Unwetter“-Szenario hielt Einsatzkräfte auf Trab

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21. Notfallübung des Industrieparks Werk GENDORF mit über 200 Einsatzkräften aus der Region

Burgkirchen, 17.09.2009 - Was Starkregen und Blitzeinschläge anrichten könnten und wie man damit an einem Chemiestandort umgehen würde, zeigte die 21. Notfallübung im Industriepark Werk GENDORF.

Die angenommene Übungssituation für die rund 200 Einsatzkräfte erinnerte stark an die verregneten Sommermonate Juni und Juli: Ein örtlich begrenztes Unwetter mit Starkregen und Blitzeinschlägen verursacht an insgesamt fünf Stellen im Industriepark Schäden und zahlreiche Verletzte. Die Gendorfer Werkfeuerwehr fordert externe Hilfe an. Innerhalb kürzester Zeit rücken an die 200 Einsatzkräfte mit zahlreichen Fahrzeugen aus dem Landkreis an.

Was die Gendorfer Werkfeuerwehrleute an Szenarien zusammen mit den externen Hilfskräften zu bewältigen haben, beobachten rund 40 Besucher von Behörden, Kommunen, benachbarten Chemiestandorten und den Industriepark-Unternehmen: So muss ausströmendes giftiges Gas aus einem Kesselwagon der Werksbahn mit Wasserschleiern niedergeschlagen werden, weil der Wagon wegen des Starkregens von einem Unimog gerammt und leck geschlagen wurde. Das „Gas“ wird sehr realistisch durch eine rötliche Nebelwolke imitiert und auch die grässlich-gut geschminkten Verletzten-Darsteller der Jugendfeuerwehren geben mit lautem Wehklagen ihr Bestes, um schnell „gerettet“ zu werden. Ein im Entstehen begriffenes Industrie- und Landkreis übergreifendes mobiles Messkonzept wurde bei dem Szenario aktiviert, um Erfahrungen zu sammeln.

Blitz- und Spannungsüberschläge
„Blitzeinschläge“ im alten Mischhaus mit Kabelbränden und ein blitzbedingter Spannungsüberschlag an einem Großtrafo – beide Szenarien mit zahlreichen verletzten Personen angenommen - halten die Feuerwehren und Rettungskräfte auf Trab. Eingeklemmte und verschüttete Personen an Baustellen im Werksgelände sind das Resultat sintflutartiger Regenfälle bei zwei weiteren Übungsszenarios. Im Gebäude des Werkärztlichen Dienstes „stapeln“ sich die kontinuierlich antransportierten Verletztendarsteller und werden von einer Schar von Ärzten und Sanitätskräften versorgt.

Martin Siebert, Leiter der Gendorfer Werkfeuerwehr, bewertet bei der Abschlussbesprechung im Betriebsrestaurant vor den Einsatzkräften und den Besuchern den Ablauf der Übung als positiv, wenn auch einige Abläufe nicht so reibungslos von Statten gingen. Auch auf die vielen Aktivitäten im Hintergrund geht Siebert kurz ein. So wurde mit der Übung wieder das Zusammenspiel der einzelnen Einsatzeinheiten und der Führungsstäbe getestet. Die Erkenntnisse aus der Übung würden analysiert und in den Alarmplänen des Industrieparks Werk GENDORF niedergeschlagen werden, so Siebert.

Werksleiter und InfraServ-Geschäftsleiter Dr. Bernhard Langhammer erklärt, dass in der diesjährigen Übung viele bisher unbekannte Areale des Industrieparks für die Szenarios genützt wurden, so zum Beispiel der 30-kV-Schaltraum-Neubau im nördlichen Erweiterungsgebiet des Werkes. Er dankt allen Einsatzkräften und Mitwirkenden für die Teilnahme und den erfolgreichen Ablauf der 21. Gendorfer Notfallübung.

Die Beteiligten:
Die Werkfeuerwehren des Industrieparks Werk GENDORF und der Wacker Chemie Burghausen.. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Burgkirchen, Burghausen, Altötting, Emmerting, Kastl und erstmals auch aus Waldkraiburg. Das Technische Hilfswerk Ortsverband Altötting, der Einsatzstab des Landratsamtes Altötting, die Kreisbrandinspektion Altötting und die Unterstützungsgruppe „Örtliche Einsatzleitung“. Der Werkärztliche Dienst  des Industrieparks Werk GENDORF und das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Altötting mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. Weiter waren beteiligt: Werkschutz, Genehmigungsmanagement und Messtrupp sowie die Logistikabteilung der InfraServ Gendorf und der Bereitschaftsdienst Werkleitung mit Stabhilfspersonal von den Gendorfer Unternehmen Clariant, InfraServ, Dyneon und Vinnolit. Die Polizeiinspektionen Altötting und Mühldorf, das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim und die Rettungsleitstelle Traunstein. „Verletztendarsteller“ kamen von den Jugendfeuerwehren aus Burghausen, Burgkirchen, Emmerting und Raitenhart.

Bildtexte:

Bild oben:
Roter Nebel aus einem Nebelgerät und Trockeneis imitiert ausströmendes Gas aus einem Kesselwagon: Zuerst werden die „Verletzten“ von Gendorfer Werkfeuerwehrleuten gerettet und erstversorgt, anschließend wird das „Gas“ von Wasserschleiern der Freiwilligen Feuerwehren niedergeschlagen.

Bild mitte:
Die Freiwillige Feuerwehr Burgkirchen in Aktion beim zweiten Szenario, das einen Blitzeinschlag mit Kabelbrand im „alten Mischhaus“ simuliert.
 
Bild unten:
Knifflige Bergungsmaßnahmen einer unter einem Großtrafo eingeklemmten Person.

Hinweise für die Redaktionen:

Der Industriepark Werk GENDORF, zentral im „ChemDelta Bavaria“, dem Bayerischen Chemiedreieck, gelegen, ist Standort für über 20 Unternehmen aus den Bereichen Basis- und Spezialitäten-Chemie, Kunststoffe, Energieversorgung und Dienstleistungen. Das besonders für chemie- und pharmanahe Industrien attraktive Konzept der Zusammenarbeit zwischen den hier angesiedelten Produktionsunternehmen und Dienstleistungen ist aus einem früheren Hoechst-Standort hervorgegangen und 1998 als erster Industriepark in Bayern mit dem Schwerpunkt Chemieproduktion entstanden.
Rund 4.000 Beschäftigte arbeiten täglich im Industriepark, etwa 350 junge Menschen werden hier ausgebildet. Im Jahr 2008 erzielten die Standortfirmen im Industriepark Werk GENDORF einen Umsatz von rund  1,5 Milliarden Euro. Das Gelände ist 203 Hektar groß; rund 25 Hektar sind noch frei für Ansiedlungen. Die Summe der Investitionen seit dem Jahr 1998 beträgt rund 750 Millionen Euro.
http://www.gendorf.de