Wacker und Siltronic überraschen mit positiven Zahlen

Trotz Konkurrenzdruck und Corona verzeichnen die Firmen Halbjahresgewinne – Siltronic profitiert von Digitalisierungsschub

Burghausen. Mit besseren Zahlen als erwartet können Wacker und Siltronic zum Halbjahr aufwarten. So schaffte es Wacker Chemie im zweiten Quartal überraschend in die Gewinnzone. Auch das Geschäft der früheren Wacker-Tochter Siltronic entwickelte sich positiver als erhofft.

Wie Wacker am Donnerstag mitteilte, stand im zweiten Quartal unter dem Strich ein Gewinn von 4,5 Millionen Euro. Analysten hatten mit Verlusten gerechnet. Tatsächlich fiel das operative Ergebnis (Ebitda) zwar um rund die Hälfte auf 105,4 Millionen Euro, beim Umsatz belief sich das Minus auf 15 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro. Insgesamt aber schnitt das Unternehmen besser ab als erwartet. Offen ist, ob und wie stark das auch auf die Steuereinnahmen der Stadt Burghausen durchschlägt.

Einen konkreten Ausblick für den weiteren Jahresverlauf traut sich Konzernchef Rudolf Staudigl wegen der Corona-Unsicherheiten weiterhin nicht zu. Er erwartet aber, dass der Umsatz und das operative Ergebnis unter dem Niveau des Vorjahres liegen werden. Schwächere Geschäfte mit der Auto- und Textilindustrie sowie die harte Konkurrenz im Geschäft mit Polysilizium setzen der Wacker Chemie seit geraumer Zeit zu.

Rückgänge im Jahresvergleich verzeichnet auch die Siltronic AG. Laut gestriger Mitteilung ging das Ebitda im ersten Halbjahr um 42,5 Millionen auf 184,7 Millionen Euro zurück. Dennoch zeigt sich Vorstandschef Christoph von Plotho zufrieden. Schließlich habe Siltronic von der Corona-Pandemie – trotz aller damit verbundenen Probleme – auch profitieren können. Der weltweite Digitalisierungsschub infolge von Home-Office und Home-Schooling habe zu einer erhöhten Nachfrage nach Wafern geführt, hinzu kamen „Lagerbestandsaufbauten“ in der gesamten Wertschöpfungskette. Vor diesem Hintergrund verzeichnete Siltronic im zweiten Quartal spürbare Zuwächse im Vergleich zu den ersten drei Monaten. So wurden zwischen April und Ende Juni 323,1 Millionen Euro und damit 7,7 Prozent mehr als zwischen Januar und Ende März umgesetzt. Nach sechs Monaten liegt der Gewinn bei 106,8 Millionen Euro. Aufgrund von Dividenden-Ausschüttungen und Pensionsverpflichtungen sank das Eigenkapital um 63,7 Millionen Euro.

Für das zweite Halbjahr rechnet Christoph von Plotho mit einer schwächeren Entwicklung als in den ersten sechs Monaten. Neuesten Prognosen zufolge wird der Umsatz im einstelligen Prozentbereich sinken, EBIT und der Gewinn je Aktie werden „deutlich unter dem Vorjahreswert liegen“, teil Siltronic weiter mit.

Positiv hatte sich zuletzt bereits die Wacker-Aktie entwickelt (Anzeiger berichtete) – aufgrund einer Explosion in einem chinesischen Konkurrenz-Werk und der damit erwarteten Angebotsverknappung auf dem Polysilizium-Markt. Dem steilen Kursanstieg von vergangener Woche schloss sich zwischenzeitlich ein teilweiser Rückgang an.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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