Wackerianer auf neuen Wegen

Burghauser berichten: So war die „Silicon-Valley-Challenge“ in Amerika

Burghausen. „We work“– Wir arbeiten – steht auf den schwarzen Tassen, um jeden Zweifel auszuräumen. Patrick Schreck und Alexander Billner sitzen in einem kleinen Büro mit Glaswänden inmitten von bunten Post-It-Zetteln. Die beiden Burghauser sind im „Silicon Valley“ in San Francisco. Wacker hat sie vor dreieinhalb Wochen auf „Digitalisierungs-Mission“ (der Anzeiger berichtete) geschickt: Sie sollen im innovativen Kreativzentrum Amerikas Input für digitale Optimierung von Unternehmensprozessen bekommen.

„Spannend und arbeitsintensiv“: So lautet das Fazit der beiden Burghauser, die mit 19 anderen Wacker-Mitarbeitern aus der ganzen Welt für die Silicon-Valley-Challenge ausgewählt worden sind. Sie hatten sich unter mehreren hundert Kollegen mit ihren besonders kreativen Bewerbungen durchgesetzt und durften deshalb an der „Silicon-Valley-Challenge“ teilnehmen. „Am Abend fällt man schon mal ziemlich müde ins Bett“, sagt Patrick Schreck. Der 27-Jährige ist Teil des Teams „Blau“: Die Wackerianer wurden in Farben-Teams aufgeteilt, die in den vergangenen Wochen jeweils Konzepte rund um die Digitalisierung des Unternehmens entwickelt haben. Kommende Woche, wenn alle gemeinsam nach München fliegen, werden die Ideen der Teams dann vor dem Vorstand präsentiert – und kommen hoffentlich gut an.

Von der lockeren Arbeitsatmosphäre in Amerika sind die beiden Burghauser begeistert: „Ich habe noch nie erlebt, dass Leute so intensiv arbeiten wollen und voll dabei sind“, sagt Alexander Billner. „Alle wollen hier die berühmte ‚extra Meile‘ gehen.“ In dem Coworking-Space teilen sich die Wacker-Leute ihre Arbeitsräume mit Start-Ups und anderen Firmen. Durch die Nähe wird der Austausch gefördert, man inspiriert sich gegenseitig und hat die geballte digitale Kompetenz vor Ort. „Sharing is caring“ lautet das Motto: „Hier teilt man Informationen sehr offen, das ist wirklich ein Erlebnis“, sagt Billner.

Und auch die Arbeitsweisen sind im Silicon Valley anders als im deutschen Wacker-Konzern: „Die Meetings sind viel kürzer, Themen werden nicht bis ins letzte Detail durchdiskutiert, sondern man beginnt einfach schneller mit einem Teilbereich“, erklärt Patrick Schreck. Die Challenge bedingt natürlich auch anderen Zeitdruck als die normale Arbeitswelt. Doch auch eine Erkenntnis werden er und Alexander Billner aus Amerika mitbringen: „Wir sind bei Wacker in Sachen Digitalisierung schon gut aufgestellt“, kann Billner loben.

Besonders zu schätzen wissen die beiden das Abenteuer Silicon Valley auch auf persönlicher Ebene. „Es verändert das Denken, wenn man mit anderen Kulturen in so engen Kontakt kommt“, sagt Billner. In seinem Team arbeitet der Deutsche mit Koreanern und Amerikanern und lernt so verschiedene Arbeitsweisen kennen.

Für die 19 Wacker-Mitarbeiter ist die Digitalisierungs-Mission ein Abenteuer – aber mit Ziel. Deshalb hat die Gruppe Ausflüge zu verschiedenen erfolgreichen Unternehmen im Silicon Valley unternommen und sich inspirieren lassen. Dann gab es Workshops und nun arbeiten die Wacker-Kollegen an ganz konkreten Plänen: „Bei uns wird es grob gesprochen darum gehen, durch digitale Technik neue Vertriebsmöglichkeiten in aufstrebenden Märkten zu erschließen“, verrät Alexander Billner. Diese Ideen werden die Digitalisierungs-Botschafter nun vor dem Wacker-Vorstand präsentieren – und zeigen, dass die „We work“-Tassen ernst gemeint waren.

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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