Trinkwasser aus dem Forst ist ab 2020 PFOA-frei

Aktivkohlefilter wird das Trinkwasser der Brunnen von Altötting und Neuötting reinigen – Millioneninvestition von Dyneon

Neuötting. Vor knapp drei Wochen, am 26. Juli, war im Kastler Forst Spatenstich für eine stationäre Aktivkohlefilteranlage zur Reinigung des Trinkwassers aus den beiden Kastler und Burgkirchner Brunnen. Am Mittwochvormittag nun wurde am Emmertinger Weg auf Neuöttinger Grund der Startschuss gegeben für die Errichtung eines ebensolchen PFOA-Filters für zwei Brunnen, die Altötting und Neuötting sowie als weiteren Abnehmer Winhöring mit Trinkwasser versorgen. Die Kosten für die Errichtung und den Betrieb in den nächsten 50 Jahren trägt für beide Anlagen die Firma Dyneon. Laut Geschäftsführer Burkhard Anders handelt es sich um einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Er gab zu, dass der Weg von den ersten Gesprächen mit den Kommunen zur jetzigen Baustelleneröffnung lang gewesen sei. „Genauigkeit und Nachhaltigkeit geht vor Schnelligkeit, hat Altöttings Bürgermeister Hofauer bei unserem ersten Termin zu mir gesagt“, erinnerte sich Anders. Die zu bearbeitende Materie sei komplex. Doch mit der Aktivkohlefiltration könne die langfristige Versorgung mit PFOA-freiem Trinkwasser sichergestellt werden. Wie mit den Kommunen vereinbart, werde der Rückstand der Chemikalie unter der Nachweisgrenze liegen.

Der Dyneon-Geschäftsführer betonte, seinem Unternehmen sei ein gutes Miteinander in der Region wichtig. Man betrachte sich als Teil der Gesellschaft, die hergestellten Produkte seien im segensreichen Einsatz in Bereichen wie der Medizin, der regenerativen Energieerzeugung oder der mobilen Kommunikation. Die Anlage im Kastler Forst soll nach Informationen vom Juli Anfang 2020 in Betrieb gehen, jene für Altötting, Neuötting und Winhöring zu Beginn des zweiten Halbjahrs 2020.

Mit Planung, Bau und Betrieb beider Anlagen wurde die Firma InfraServ beauftragt. Gesamt-Projektleiter ist Florian Bertl. Im Namen des Gendorfer Chemiedienstleisters informierte Geschäftsleiter Dominik Gschwendtner über die technischen Daten der Alt-Neuöttinger Filteranlage. Sie hat die Maße 23 mal 17 mal 12 Meter und verfügt über drei Filterstraßen bestehend aus Arbeitsfiltern und zusätzlichen Sicherheitsfiltern. Das Wasser wird mit Hilfe von ultraviolettem Licht zunächst desinfiziert, um eine Keimbesiedelung der Aktivkohlefilter zu verhindern. Nach der Filtration wird das Wasser nochmals desinfiziert und belüftet, bevor es über in das Versorgungsnetz gepumpt wird. Für die Anlagenkapazität und das Anlagendesign wurden im Regulärbetrieb als Menge bis zu 7800 Kubikmeter Trinkwasser zu Grunde gelegt. Die Anlage ist so dimensioniert, dass künftig möglicherweise auch größere Wassermengen behandelt werden können. Gschwendtner betonte, die gesetzlichen Vorgaben die Qualität des Trinkwassers betreffend seien sehr hoch, beide Filteranlagen würden diese voll erfüllen.

„Trinkwasser ist unser höchstes Gut“, betonten die Bürgermeister der Städte Altötting und Neuötting, Herbert Hofauer und Peter Haugeneder, unisono. Sie zeigten sich erfreut, „dass in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Industrieunternehmen das Ziel erreicht werden konnte, durch den Bau der Aktivkohle-Filteranlage eine nachhaltige Sicherung der Trinkwasserqualität für die Städte Altötting und Neuötting sowie die Gemeinde Winhöring zu gewährleisten“. Wichtig sei auch, dass die Bürger durch den Bau und den Betrieb der Anlage in den nächsten 50 Jahren über die Wassergebühren oder Wasserbeiträge nicht finanziell belastet würden. Durch die Aktivkohle-Filteranlage sei sichergestellt, dass das aus den beiden Brunnen im Öttinger Forst gewonnene Trinkwasser kein PFOA enthalten wird; wertvolle Mineralien dagegen bleiben erhalten. Nach Inbetriebnahme der Anlage sei es möglich, die derzeitigen Fördermengen aus den Altöttinger Tiefbrunnen wieder deutlich zu reduzieren; dieser wird seit 2016 verstärkt angezapft, weil die PFOA-belasteten Brunnen im Forst vom Netz genommen wurden.

Haugeneder und Hofauer betonten das „gute menschliche Miteinander“ bei den Verhandlungen trotz bisweilen auftretender Differenzen. Mit dem Ergebnis könne man mehr als zufrieden sein. Der Dank der Bürgermeister ging auch an ihre Mitarbeiter in den Stadtverwaltungen.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

Originaldarstellung des Artikels