Projekt „geschlossener Wasserkreislauf in der Industrie“ startet

Landtagsabgeordneter Dr. Martin Huber als einer der Initiatoren – Vertragsabschluss mit dem Landesamt für Umwelt und der TU München

Burgkirchen. Ein Plan, der ursprünglich als Schnapsidee abgetan worden war, trägt Früchte. Im Januar 2018 hatte Landrat Erwin Schneider beim traditionellen Dreikönigstreffen vorgeschlagen, eine komplett abwasserfreie Industrieproduktion im Landkreis zu realisieren. Anschließend griff Landtagsabgeordneter Dr. Martin Huber die Idee auf. Statt die zwar weitgehend gereinigten aber doch nicht gänzlich unbelasteten Abwässer wie bisher in die Flüsse zu leiten, sah auch Huber die Chance, auf einen komplett geschlossenen Kreislauf umzustellen und so das Risiko von Umweltverschmutzungen zu vermeiden; auch im Hinblick auf Vorfälle wie das Fischsterben von 2012 oder die PFOA-Einträge in Gendorf. Auch die Altlastenauswirkungen bei Wacker könnten so verringert werden.

Um die Forschungen auf den Weg zu bringen, wandte er sich an die Staatsregierung. Und die legte in der Folge ein Programm namens „geschlossener Wasserkreislauf in der Industrie“ auf. Das war im Sommer 2018 der Fall und das Ministerium stieß erste Schritte an. Nun geht das Programm in die nächste Runde, informierte Huber gestern.

„Der Vertragsabschluss zwischen dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) und der Technischen Universität München (TUM) als Auftragnehmer ist erfolgt“, gibt der Landtagsabgeordnete bekannt. Das Vorhaben sollte ursprünglich auf Arbeitsebene im März dieses Jahres mit einer projektinternen Auftaktbesprechung mit allen Beteiligten eröffnet werden. Ebenfalls war ein thematisch angegliedertes Abwassersymposium der InfraServ Gendorf geplant. Beide Veranstaltungen mussten – bedingt durch die Corona-Pandemie – abgesagt werden. Die Auftaktveranstaltung wird nun im Juli als virtuelles Meeting nachgeholt. „Ich gehe davon aus, dass die TUM im Anschluss daran die Arbeiten konzentriert in Angriff nehmen kann“, erklärt Landtagsabgeordneter Martin Huber. Er betont: „Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen, des Bodens, der Luft und des Wassers ist von großer Bedeutung. Wir wollen Umweltschutz und wirtschaftlichen Erfolg zusammenbringen.“ Dazu leiste das Forschungsprogramm für einen geschlossenen Wasserkreislauf in der
Industrie einen wichtigen Beitrag. Das Forschungsprogramm soll langfristig dafür sorgen, dass bayerische Unternehmen unterstützt werden, einen Ressourcenkreislauf des Rohstoffs Wasser im Produktionsprozess zu verwirklichen.

Bei der Gendorfer Chemiepark-Betriebsfirma InfraServ ist die Idee geschlossener Wasserkreisläufe nicht neu. Geschäftsleiter Dr. Bernhard Langhammer hatte anlässlich der ersten Planungen 2018 gesagt, dass laufend an der Reduzierung des Wasserverbrauchs gearbeitet werde. Auch Kolloquien fänden statt, in denen Pilotprojekte vorgestellt und diskutiert werden. Das Vorhaben des LfU und der TU München sei – auch im Hinblick auf den kompletten Standort Gendorf mit seinen unterschiedlichen Unternehmen ein „extrem anspruchsvolles Ziel“. „Schnelle und einfache Lösungen gibt es hierfür nicht“, so der Gechäftsleiter.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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