Gendorfer Werkskamin begeht 30. "Geburtstag"

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Im August 1978 in Betrieb genommen - 188 Meter hoch und vielseitig nutzbar

Burgkirchen, 7. August 2008 - Er ist unbestritten eine der beeindruckendsten Erscheinungen im Industriepark Werk GENDORF und in der Region - der sich in 188 Meter Höhe streckende Werkskamin. Vor 30 Jahren, im August 1978, wurde das Bauwerk in Betrieb genommen und zahlreiche Handyanbieter sowie Radio Inn Salzach Welle sagen "Danke", denn sie nutzen den Turm heute für ihre Antennen und Richtfunkstrecken.

Anders als der erste Werkskamin, der aus dem Jahre 1938 stammte, wurde der Neue nicht gemauert, sondern betoniert. Binnen fünf Wochen hatte man ihn mit Hilfe einer Gleitschalung hochgezogen. 40 weitere Wochen verstrichen, bevor der Kamin im August 1978 in Betrieb genommen werden konnte. In dieser Zeit wurde unter anderem die Isolierung, eine Blitzschutzanlage und die Flughindernisbefeuerung - dabei handelt es sich um Warnleuchten für den Luftverkehr - eingebaut.

Der 5830 Tonnen schwere Turm benötigte für den Bau von Schaft, Fundament und Bühnen insgesamt 157 Tonnen Stahl sowie 2042 Kubikmeter Beton. Innerhalb des Kamins fährt bis zu einer Höhe von 63 Metern ein Aufzug, der restliche Weg muss zu Fuß bewältigt werden - allerdings nur in Begleitung eines Werksfeuerwehrmannes, der für die Kaminbesteigung eine spezielle Höhenrettungsausbildung absolviert haben muss. "Das hat sich bewährt", bestätigt Kraftwerksmeister Michael Heidrich vom Unternehmensbereich "Energie" der InfraServ Gendorf, "bis auf eine Platzwunde verliefen alle bisherigen Aufstiege unfallfrei."

Zu den Aufgaben von Heidrich und seinen InfraServ-Kollegen gehören vor allem Reparatur- und Wartungsarbeiten, Lampen sind auszuwechseln, die Keramikröhre und die Steigleitern müssen kontrolliert werden und die Arbeiten der Antennenbetreiber sind zu koordinieren. Die Gendorfer Werksfeuerwehr hält im Kamin ebenfalls regelmäßige Übungen ab. 2002, mit der Inbetriebnahme der Gasturbine, verlor der Werkskamin an Bedeutung für die Energieerzeugung im Industriepark, er ist nur noch in  Ausnahmefällen beim Betrieb eines der Reservedampfkessel zur Rauchgasableitung im Einsatz.

Lokalradio funkt vom Werkskamin
Bereits in den 80er Jahren zeigte sich aber, dass der Kamin noch ganz andere Kapazitäten hat: Radio Inn Salzach Welle trat an die Werksleitung heran und bat darum, ihre Funkantenne auf dem Kamin zu platzieren. Die Nächsten, die die (Höhen-) Vorzüge des Kamins für sich entdeckten, waren die Handyanbieter Vodafone, D2 und E-plus. Mittlerweile schlängeln sich auch zahlreiche Internetleitungen von den IT-Services der InfraServ am Kamin hoch. In regelmäßigen Abständen schicken die Telekommunikationsunternehmen ihre Servicemitarbeiter vorbei, um die Handymasten zu warten, und verlangen Michael Heidrich viel Organisationsgeschick ab. Da es maximal sechs Personen - inklusive Feuerwehrmann - erlaubt ist, den Kamin hochzusteigen, darf Heidrich nicht den Überblick verlieren. "Früher sind wir vielleicht fünfmal im Jahr den Kamin hoch, heute kann es zweimal die Woche passieren", erzählt der Kraftwerksmeister. Und dennoch - es gibt fast keinen, der den langen und anstrengenden Aufstieg bereut: Der traumhafte Blick vom Werkskamin - fast 200 Kilometer weit über die Landkreisgrenzen hinweg - entschädigt die Strapazen.

Graffiti für die Nachwelt
Offenbar euphorisiert von der Höhenluft hat sich der eine oder andere Besucher sogar auf der Isolierung der Keramikröhre im Inneren des Kamins verewigt: "Herbert liebt Anni, 1989" und diverse Peace-Zeichen wurden als Grüße für die Nachwelt hinterlassen. Damit möglichst viele von der einmaligen Aussicht profitieren, haben IT-Services vor rund acht Jahren an der Spitze des Kamins eine Webcam installiert, die unter www.gendorf.de klickbar ist.
Bei einem seiner Kontrollgänge stellte Michael Heidrich übrigens fest, dass InfraServ Gendorf nicht der einzige Turmherr ist, auch ein Wanderfalke lässt sich regelmäßig an einer der wenigen Fensterluken am Werkskamin nieder, um sein Jagdrevier zu beobachten...

Bildtexte:

Bild oben:
Legendär ist mittlerweile die Aufnahme eines nächtlichen Gewitters um den Werkskamin, die dem früheren Werksfotografen Dieter Paesold gelang.

Bild mitte:
Bis zur 63- Meter-Bühne bequem mit dem Aufzug, danach geht auch eine Steigleiter - hier auf dem Bild für Kraftwerksmeister Michael Heidrich - Kräfte zehrend bis in 188 Meter Höhe. Neben der Leiter verläuft die Strom- und Datenkabelversorgung für die Antennenbetreiber.

Bild unten:
Mehrere Handy-Anbieter und Radio Inn-Salzach-Welle benützen den Kamin als überdimensionalen "Funkmast", für Internetserver bieten sich über die Webcam auf www.gendorf.de Live-Bilder vom Voralpenland und Burgkirchen.

Hinweise für die Redaktionen:

InfraServ Gendorf mit Sitz in Burgkirchen/Landkreis Altötting betreibt anspruchsvolle technische Infrastrukturen für Chemie und verwandte Prozessindustrien und ist Betreiber des Industrieparks Werk GENDORF. InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG versorgt Unternehmen mit Energien und Medien sowie Engineering-Leistungen und technischen Services, übernimmt Entsorgungsleistungen und stellt Ansiedlungsflächen sowie Infrastrukturen zur Verfügung. Von Umwelt-, Schutz- und Sicherheitsleistungen über Angebote aus dem Gesundheitsbereich bis hin zu Kommunikations- und IT-Services reicht das Leistungsspektrum, das durch Logistik-Services sowie Aus- und Weiterbildungsleistungen abgerundet wird.
InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG beschäftigt rund 900 Mitarbeiter. Ca. 250 Auszubildende und Fachschüler werden im Auftrag von Standortunternehmen und externen Firmen ausgebildet, davon 87 direkt bei InfraServ Gendorf. In der IT-Berufsfachschule BIT werden ca. 50 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Im Jahr 2007 erzielte InfraServ Gendorf einen Umsatz von rund 243 Millionen Euro.
www.infraserv.gendorf.de

Der Industriepark Werk GENDORF, zentral im „Bayerischen Chemiedreieck“ gelegen, ist Standort für über 20 Unternehmen aus den Bereichen Basis- und Spezialitäten-Chemie, Kunststoffe, Energieversorgung und Dienstleistungen. Das besonders für chemie- und pharmanahe Industrien attraktive Konzept der Zusammenarbeit zwischen den hier angesiedelten Produktionsunternehmen und Dienstleistungen ist aus einem früheren Hoechst-Standort hervorgegangen und 1998 als erster Industriepark in Bayern mit dem Schwerpunkt Chemieproduktion entstanden.
Rund 4.000 Menschen arbeiten täglich im Industriepark. Im Jahr 2007 erzielten die Standortfirmen im Industriepark Werk GENDORF einen Umsatz von insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro. Das Gelände ist 195 Hektar groß; 30 Hektar sind noch frei für Ansiedlungen. Die Unternehmen im Industriepark investierten im Jahr 2007 rund 90 Millionen Euro am Standort.
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