OMV stärkt Standort Burghausen

OMV baut Petrochemie weiter aus – 64 Mio Euro für neue Isobuten-Anlage

Burghausen/Wien. Die OMV, das internationale, integrierte Öl- und Gasunternehmen mit Sitz in Wien und größter Spezialitäten-Raffinerie in Burghausen an der Salzach, hat die Investitionsentscheidung mit einem Volumen von 64 Millionen Euro zum Bau einer „ISO C4“ Anlage getroffen. Jetzt beginnt die Bauphase. Die Inbetriebnahme ist für September 2020 geplant. Ab diesem Zeitpunkt kann in Burghausen hochreines Isobuten mittels einer neuartigen Technologie hergestellt werden.

Die Idee für das innovative Verfahren der Wärmeintegration entstand in Zusammenarbeit von OMV und BASF und wurde von beiden Unternehmen gemeinsam zum weltweiten Patent angemeldet. Als Lieferant von Katalysatoren und Lizenzgeber petrochemischer Verfahren bietet BASF ein Katalysatorsystem an, das mit seinen Eigenschaften alle prozesstechnischen Anforderungen erfüllt.

Die neue Anlage zur Herstellung von hochreinem Isobuten wird in die bestehende Metathese-Anlage der OMV Raffinerie Burghausen integriert, die für die energieeffiziente Herstellung von Propylen für die Kunststoffindustrie verantwortlich ist. Ein besonderes Augenmerk gilt der herausragenden Energieeffizienz der geplanten ISO C4 Anlage. Durch die von der OMV entwickelte Strategie der Wärmeintegration kann bis zu 80 Prozent der benötigten Wärmeenergie für den neuen Prozess aus Abwärme der vorhandenen Anlagen gedeckt werden. Die Produktionskapazität der ISO C4 Anlage wird rund 60 000 Tonnen im Jahr betragen.

Isobuten gehört zur Gruppe der C4-Kohlenwasserstoffen und wird durch die thermische Aufspaltung von Erdölbestandteilen erzeugt. Das erzeugte Isobuten ist eine Ergänzung zum existierenden OMV Produkt-Portfolio und wird für die Produktion von Klebstoffen, Schmiermitteln und sonstigen Chemikalien wie beispielsweise Anti-Oxidantien oder auch für die Herstellung von Vitamin C verwendet.

„Die neue ISO C4 Anlage ist ein weiteres Element, das die Innovationskraft der OMV unterstreicht. Mit der besonders effizienten und innovativen Technologie setzen wir einmal mehr neue Standards im petrochemischen Bereich, wie bereits schon mit der 2007 in Betrieb gegangenen Metathese-Anlage. Mittel- bis langfristig wird sich die Nachfrage nach fossilen Energieträgern verändern, dies wird sich auch auf das Raffineriegeschäft auswirken. Der strategische Schwerpunkt der OMV im Downstream Geschäft liegt daher auf der Petrochemie. Wir wollen langfristig und nachhaltig wachsen und unsere Wettbewerbsposition weiter stärken“, erklärt Thomas Gangl, OMV Vorstand Refining & Petrochemical Operations.

„Mit dem neuen Großverfahren für eine wichtige Chemikalie unterstützt die BASF Kunden dabei, energieeffizienter zu produzieren. Als weltweiter Markführer für Prozesskatalysatoren verstehen wir uns als Entwicklungspartner für unsere Kunden und freuen uns, die OMV dabei zu unterstützen, noch erfolgreicher zu werden,“ sagt Detlef Ruff, Senior Vice President Process Catalysts bei BASF.
 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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