Pilotprojekt für Chemiepark Gendorf

Es geht um geschlossene Wasserkreisläufe in der Industrie

Burgkirchen. Erstmals hatte Landrat Erwin Schneider Anfang 2018 die Idee von geschlossenen Wasserkreisläufen in der Industrieproduktion zur öffentlichen Diskussion gestellt. MdL Martin Huber griff das Thema einige Monate später auf. Und jetzt gibt es eine Ansage aus dem Umweltministerium, die für das Bayerische Chemiedreieck Perspektiven eröffnet.

Nach Schneiders Vorstellungen müssten in einem geschlossenen Kreislaufsystem zuerst die tatsächlichen Abwässer vom Restwasser, also dem nur erwärmten, aber nicht belasteten Kühlwasser getrennt werden. Die Wiederverwertung der belasteten Abwässer solle über Verdampfung erfolgen. Der übrig bleibende, mit Schadstoffen angereicherte Feststoffrest könnte über Deponien bzw. Unter-Tage-Lagerstätten entsorgt werden.

MdL Martin Huber hat die Idee einer möglicherweise komplett abwasserfreien Industrieproduktion im Landkreis kurz darauf aufgegriffen. Statt die zwar weitgehend gereinigten, aber doch nicht gänzlich unbelasteten Abwässer wie bisher in die Flüsse zu leiten, favorisiert Huber die Idee, auf einen komplett geschlossenen Kreislauf umzustellen. In dieser Richtung zu forschen und ein entsprechendes Pilotprojekt zu initiieren, hat Huber bei der Staatsregierung angeregt. Optimaler Standort dafür wäre seiner Ansicht nach das Chemiedreieck. Nun hat er Antwort von Umweltminister Thorsten Glauber (FW) bekommen.

In dem Brief heißt es, im Rahmen vorhandener Stellen und Mittel sollten geeignete Maßnahmen und Pilotprojekte gefördert werden, die verstärkt die Nutzung von weitgehend geschlossenen Wasserkreisläufen in der Industrie ermöglichen. Der Fokus solle auf die chemische Großindustrie gelegt werden. In dem Forschungsvorhaben sollten die wesentlichen wissenschaftlich-technischen und wirt-schaftlichen Aspekte für die Realisierung von weitgehend geschlossenen Wasserkreisläufen sowie die dafür verfügbaren technischen Lösungen dargestellt und Entscheidungshilfen erarbeitet werden. Diese sollten zu Handlungsoptionen für einen repräsentativen realen Produktionsstandort führen.

„Mittlerweile wurde ein entsprechender Industriepark ausgewählt. Die dort ansässigen Betreiber besonders gewässerrelevanter Produktionsprozesse und der für die Standortinfrastruktur Verantwortliche haben ihre Mitwirkung am Forschungsvorhaben zugesagt“, heißt es verklausuliert. Laut MdL Huber ist der Industriepark Werk Gendorf gemeint.

Das Landesamt für Umwelt hat als Auftraggeber für das Forschungsvorhaben von mehreren Hochschulinstituten mit einschlägigen Referenzen Angebote eingeworben. Die mittlerweile abgeschlossene Angebotsphase habe die Notwendigkeit einer Nachverhandlung ergeben. Letztlich wird davon ausgegangen, dass bis zum Jahresende 2019 die Auftragsvergabe mit Vertragsabschluss erfolgen und das Vorhaben im Januar 2020 starten kann. Zeitnah ist dann eine Auftaktveranstaltung im Chemiedreieck geplant, in der die Projektkonzeption mit den am Vorhaben zu Beteiligenden erörtert werden soll.


Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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