Ökologie zwischen Natur und Nutzen

Künstlerische Arbeiten von Montessori-Fachoberschülern im Chemiepark Gendorf ausgestellt

Burgkirchen/Neuötting. Die Schüler der Neuöttinger Montessori-Fachoberschule mit der Ausrichtung „Gestaltung“ haben sich im ersten Schulhalbjahr ein Arbeitsprojekt zum Thema Nachhaltigkeit gesucht. Zusammen mit dem Verein „naturnahe Alz“ als Partner fanden die Elftklässler ein interessantes und vielschichtiges Thema: „Naturnahe Alz – Ökologie zwischen Natur und Nutzen.“

Die Fachoberschüler sollten sich mit diesem Spannungsfeld kritisch auseinandersetzen und dies künstlerisch herausarbeiten. Dabei waren sie in der Wahl ihrer Materialien nicht festgelegt. Drei Schwerpunkte fanden besondere Beachtung: Fotografische Inszenierungen in der Natur, Malerei sowie Layout & Typografie.

Die entstandenen Werke sind jetzt im Betriebsrestaurant des Chemieparks Gendorf ausgestellt und noch bis zum 19. März zu sehen (Alte-Haupttor-Straße). Bei der Vernissage stellte Werkleiter Dr. Bernhard Langhammer, auch Vorsitzender des Vereins „naturnahe Alz“, fest, der Fluss sei ein artenreiches Biotop für Pflanzen und Tiere. Doch könnten die Menschen die Alz nicht unberührt lassen, denn der Fluss sei seit über einem Jahrhundert wichtige Ressource für die heimische Industrie. „Das frühere Spannungsverhältnis versuchen wir heute mit vielen Maßnahmen zu entspannen“, erklärte Dr. Langhammer. „Abwässer werden grundsätzlich nur gereinigt und sauber in die Alz zurückgeführt, die Wassernutzung wird kontinuierlich reduziert. Heute wird die Alz mit vielen Maßnahmen renaturiert.“

Wie den Ausführungen des Vorsitzenden zu entnehmen war, hat sich im Jahr 2015 der Verein „naturnahe Alz“ mit dem Ziel der Renaturierung gegründet. Dem Verein gehören sieben Unternehmen an, die seit der Gründung mehrere 100 000 Euro für Maßnahmen zur Stärkung des Ökosystems Alz zur Verfügung stellten. In der Auswahl der Maßnahmen wird der Verein von einem Beirat unterstützt, dem Vertreter des bayerischen Umweltministeriums, des Wasserwirtschaftsamtes sowie des Bundes Naturschutz angehören. Beispielsweise wurden Uferverbauungen naturnah umstrukturiert, Altarme angelegt, so genannte Störsteine und Raubäume zum Schutz der Fische eingebaut. Ein 750 Meter langer Uferstreifen konnte laut Langhammer erworben werden. „Ein Kunststück, wenn man die Besitzverhältnisse kennt.“ Hier darf die Alz das Ufer so gestalten, wie sie will.

Die Kunstlehrerinnen Eva Buchtaleck und Nicole Wagner-Enge sowie Montessori-Geschäftsführerin Ursula von Hofacker dankten dem Chemiepark Gendorf und dem Verein „naturnahe Alz“ für die Zusammenarbeit und Unterstützung. Im Einzelnen erläuterten die Kunstlehrerinnen den Werdegang des Projekts, mit dem die Fachoberschüler praktische Erfahrungen sammeln konnten.

Johann Krichenbauer, Bürgermeister von Burgkirchen, gratulierte den Montessori-Schülern zu diesen Arbeiten. Er erinnerte daran, dass Burgkirchen der erste Montessori-Schulstandort war. Die Fachoberschule mit der künstlerischen Ausrichtung „Gestaltung“ hob Krichenbauer als einzigartig in der Region hervor.

Tine Roj, Sprecherin der elften Klasse, betonte, über der Arbeit sei der Umweltschutzgedanke gestanden. „Kunst ist unsere Art des Ausdrucks wissenschaftlicher Erkenntnisse.“

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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