Sozialpartner: „Situation ist bitterernst“

Appell von IG BCE und den Bayerischen Chemieverbänden zur Energiepolitik an die Staatsregierung

München. Mit einer gemeinsamen Erklärung wenden sich aktuell die Bayerischen Chemieverbände und ihr Sozialpartner, die Gewerkschaft IG BCE, an Politik und Öffentlichkeit, um auf die Herausforderungen in der Klimapolitik und den möglichen Beitrag der chemisch-pharmazeutischen Industrie hinzuweisen.

„Die Situation ist bitterernst“, appellieren beide Verbände in der gemeinsamen Erklärung: „Die derzeitige Energiepolitik gefährdet den Indu-striestandort Bayern nachhaltig. Man muss nicht weniger als von einer industriellen Zeitenwende sprechen, wenn es in Bayern nicht gelingt, Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähige Strompreise zu gewährleisten.“ Die IG BCE und die Bayerischen Chemieverbände appellieren daher eindringlich an die Bayerische Staatsregierung, „die sichere Energieversorgung zu einem international wettbewerbsfähigen Preis unter 4 Cent für die Kilowattstunde für den Wirtschaftsstandort Bayern zur absoluten Priorität zu machen.“

Nur so könnten verlässliche Investitionsbedingungen und das nötige Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit des Industrie- und Innovationsstandorts Bayern wieder hergestellt werden. Nur so könnten Arbeitsplätze und Wohlstand in Bayern langfristig gesichert werden.

„Seit 1990 hat die Branche ihren Ausstoß von Treibhausgasen um knapp 50 Prozent reduziert“, betonen die beiden Verbände, die in Bayern für rund 90 000 Beschäftigte stehen, „und das bei einer um rund 70 Prozent gesteigerten Produktion.“

Mit ihren Innovationen sieht sich die „Chemie“ als Zukunftsindustrie und als elementarer Teil einer Lösung der globalen Herausforderung – nicht nur für sich, sondern auch für andere Branchen: Ob Photovoltaik, Verbundwerkstoffe wie sie für Windräder gebraucht werden, Stromspeicher oder Dämmmaterial und Werkstoffe für den Fahrzeugleichtbau – ohne die Chemische Industrie sei keine der Lösungen denkbar. Durch die innovativen Produkte der Chemischen Industrie werde zweieinhalb Mal soviel CO² eingespart, wie bei ihrer Herstellung entsteht.

„Wenn wir als über Klimaschutz sprechen, dann muss es Lösungen mit der Chemischen Industrie und nicht gegen sie geben“, betont der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Chemieverbände Dr. Günter von Au.

Dafür brauche die Chemie aber Rahmenbedingungen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland und insbesondere auch in Bayern nicht weiter gefährden. „An erster Stelle steht hier eine sichere und bezahlbare Stromversorgung zu international wettbewerbsfähigen Preisen“, ergänzt er.

„Nur mit einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung können wir unseren Lösungsbeitrag für eine nachhaltige Wirtschaft, für Klima- und Umweltschutz mit den hohen europäischen Standards leisten und uns nicht von Wettbewerbern außerhalb Europas, zum Beispiel China, mit deutlich schlechterer CO²-Bilanz verdrängen lassen“, präzisiert Dr. von Au.

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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