Nobelpreisträger im Dialog mit OMV Ingenieuren

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  • Metathese-Erfinder und Nobelpreisträger Prof. Richard Schrock besucht erneut Metathese-Anlage der OMV Deutschland
  • Metathese-Anlage in Burghausen ist die erste ihrer Art in Europa und ist Vorbild für Projekt in Abu Dhabi
  • Der Nobelpreisträger tauscht mit den OMV Ingenieuren wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungswerte der Praxis aus

Burghausen, 13. Juli 2009 – Die Entwicklung des Metatheseverfahrens ist für die petrochemische Industrie ein wichtiger Schritt zur Gewinnung von hochreinem Propylen, welches in der Kunststoffindustrie weiterverarbeitet wird. Prof. Richard Schrock entdeckte für die Metathese das chemische Katalysatorenverfahren, wofür er im Jahr 2005 den Nobelpreis für Chemie erhielt. Zur OMV Raffinerie Burghausen hat der amerikanische Professor einen ganz besonderen Bezug, denn 2007 besichtigte er bereits die damals dort noch im Bau befindende Metathese-Anlage. Seinen jetzigen Deutschlandaufenthalt nutzte er, um die OMV Methatese-Anlage auch in Vollbetrieb zu begutachten und um die neu gewonnenen Erfahrungswerte der OMV Ingenieure aus der großindustriellen Anwendung auszutauschen. Die Metathese-Anlage der OMV Raffinerie Burghausen ist derzeit die einzige ihrer Art in Europa und Vorbild für Partner in Abu Dhabi. Dort entsteht die bislang größte Metathese-Anlage der Welt.

Die Metathese ist eine der wichtigsten und modernsten Errungenschaften der Chemie und von enormer Bedeutung bei der Herstellung von Propylen für die Kunststoffindustrie. Bei dem Verfahren wird Buten (C4) gemeinsam mit dem zweiten Ausgangsstoff Ethylen (C2) in einem katalytischen Prozess zu Propylen (C3) umgewandelt. Dabei benötigt das Verfahren im Vergleich zu vorherigen Verfahren nur rund die Hälfte des bisherigen Energiebedarfs. Es entsteht dabei hochreines Propylen mit 100 fach geringerer Verunreinigung gegenüber konventionell hergestelltem Propylen.

Mit der Entdeckung des Katalysatorensystems der Metathese gehört der Amerikaner Prof. Richard Schrock zu den geistigen Vätern dieses Verfahrens. Zusammen mit zwei Kollegen wurde er 2005 dafür mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Noch heute forscht der Chemiker mit der Entwicklung neuartiger Katalysatoren intensiv an der Optimierung des Metatheseverfahrens. So eröffnen seine wissenschaftlichen Ansätze völlig neue Möglichkeiten im Molekulardesign von Kohlenstoffverbindungen, die beispielsweise im pharmazeutischen Bereich wichtige Funktionen erfüllen können.

Die OMV Deutschland gehört mit ihrer Metathese-Anlage zu den Pionieren in der petrochemischen Industrie, denn sie setzte das moderne Metathese-Verfahren als eine der ersten Raffinerien weltweit um. Die Raffinerie Burghausen betreibt Europas derzeit einzige Metathese-Anlage. Sie ist auch Vorbild für ein aktuelles Projekt in Abu Dhabi, wo eine Metathese-Anlage mit der dreifachen Kapazität von Burghausen entstehen soll.

Prof. Schrock besichtigte die Metathese-Anlage in Burghausen bereits im Jahr 2007, als sich die Anlage noch im Bau befand. Bei seinem jetzigen Besuch konnte er sich von der Anlage im Vollbetrieb einen Eindruck verschaffen: „Es beeindruckt mich, den Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Praxis zu sehen. Es ist faszinierend, wie die Ingenieure der OMV theoretische Erkenntnisse in der großindustriellen Propylengewinnung hoch effizient umsetzen und anwenden.“ Aus diesem Grund hält der Wissenschaftler auch den Schulterschluss mit den Ingenieuren für sehr wichtig: „Oft sind die Erfahrungswerte aus der Industrie von elementarer Bedeutung, um Forschungsprojekte aus dem Labor hin zur großindustriellen Anwendung weiterentwickeln zu können.“

Bildtext:

Nobelpreisträger Prof. Richard Schrock ist nach Besichtigung "seiner" Metathese-Anlage in der OMV Raffinerie Burghausen voller Stolz: Sein Forschungsprojekt wurde auch in Burghausen realisiert. Von links: Dr. Gerhard Roiss, Generaldirektor-Stellvertreter, OMV Aktiengesellschaft, Prof. Richard Schrock, Dr. Alois Virag, Vice President Center of Excellence Fuels, Innovation and Quality, Wien, Dr. Dieter Tuppinger, Geschäftsführer OMV Deutschland GmbH

Hintergrundinformationen:

OMV Deutschland GmbH
Die OMV ist das einzige integrierte Öl- und Erdgasunternehmen in Bayern, dessen Aktivitäten von der Öl- und Erdgassuche in Südbayern über das Raffinerie- bis zum Tankstellen- und Kundengeschäft reichen. Die OMV Deutschland verfügt derzeit über 400 Tankstellen, davon allein in Bayern 260, das entspricht einem Marktanteil von rund 10%. Weitere Stationen befinden sich in Sachsen, Thüringen, Baden-Württemberg und Hessen. Neben Tankstellen erwarb die OMV 2003 45% der Bayernoil Raffinerie GmbH und stockte ihre Anteile an der Trans Alpine Pipeline auf 25% auf. Mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von 8,2 Mio Tonnen verfügt die OMV über 43% der Raffineriekapazität Bayerns und ist damit der wichtigste Anbieter von Mineralölprodukten.

OMV Aktiengesellschaft
Mit einem Konzernumsatz von EUR 25,54 Mrd und einem Mitarbeiterstand von 41.282 im Jahr 2008 ist die OMV Aktiengesellschaft eines der größten börsennotierten Industrieunternehmen Österreichs. Als führender Energiekonzern im europäischen Wachstumsgürtel ist der OMV Konzern im Bereich Raffinerien & Marketing (R&M) in 13 Ländern tätig. Im Bereich Exploration & Produktion (E&P) ist die OMV in 17 Ländern auf vier Kontinenten aktiv. Der Bereich Gas & Power (G&P) verkauft jährlich rund 13 Mrd m³ Gas. In Baumgarten, eine der bedeutendsten Erdgasdrehscheiben Europas, werden rund 66 Mrd m3 Erdgas pro Jahr weiterverteilt. Der Central European Gas Hub der OMV zählt zu den drei größten Hubs Kontinentaleuropas.
Die OMV ist der führende Energiekonzern im europäischen Wachstumsgürtel mit Öl- und Gasreserven von rund 1,2 Mrd boe, einer Tagesproduktion von rund 308.000 boe und einer jährlichen Raffineriekapazität von rund 26 Mio t. OMV verfügt nunmehr über 2.477 Tankstellen in 13 Ländern. Der Marktanteil des Konzerns im Bereich R&M im Donauraum beträgt damit rund 20%.
Durch den Erwerb von 41,58% an der Petrol Ofisi, Türkeis führendem Unternehmen im Tankstellen- und Kundengeschäft, baute die OMV ihre führende Position im europäischen Wachstumsgürtel weiter aus.
Mit dem OMV Future Energy Fund wurde im Juni 2006 eine eigene Gesellschaft gegründet, die Projekte zu Erneuerbaren Energien mit mehr als EUR 100 Mio finanziell unterstützen wird. Damit will die OMV den Übergang von einem reinen Erdöl- und Erdgaskonzern zu einem Energiekonzern einleiten, der Erneuerbare Energien in seinem Portfolio hat.

OMV Corporate Social Responsibility (CSR)
Die OMV ist Mitglied des UN Global Compact und hat sich mit ihrem Code of Conduct zu klaren Werten verpflichtet und übernimmt Verantwortung für Mensch und Umwelt vor allem in sozial und wirtschaftlich sensiblen Regionen. Das Unternehmen setzt laufend Schritte, um die wirtschaftliche, ökologische und soziale Dimension in ihrem geschäftlichen Handeln zu berücksichtigen. Die OMV berichtet regelmäßig über ihre entsprechenden Aktivitäten in einem Nachhaltigkeitsbericht, der gemeinsam mit dem Geschäftsbericht erscheint und orientiert sich dabei an den international gültigen Berichtsstandards der GRI - Global Reporting Initiative.