OMV Deutschland in Burghausen: Mit der Schiene zu mehr Nachhaltigkeit

17. April 2021

Für 15 Millionen Euro erweitert OMV die Gleisharfe – Das soll 10.000 Lkw-Fahrten im Jahr vermeiden

Burghausen. Gerade erst ist die weltweit einzigartige Anlage zur Herstellung hochreinen Isobutens in Betrieb gegangen, jetzt investiert die OMV erneut einen zweistelligen Millionenbetrag am Standort Burghausen. Die Gleisharfe unweit von B20 und Kombiterminal wird erweitert. Sieben zusätzliche Rangiergleise sollen helfen, mehr Güter auf die Schiene zu bekommen. Für die OMV ist es nicht nur eine Frage der Nachhaltigkeit, sondern auch ein Zeichen, dass der österreichische Konzern die Burghauser Raffinerie trotz der zunehmenden Abkehr vom klassischen Mineralölgeschäft auch langfristig am Leben erhalten will.

Seit wenigen Tagen laufen die Arbeiten für den Ausbau der in Nachbarschaft zu Bundesstraße und Radweg liegenden Gleisharfe. Stehen dort bislang elf Gleise für die Kesselwagen der OMV zur Verfügung, so sollen jetzt weitere sieben in einer eigenen Spange hinzukommen. Angeschlossen wird die Erweiterung über das zum Kombiterminal führende Gleis.

Bis Herbst 2022 will das Unternehmen die Maßnahme abschließen. Schon seit geraumer Zeit ist die Erweiterungsfläche gerodet beziehungsweise von nachwachsendem Gehölz befreit. Mittlerweile laufen auch die eigentlichen Bauarbeiten. Besonderes Augenmerk legt die OMV dabei auf den direkt nebenan verlaufenden Radverkehr. Sicherheitsposten und andere Maßnahmen sollen vor Unfällen schützen.

Sinn und Zweck der neuen Gleisharfe ist es, mehr Güter auf die Schiene zu bekommen, gerade auch mit Blick auf Produktionssteigerungen. So sorgen OMV-Angaben zufolge die neue ISO-C4-Anlage und ein Zuwachs an Biokomponenten für die Herstellung von Biodiesel dafür, dass in der Burghauser Raffinerie künftig pro Jahr 250000 Tonnen mehr an Produktionsmengen anfallen als bislang. Sie sollen weitestgehend per Zug abtransportiert werden. Geplant ist in etwa ein zusätzlicher Güterzug pro Tag. Das allein reiche, um damit in Zukunft 10000 Lkw-Fahrten pro Jahr zu vermeiden, heißt es seitens des Unternehmens.

Dort verspricht man sich dank der neuen Gleisharfe auch Erleichterungen beim Güterumschlag und eine Reduzierung von Rangierfahrten im öffentlichen Gemeinschaftsbahnhof. 15 Millionen Euro lässt sich die OMV das kosten. Man gleiche damit „Infrastrukturdefizite im Bayerischen Chemiedreieck aus“, teilt das Unternehmen mit Blick auf die jahrzehntelangen Verkehrsquerelen in der Region mit. Aufgrund des Nachhaltigkeitscharakters wird das Projekt vom Eisenbahnbundesamt gefördert.

Was die weitere Zukunft der Burghauser Raffinerie angeht, so sehen die OMV-Verantwortlichen die neuerliche Investition als weiteren Schritt „zur konsequenten Zukunftsausrichtung auf Petrochemie“ – die Herstellung chemischer Produkte aus dem Grundstoff Erdöl also.

Zuletzt hat der Konzern in diesem Kontext bereits 64 Millionen Euro in eine neuartige Anlage zur Herstellung von hochreinem Isobuten investiert. Die gemeinsam mit BASF entwickelte Anlage soll künftig bis zu 60000 Tonnen Isobuten pro Jahr produzieren. Der Stoff kommt unter anderem bei der Produktion von Klebstoffen und Schmiermitteln zum Einsatz, aber auch bei der Herstellung von Vitamin C.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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