Vom plötzlichen Herztod dahingerafft

Zum Gedenken an den vor 20 Jahren gestorbenen Werkleiter Dr. Ernst Sommer – Herausragende Persönlichkeit

Burgkirchen. Auf den Monat genau 20 Jahre ist es nun her, dass der ehemalige Leiter des Werkes Gendorf, Dr. Ernst Sommer, für alle völlig überraschend starb. Sport im Allgemeinen und Bergwandern im Besonderen waren seine großen Hobbys. Am 18. August hatte er seinen 60. Geburtstag gefeiert. Am Samstag, 9. September, fiel er dem plötzlichen Herztod bei einer Mountainbike-Tour zum Opfer.

Die Witwe Gisela Sommer erinnert sich: „Am Vormittag brach er mit unserem Sohn Marc und Freunden bei Reit im Winkl bei herrlichem Spätsommerwetter zu einer Mountainbike-Tour auf. Bald nach dem Aufbruch sagte er zu Marc: Guck doch mal, wie schön das Panorama hier ist! Das waren seine letzten Worte. Kurz danach brach er tot zusammen.“ Gisela Sommer hatte an der Tour nicht teilgenommen, aber erfuhr alles von ihrem Sohn.

Der Verstorbene wurde obduziert und das Ergebnis lautete: Sekundentod bzw. plötzlicher Herztod.

Dr. Ernst Sommer hatte einen Ruf als „Seele von Mensch“, weil er jedem grundsätzlich mit Freundlichkeit begegnete, unabhängig von der beruflichen Position seines Gegenübers. Er prägte seit 1994 die Geschicke des Werkes Gendorf. Seinen 60. Geburtstag feierte er im Betriebsrestaurant des Industrieparks. An die 200 Gäste gratulierten dem Geschäftsleiter der InfraServ Gendorf zum Ehrentag. Nach dem plötzlichen und überraschenden Tod des Werkleiters herrschte dann im Landkreis tiefe Bestürzung über den Verlust einer herausragenden Persönlichkeit und eines großen Förderers der Wirtschaftsregion.

Ernst Sommer wurde am 18. August 1940 in Konradsgrün (Sudetenland) geboren. Nach dem Abitur 1960 begann Ernst Sommer ein Maschinenbaustudium an der Technischen Hochschule Darmstadt. 1971 schloss er mit der Promotion ab.

Die Hoechst AG wurde seine berufliche Heimat. Dr. Sommer stand mehreren Abteilungen des Weltkonzerns vor, ehe ihm im Herbst 1994 die Leitung des Werkes Gendorf der Hoechst AG übertragen wurde. Das Werk erlebte danach durch die Umstrukturierung des Hoechst-Konzerns, auch „Zerschlagung“ genannt, eine der schwierigsten Phasen seines Bestehens. Mit Verhandlungskunst gelang es Dr. Sommer, die Verbundstruktur des Werkes Gendorf mit mittlerweile eigenständigen Unternehmen zu erhalten.

Neben diesem Gendorfer Vollzeitjob hatte er noch eine ganze Reihe von Verbands- und Ehrenämtern inne, zum Beispiel als Vorstandsmitglied im Landesverband der Chemischen Industrie Bayerns, Beiratsmitglied im Verein „Ja zur A94“ oder als Vorstandsmitglied der Vereinigung der Arbeitgeberverbände in Bayern.

Gisela Sommer geht es gut. Die 75-Jährige meint mit Hinweis auf ihre 99 Jahre alt gewordene Mutter, sie habe die Gene fürs Altwerden. Seit über 20 Jahren macht Gisela Sommer in jeder Saison, auch heuer, das Deutsche bzw. Bayerische Sportabzeichen. Fit hält sie sich außerdem mit Schwimmen und mit Ski-Gymnastik beim Sportverein Gendorf Burgkirchen (SVGB) sowie mit dem SVGB-Angebot „fit in den Tag“. Viel ist Gisela Sommer mit ihrer Freundin auf dem Fahrrad unterwegs. „Ohne Elektroantrieb“, betont die 75-Jährige.

Große Freude hat Gisela Sommer an den drei Kindern ihrer 43-jährigen Tochter Verena. Sohn Marc wird in den nächsten Tagen 45 Jahre alt.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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