Training ist das A und O im Chemiepark Gendorf

Werkfeuerwehr Gendorf muss eine schnelle Truppe sein – Einsätze auch außerhalb des Chemieparks

Burgkirchen. Der heute ab 11 Uhr deutschlandweit durchgeführte Probealarm im Rahmen des bundesweiten Warntages am zweiten Donnerstag im September lässt viele aufhorchen – im Chemiepark Gendorf gehören solche Probe-Alarmierungen zur Überprüfung des Warnsystems zum Arbeitsalltag.

Dabei bleibt es oft nicht nur bei der Theorie: Immer wieder startet die Werkfeuerwehr Alarmübungen und rückt probehalber aus, um so den Ernstfall zu trainieren. Ziel: Schnelles Eingreifen und nichts dem Zufall überlassen.

„Die Anlagen im Chemiepark verfügen über einen weltweit führenden Sicherheitsstandard, an dem die Unternehmen kontinuierlich weiterarbeiten. Dennoch ist es wichtig, dass unsere Werkfeuerwehr für den schlimmsten Fall gerüstet ist. Und im Einsatz kommt es auf jede Sekunde an“, erklärt Martin Siebert, Leiter der ISG-Werksicherheit im Chemiepark.

Schnelligkeit zählt bei der Werkfeuerwehr: Innerhalb von nur drei Minuten muss die Truppe am Schadensort eintreffen. Das Eingreifen muss dann innerhalb von zwei weiteren Minuten erfolgen. Dieser straffe Zeitplan ist behördlich vorgegeben. Regelmäßige Übungen sind daher unabdingbar: „Unsere Werkfeuerwehr trainiert jeden Tag in den Übungseinrichtungen der Feuerwehr, aber auch direkt im Chemiepark, wo im Ernstfall ein Einsatz stattfinden würde. Geübt wird dabei zum Beispiel Pumpen oder Schläuche in kürzester Zeit aufzubauen“, erklärt Martin Siebert. Daneben finden wöchentlich Alarmübungen in den Betrieben statt. „Die beteiligten Kollegen werden hier nicht im Voraus über die Übungssituation informiert“, so Martin Siebert. „Sie müssen deshalb immer von einem realen Alarm ausgehen.“

Ein Mal pro Jahr wird außerdem zusammen mit mehreren öffentlichen Feuerwehren und Behörden trainiert: Im Rahmen einer Notfall-Großübung stellen rund 200 Einsatz- und Hilfskräfte ein Unfallszenario realistisch nach – hier zeigt sich, ob die Zusammenarbeit auch unter extremen Bedingungen reibungslos funktioniert.

„Coronabedingt muss in diesem Jahr die Großübung ausfallen, aber wir haben als Ersatz bereits eine Fortbildung für die Führungskräfte der regionalen Rettungsorganisationen geplant.“

Die Einsätze der Werkfeuerwehr sind nicht auf den Chemiepark beschränkt: „Wir sind First Responder für Burgkirchen. Das bedeutet: Immer, wenn in der Gemeinde der Notarzt gerufen wird, werden wir automatisch alarmiert“, erläutert Siebert. „Unsere Feuerwehrleute sind qualifiziertes Rettungspersonal und können mit dem Rettungswagen sofort ausrücken. Daher sind wir in der Regel sieben bis zwölf Minuten vor dem Eintreffen des Notarztes vor Ort und können sofort Erste Hilfe leisten.“ Für Siebert eine Form der Nachbarschaftshilfe, die sogar Leben retten kann.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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