Kein Ende der Kurzarbeit bei Wacker Chemie in Sicht

1.000 Wacker-Mitarbeiter arbeiten nach wie vor eingeschränkt – Stellenabbau bleibt wie geplant

Burghausen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen weiterhin auch die großen Firmen. Bei der Wacker-Chemie in Burghausen sind aktuell noch rund 1000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Wie lange es damit noch weitergeht, hänge davon ab, wie sich die Nachfrage in den einzelnen Bereichen entwickelt, heißt es seitens des Unternehmens auf Anfrage.

Gegenwärtig sind sowohl Produktionsmitarbeiter in einzelnen Einheiten, insbesondere in der Polysiliciumherstellung, als auch Mitarbeiter aus produktionsnahen und Verwaltungseinheiten in Kurzarbeit. Laut Pressesprecher Christof Bachmair betrifft das je nach Bereich zwischen zehn und 50 Prozent der Mitarbeiter.

Abgesehen von der coronabedingt schwierigen Lage der allgemeinen Wirtschaft, hängt über der Wacker Chemie außerdem das Damoklesschwert des bereits zuvor angekündigten Stellenabbaus. Wie Anfang des Jahres bekannt wurde, sollen Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe – vom Konzern „Effizienzprogramm“ genannt – umgesetzt werden. 250 Millionen Euro jährlich müssen eingespart werden, außerdem weltweit mehr als 1000 Stellen bis Ende 2022 in den Verwaltungsbereichen des Konzerns sowie den indirekten und nicht operativen Funktionen der Geschäftsbereiche abgebaut werden. Das wird vor allem die Standorte in Deutschland treffen. Genaueres ist hier aber nach wie vor nicht bekannt: „Derzeit laufen die Gespräche, Beratungen und Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen über die Ausgestaltung der Maßnahmen“, so Bachmair weiter.

Ihm zufolge bleibt der Stellenabbau unberührt von der Coronakrise. Jedoch sind aktuell viele Mitarbeiter anderweitig von der Pandemie betroffen. Sie arbeiten seit Monaten von zu Hause aus, Fremdfirmen dürfen aus Gründen des Infektionsschutzes nicht mehr ins Werk. Die Schutzmaßnahmen werden jetzt zwar etwas gelockert, „aber nur sehr vorsichtig und schrittweise“, wie Bachmair betont. Vorerst dürfe nur maximal ein Drittel der im Home-Office befindlichen Mitarbeiter an den Standort zurückkehren. Workshops und Präsenzmeetings sollen nach wie vor vermieden werden, externe Besucher sind weiterhin nicht erlaubt. Ausnahmen gebe es nur in begründeten Einzelfällen. In den Werkbussen herrsche Mundschutz-Pflicht.

Die Werkkantine ist seit 2. Juni wieder in Betrieb, allerdings mit Beschränkungen wie einer reduzierten Bestuhlung, hygienebetonten Abläufen bei der Essensausgabe und Mundschutz-Pflicht. Externe dürfen „bis auf Weiteres“ noch nicht in die Kantine, heißt es seitens des Konzerns.

42 Mitarbeiter in Burghausen (bei 8000 Beschäftigten) sind in den vergangenen Monaten positiv auf COVID-19 getestet worden. „Die Anzahl der positiv auf COVID-19 getesteten Beschäftigten am Standort Burghausen liegt weiter auf vergleichbarem Niveau des Landkreises Altötting“, so Sprecher Christof Bachmair. Das letzte positive Testergebnis liege 40 Tage zurück.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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