WACKER steigert Umsatz und EBITDA

Bessere Zahlen im Vergleich zum zweiten Quartal – Aber schlechtere als im Vorjahresvergleich

München/Burghausen. „Die Wacker Chemie AG hat im dritten Quartal dieses Jahres sowohl den Umsatz als auch das EBITDA gegenüber dem Vorquartal deutlich gesteigert“, meldet das Unternehmen. Die entsprechenden Werte des Vorjahres seien aber nicht erreicht worden. Im Berichtsquartal erwirtschaftete der Chemiekonzern Umsatzerlöse in Höhe von 1183,1 Mio Euro. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorquartal (1072,4 Mio Euro ), aber sieben Prozent weniger als vor einem Jahr (1267,9 Mio Euro).

Ausschlaggebend für den Zuwachs gegenüber dem Vorquartal waren laut Unternehmensnachricht in erster Linie höhere Absatzmengen, insbesondere bei Polysilicium, aber auch bei verschiedenen Produkten der Chemiebereiche. Für den Rückgang im Jahresvergleich sieht das Unternehmen vor allem die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie ( COVID-19-Pandemie) verantwortlich. Neben den gegenüber dem Vorjahr in Summe etwas niedrigeren Absatzmengen haben auch geringere Preise sowie der schwächere US-Dollar die Umsatzentwicklung gebremst.

Den Konzernumsatz der ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres beziffert Wacker auf 3453,0 Mio Euro (9M 2019: 3772,1 Mio). Das ist ein Rückgang von 8 Prozent.

Wacker meldet für das 3. Quartal 2020 ein EBITDA von 190,8 Mio Euro. Das sind 30 Prozent weniger als im Vorjahr (272,9 Mio Euro). Gegenüber dem Vorquartal (105,4 Mio. Euro ist das EBITDA aber um 81 Prozent gestiegen. Als maßgeblich für den Rückgang im Jahresvergleich wird ein im dritten Quartal 2019 angefallener Sonderertrag gesehen. Wacker hat im September vergangenen Jahres in den Herstellungskosten Versicherungsleistungen in Höhe von 112,5 Mio Euro aus dem Schadensfall verbucht, der sich 2017 am Standort Charleston in den USA ereignet hatte.

Bereinigt um diesen Betrag ist das EBITDA gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent gewachsen. Einsparungen aus dem laufenden Effizienzprogramm des Konzerns, geringere Rohstoffkosten und niedrigere Herstellungskosten haben die Ergebnisentwicklung im operativen Geschäft positiv beeinflusst.

Für die drei Monate Juli bis September 2020 ergibt sich im Wacker-Konzern eine EBITDA-Marge von 16,1 Prozent. Im Vorjahr hatte sie einschließlich der Versicherungsleistungen 21,5 Prozent betragen. Im Vorquartal lag die EBITDA-Marge bei 9,8 Prozent.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres summiert sich das Konzern-EBITDA auf 470,3 Mio Eur (9M 2019: 625,6 Mio Euro). Das sind 25 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist auf Grund des oben genannten Sonderertrags im Vorjahr im Jahresvergleich zurückgegangen. Es summiert sich von Juli bis September 2020 auf 90,6 Mio. Euro (Q3 2019: 137,1 Mio Euro). Das sind 34 Prozent weniger als vor einem Jahr und entspricht einer EBIT-Marge von 7,7 Prozent (Q3 2019: 10,8 Prozent). Gegenüber dem zweiten Quartal 2020 (1,8 Mio Euro) ist das EBIT dagegen um 88,8 Mio Euro gewachsen.

Auf Grund der Risiken aus der Corona-Pandemie hat Wacker bereits im Bericht zum ersten Quartal 2020 davon Abstand genommen, eine Prognose für das Geschäftsjahr 2020 abzugeben. Eine verlässliche Einschätzung der weiteren Entwicklung ist auf Grund möglicher Auswirkungen einer zweiten COVID-19-Welle nach wie vor nicht möglich. Das Unternehmen erwartet aber, dass in Folge der Pandemie der Umsatz, das EBITDA und die EBITDA-Marge für das Geschäftsjahr 2020 unter dem Niveau des Vorjahres liegen werden. Beim Netto-Cashflow geht Wacker von einem deutlich über dem Vorjahr liegenden Wert aus.

„Angesichts der wegen der weltweiten COVID-19-Pandemie weiterhin sehr schwierigen Rahmenbedingungen hat Wacker im abgelaufenen Quartal gute Ergebnisse erzielt“, sagt Konzernchef Prof. Dr. Rudolf Staudigl: „Besonders in unserem Polysiliciumgeschäft, aber auch bei Silicon- und Polymerprodukten sind die Absatzmengen im Vergleich zum zweiten Quartal stark gewachsen. Das zeigt sich sowohl im Konzernumsatz als auch im EBITDA. Dank der wieder gewachsenen Nachfrage konnten wir die zwischenzeitlich eingeführte Kurzarbeit in den meisten Einheiten beenden und unsere Anlagen produzieren wieder mit hoher Auslastung. Betrachtet man allerdings den gesamten Neun-Monats-Zeitraum, dann wird deutlich, dass wir den starken Einbruch des Geschäfts im 2. Quartal noch nicht vollständig aufgeholt haben. Unsere Geschäftsentwicklung in den nächsten Monaten wird wesentlich davon abhängen, ob es mit Blick auf die weltweit steigenden COVID-19-Infektionszahlen erneut zu scharfen Restriktionen kommt.“

Nach Staudigls Worten belasten die Auswirkungen der Corona-Krise und das anhaltende Niedrigzinsumfeld auch die Bilanz von Wacker. So seien auf Grund der sinkenden Diskontierungssätze die Pensionsrückstellungen seit Jahresbeginn um 370 Mio Euro auf jetzt 2,65 Mrd Euro gewachsen. Das entspricht 39 Prozent der Bilanzsumme.

Zum laufenden Effizienzprogramm des Konzerns sagt Staudigl: „Wir sind mit der Umsetzung von ‚Zukunft gestalten‘ jetzt einen weiteren wichtigen Schritt vorangekommen. Mitte Oktober haben wir uns mit den Arbeitnehmervertretungen auf ein Rahmenkonzept zum geplanten Stellenabbau geeinigt. In den nächsten Wochen werden wir mit den Arbeitnehmervertretern die detaillierte Ausgestaltung der Personalmaßnahmen erarbeiten.“ (Die Heimatzeitung berichtete.)

Wacker erwartet nach derzeitigem Stand im Zusammenhang mit diesen Instrumenten Einmalaufwendungen, die in Summe voraussichtlich im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen werden. In diesem Zusammenhang soll im Abschluss des Geschäftsjahres 2020 eine entsprechende Rückstellung gebucht werden. Betriebsbedingte Kündigungen im Rahmen dieses Projekts sind in Deutschland nach der jetzt getroffenen Vereinbarung ausgeschlossen.

Ziel des Effizienzprogramms ist es, durch Reduzierungen bei den Sachkosten und beim Umfang intern erbrachter Leistungen sowie mit einer schlankeren Organisation ab Ende 2022 jährlich rund 250 Mio Euro einzusparen. Der Gesamtbetrag kommt dabei jeweils etwa zur Hälfte aus Sachkosten und Personalkosten. Aus den Einsparungen bei den Sachkosten erwartet Wacker bereits in diesem Jahr mehr als 50 Mio Euro. Im kommenden Jahr sollen es voraussichtlich mehr als 100 Mio Euro sein. Wesentliche Einsparungen bei den Personalkosten werden dagegen erst ab dem kommenden Jahr erwartet.

Die Zahl der bei Wacker weltweit Beschäftigten ist im Berichtsquartal leicht zurückgegangen. Zum Stichtag 30. September 2020 waren im Konzern 14340 (30. Juni 2020: 14382) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. An den WACKER-Standorten in Deutschland arbeiteten zum Ende des Berichtsquartals 10174 (30. Juni: 10187) Beschäftigte, an den internationalen Standorten waren es 4166 (30. Juni: 4195) Mitarbeiter.

Weitere Details im Internet: www.wacker.com

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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