SKW Metallurgie für zweite Jahreshälfte zuversichtlich

  • Nachfrage zieht an, Umsatz und Ergebnis im zweiten Halbjahr 2009 über erster Jahreshälfte erwartet
  • Umsatz im ersten Halbjahr folgte Schwäche der Stahlindustrie: -49% auf 93,2 Mio. €
  • Operatives EBITDA dank hohen Anteils variabler Kosten bei 1,2 Mio. €
  • Fokus auf Verschuldungsabbau und Cashflow zahlt sich aus
    • Nettofinanzverschuldung auf 32,6 Mio. € reduziert
    • Operativer Cashflow deutlich auf 18,4 Mio. € verbessert

Unterneukirchen (Deutschland), 14. August 2009. Das operative Geschäft des SKW Metallurgie Konzerns war im ersten Halbjahr 2009 geprägt von der globalen Rezession, insbesondere vom Rückgang der Produktionsvolumina bei den Stahlwerken in Nordamerika und Europa. Diese sind für knapp 90% des Konzernumsatzes verantwortlich. Analog zu der um ca. 50% eingebrochenen Stahlproduktion in Europa und Nordamerika gab auch der Halbjahresumsatz der SKW Metallurgie von 183,4 Mio. € auf 93,2 Mio. € nach. Angesichts des hohen Anteils variabler Kosten ist es aber weiter gelungen, ein positives operatives EBITDA von 1,2 Mio. € (Vorjahr: 16,6 Mio. €) zu erzielen. Aufgrund der im Juli 2009 von der EU-Kommission bekannt gegebenen Geldbuße für den SKW Metallurgie Konzern in Höhe einer gesamtschuldnerischen Haftung über maximal 13,3 Mio. € wurden vorsorglich sowohl die Rückstellung für ein mögliches Bußgeld (auf 6,7 Mio. €) als auch die Rückstellung für Rechtsberatungskosten erhöht.

Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise ist es dem Management gelungen, die Nettoverschuldunginnerhalb von zwölf Monaten um 40% auf nunmehr 32,6 Mio. € zurückzufahren und den operativen Cashflow im Halbjahresvergleich von minus 8,5 Mio. € auf plus 18,4 Mio. € zu verbessern. Dies unterstreicht den Erfolg der starken Fokussierung auf diese beiden Kennziffern im Geschäftsjahr 2009.

Nach der konjunkturbedingt sehr schwachen Entwicklung in den ersten sechs Monaten zeichnet sich seit Juni 2009 eine Aufhellung der Nachfragesituation in allen Geschäftsbereichen ab. Entsprechend ist die SKW Metallurgie für die zweite Jahreshälfte zuversichtlich, wieder anziehende Umsatz- und Ergebniszahlen gegenüber dem ersten Halbjahr ausweisen zu können.

„Wir sind froh, das erste Halbjahr 2009 mit seinen bis dato noch nicht gekannten Nachfrageeinbrüchen von Seiten der Stahlkunden relativ gut überstanden zu haben. Trotz deutlicher Umsatzeinbußen konnten wir einen positives Halbjahres-EBITDA erzielen, die Verschuldung signifikant reduzieren und einen sehr erfreulichen Cashflow generieren. Die nun wieder anziehende Nachfrage macht uns für das zweite Halbjahr zuversichtlicher. In 2011 wollen wir wieder unsere gewohnte Profitabilität erreichen", so die Vorstandsvorsitzende der SKW Metallurgie, Ines Kolmsee.

Einmaleffekte durch Rückstellungserhöhung
Die Europäische Kommission hat im Juli 2009 bekannt gegeben, dass die Geldbuße im Zusammenhang mit den kartellrechtlichen Ermittlungen für den SKW Metallurgie Konzern maximal 13,3 Mio. € beträgt. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass diese Summe gesamtschuldnerisch gegen die SKW Metallurgie sowie dessen ehemaligen Eigentümer ARQUES Industries verhängt wurde. Auch der Evonik Konzern haftet für einen Teil zusammen mit dem SKW Metallurgie Konzern gesamtschuldnerisch. Der SKW Metallurgie Konzern hat daher seine Rückstellung dahingehend erhöht, dass 50% des genannten Betrags abgedeckt sind. Zusätzlich wurde im Zusammenhang mit dem Kartellverfahren eine weitere Rückstellung für Rechtsberatung gebildet.

Fokus auf Verschuldungsabbau und Cashflow-Generierung macht sich bezahlt
Im Berichtszeitraum ist es der SKW Metallurgie gelungen, die Bilanzqualität deutlich zu verbessern. So wurde die Nettofinanzverschuldung vom 30. September 2008 bis zum 30. Juni 2009 um 21,9 Mio. € auf 32,6 Mio. € abgebaut. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen stieg die Eigenkapitalquote (inkl. Minderheitenanteil) von 42,6% auf 47,1%. Dank einer massiven Rückführung des Working Capitals wurde der operative Cashflow im Jahresvergleich um 26,9 Mio. € auf 18,4 Mio. € verbessert.

Deutliche Belebung im zweiten Halbjahr 2009 – Bestätigung der Guidance für 2011
Angesichts einer seit Juni 2009 anziehenden Nachfrage insbesondere von Kunden aus der Stahlindustrie ist die SKW Metallurgie für die zweite Jahreshälfte zuversichtlich, bei Umsatz und Ergebnis Verbesserungen gegenüber den ersten sechs Monaten zu erzielen. Ziel bleibt es entsprechend, trotz der weiterhin spürbaren Wirtschafts- und Finanzkrise einen positiven operativen Nachsteuergewinn zu erwirtschaften. Darüber hinaus bleibt das Augenmerk weiterhin auf der Verbesserung der Bilanzqualität und des operativen Cashflows.

Unverändert strebt die SKW Metallurgie an, die Abhängigkeit des operativen Geschäfts von den traditionellen Absatzregionen Europa und Nordamerika möglichst schnell zu reduzieren. In diesem Zusammenhang wird die bereits begonnene internationale Expansion in die BRICStaaten konsequent fortgesetzt. Zudem ist der Konzern bestrebt, zusätzliche Einnahmeströme entlang der Wertschöpfungskette der beiden Hauptgeschäftsfelder zu generieren. Hierunter fallen zum Beispiel die Etablierung von Fülldrähten in Bereichen außerhalb der Stahlindustrie, wo sich SKW Metallurgie nennenswerte Potenziale für die Zukunft verspricht. Unter der Prämisse einer weiteren konjunkturellen Normalisierung wird die bisherige mittelfristige Guidance bestätigt, spätestens im Jahre 2011 wieder zur früheren Profitabilität zurückzukehren. Konkret bleibt es das Ziel, in 2011 einen Umsatz von 360 Mio. € und eine operative EBITDA-Marge von 9% zu erzielen.

Den detaillierten Bericht der SKW Stahl-Metallurgie Holding AG über das erste Halbjahr 2009 und weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie auf der Internetseite: www.skw-steel.com.

DISCLAIMER

Diese Pressemitteilung enthält Aussagen über künftige Entwicklungen, die auf gegenwärtig verfügbaren Informationen beruhen und mit Risiken und Unsicherheiten verbunden sind, die dazu führen könnten, dass die tatsächlichen Ergebnisse von diesen zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Zu solchen Risiken und Unsicherheiten zählen beispielsweise unvorhersehbare Änderungen der politischen und ökonomischen Bedingungen, insbesondere im Bereich der Stahl- und Papierproduktion, die Wettbewerbssituation, die Zins- und Währungsentwicklung, technologische Entwicklungen sowie sonstige Risiken und nicht zu erwartende Umstände. Die SKW Stahl-Metallurgie Holding AG und ihre Konzerngesellschaften übernehmen keine Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben.

Über SKW Stahl-Metallurgie Holding AG

SKW Metallurgie ist der Weltmarktführer bei chemischen Zusatzstoffen für die Roheisenentschwefelung sowie bei Fülldrähten für die Sekundärmetallurgie. Die Produkte des Konzerns ermöglichen Stahlproduzenten die effiziente Herstellung hochwertiger Stahlprodukte. Zu den Kunden zählen die weltweit führenden Unternehmen der Stahlbranche. Der SKW Metallurgie Konzern kann auf mehr als 50 Jahre metallurgisches Know-how zurückblicken und ist heute in mehr als 40 Ländern aktiv. Die Gesellschaft ist außerdem ein führender Anbieter von Quab Spezialchemikalien, die vorrangig in der weltweiten Produktion industrieller Stärke für die Papierindustrie eingesetzt werden. Das operative Geschäft der Gesellschaft gliedert sich in die zwei Kernsegmente „Fülldrähte“ sowie „Pulver und Granulate“, ferner in das Segment „Sonstige“. Die Zentrale des SKW Metallurgie Konzerns befindet sich in Deutschland; die Produktionsstandorte liegen in Frankreich, den USA (6), Kanada, Mexiko, Südkorea, der VR China (2) und Indien (2 durch Joint Venture).

Die Aktien der SKW Stahl-Metallurgie Holding AG notieren seit dem 1. Dezember 2006 im Prime Standard der Wertpapierbörse in Frankfurt/M. (Deutschland) unter der ISIN DE000SKWM013 und gehören seit dem 23. Juni 2008 zum Börsenindex SDAX.