ChemDelta Bavaria im Bayerischen Landtag

Portrait einer Wirtschaftsregion mit 25 Chemieunternehmen im Südosten Bayerns – Ausstellungseröffnung mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm

München, 30.06.2009 – Unter dem Titel „Bayerisches Chemiedreieck: Dynamik und Perspektive – gemeinsam die Zukunft der Region sichern“ präsentieren sich erstmals die Unternehmen der Initiative ChemDelta Bavaria in einer gemeinsamen Ausstellung im Bayerischen Landtag, die heute von Landtagspräsidentin Barbara Stamm eröffnet wird. Bis 17. Juli 2009 wird eine der wirtschaftlich stärksten Regionen Bayerns und ein Schwerpunkt der chemischen Industrie im Süden Deutschlands porträtiert.

„Dynamik und Perspektive“ ist der Titel dieser Ausstellung. „Von Dynamik sprechen wir deshalb, weil die Chemie eine Region, die weitgehend von der Landwirtschaft geprägt war, in wenigen Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten Industriestandorte in Süddeutschland gemacht hat. Sie hat ihr eine Perspektive – und wir denken: eine sehr gute Perspektive – im Zeitalter der Globalisierung gegeben“, so Dr. Rudolf Staudigl, Vorsitzender der Bayerischen Chemieverbände und Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG bei der Ausstellungseröffnung. Erstmals stellt sich die Initiative ChemDelta Bavaria mit ihren insgesamt 18 Mitgliedsunternehmen der chemischen Industrie im Südosten Bayerns den politischen Entscheidungsträgern des Freistaats Bayern und einem überregionalen Publikum vom 1. Juli bis 17. Juli 2009 im Foyer des Nordflügels des Bayerischen Landtags, dem Maximilianeum in München, vor. Landtagspräsidentin Barbara Stamm bezeichnet „ChemDelta Bavaria“ als einen regionalen Leuchtturm in der Chemielandschaft. „Mit dem „neuen Miteinander“ durch die privatwirtschaftliche Initiative der Unternehmen werde der Standort langfristig gestärkt und gesichert. „Das Bayerische Chemiedreieck hat damit noch mehr als bisher an regionaler, nationaler und internationaler Bedeutung in der Branche erlangt“, ist die Landtagspräsidentin überzeugt. 

Bedeutender Wirtschaftsfaktor zwischen Inn und Salzach
Die Ausstellung porträtiert die Wirtschaftsregion zwischen Inn und Salzach mit ihren nahezu 75.000 Beschäftigten, deren Arbeitsplätze direkt (ca. 25.000 Beschäftigte und rund 1.000 Ausbildungsplätze) oder indirekt (ca. 50.000 Beschäftigte) mit der Chemie verbunden sind. Mit mehr als acht Milliarden Euro Umsatz pro Jahr bildet das Bayerische Chemiedreieck einen Schwerpunkt der chemischen Industrie im Süden Deutschlands und gehört zu den wirtschaftlich stärksten Regionen in Bayern. Das breite Spektrum der in die gesamte Welt exportierten Produkte aus dem Bayerischen Chemiedreieck wird während der Ausstellung mit Exponaten, Schaubildern und Präsentationen veranschaulicht. „Wir wollen das Bayerische Chemiedreieck vorstellen und gleichzeitig den Zusammenhang zwischen öffentlichen Infrastrukturmaßnahmen und wirtschaftlicher Prosperität in unserer Ausstellung verdeutlichen“, erklärt Dr. Werner Goll, Sprecher der Initiative ChemDelta Bavaria.

Investitionsboom mit Hilfe der bayerischen Staatsregierung
Im Jahr 2007 wurde mit Hilfe der Politik der Grundstein für ein wichtiges Infrastrukturprojekt gelegt: Der Bayerische Landtag hat den Bau der Ethylenpipeline Süd (EPS) von Ludwigshafen in das Bayerische Chemiedreieck maßgeblich unterstützt und dafür auch Mittel bereit gestellt. Die EPS wird künftig Südostbayern und der Region den Zugang zum nordwesteuropäischen Ethylenpipelinenetz erschließen. Mit der Entscheidung für diese Infrastruktureinrichtung wurde ein in dieser Größenordnung bisher nie gekannter Investitionsboom im Chemiedreieck ausgelöst, mit dem der Region und ihren rund 25.000 Chemiebeschäftigten neue Zukunftschancen eröffnet wurden. Produktionskapazitäten werden erweitert, neue Anlagen gebaut, Arbeitsplätze geschaffen und die Zukunft der Region nachhaltig gesichert. „Die Ethylen-Pipeline Süd zeigt geradezu lehrbuchhaft, wie öffentliche Hand und private Wirtschaft in einer gemeinsamen Kraftanstrengung die Wettbewerbsfähigkeit, das Wachstum und den Wohlstand einer ganzen Region sicherstellen“, so Staudigl. Hier werde der Zusammenhang zwischen Infrastrukturmaßnahmen des Staates und Investitionen durch die Industrie besonders deutlich sichtbar.

Infrastrukturdefizite im Fokus
„Ein ähnlich zupackendes Handeln des Staates wünschen wir uns auch bei dem schwerwiegendsten Standortnachteil, mit dem das südöstliche Oberbayern nach wie vor konfrontiert ist: der mangelhaften Verkehrsanbindung. Wer Wachstum will, muss auch mit wachsenden Verkehrsmengen planen“, so das Credo von Staudigl. Die Bahnanbindung des Chemiedreiecks über die Strecke München-Mühldorf-Freilassing, einschließlich der Abzweigung Tüßling-Burghausen, müsse endlich vollständig zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden, der Weiterbau der Autobahn A 94 zügig fortgesetzt werden. Die Chemieinitiative macht darüber hinaus im Rahmen der Ausstellung auf die notwendige Sicherung der Energieversorgung und den zum Teil bereits heute fehlenden Nachwuchs bei Fachkräften und Akademikern in den naturwissenschaftlichen Disziplinen aufmerksam – Themen, die alle Standorte des Bayerischen Chemiedreiecks betreffen.

Informationsaustausch
Die ChemDelta Bavaria Ausstellung wird für die Dauer von drei Wochen nicht nur als Informationskulisse für die Parlamentarier und Landtagsbesucher dienen, sondern auch für bilaterale Diskussions- und Informationsgespräche zwischen den Chemiedreiecks-Vertretern und den Landtagspolitikern sowie Verantwortlichen aus Ministerien und Behörden des Freistaats: Über ein Dutzend Gesprächstermine sind mit Vorsitzenden von Ausschüssen und Arbeitskreisen aller Landtagsparteien geplant, weitere Termine mit Vertretern von Ministerien und Behörden. Gesprächspartner von Seiten der Chemiedreiecksfirmen werden führende Unternehmensverantwortliche sowie Werks- und Standortleiter sein.

Öffnungszeiten der Ausstellung
Die Ausstellung kann vom 01. bis 17. Juli 2009, jeweils Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 13 Uhr, im Foyer Nordbau des Maximilianeums besichtigt werden. An Sonn- und Feiertagen ist geschlossen. Eingang Ostpforte. Verkehrsverbindung Linien U4 / U5 Station Max-Weber-Platz oder Tram Linie 19, Haltestelle Maximilianeum. Der Eintritt ist frei.

Hinweise für die Redaktionen

  • ChemDelta Bavaria ist die privatwirtschaftliche Gemeinschaftsinitiative der Unternehmen im bayerischen Chemiedreieck zu Sicherung und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaftsregion im Einklang mit den Menschen und der Umwelt in Südostbayern.