ISO C4 Anlage der OMV in Burghausen: Höchste Qualität und Energieeffizienz

25. März 2021

Erfolgreiche Inbetriebnahme der Anlage zur direkten Erzeugung von hochreinem Isobuten

Burghausen. Mit der Inbetriebnahme der neuen ISO C4 Anlage der OMV am Standort Burghausen erreicht die Kooperation zwischen dem weltweit größten Chemieunternehmen, der BASF, und der OMV, dem internationalen, integrierten Öl-, Gas- und Chemieunternehmen mit Sitz in Wien, einen weiteren Meilenstein. Die Anlage basiert auf einer neuartigen, gemeinschaftlich von den beiden Unternehmen entwickelten Technologie und erzeugt seit Ende 2020 hochreines Isobuten.

„Durch die herausragende Energieeffizienz der Anlage werden jährlich 20000 Tonnen CO²-Emissionen vermieden. Bis zu 80 Prozent der benötigten Wärmeenergie für den neuen Prozess kann durch die Wärmeintegration mit einer bereits vorhandenen Anlage gedeckt werden“, erklärt OMV in einer Unternehmensnachricht.

Das energieeffiziente Verfahren zur Produktion von hochreinem Isobuten, mit einem Reinheitsgrad von bis zu 99,9 Prozent, entstand in Zusammenarbeit von BASF und OMV und wurde von beiden Unternehmen gemeinsam zum Patent angemeldet.

Als weltweiter Lieferant von Katalysatoren und Lizenzgeber petrochemischer Verfahren entwickelte BASF einen Katalysator und ein Reaktorsystem, das alle prozesstechnischen Anforderungen der OMV vollumfänglich erfüllt. Die neue Anlage zur Herstellung von hochreinem Isobuten, die keine chemische Umwandlung von Isobuten erfordert, wurde in die bestehende Metathese-Anlage am OMV Standort Burghausen integriert.

Das erzeugte Isobuten ergänzt das bestehende OMV Produkt-Portfolio und wird für die Produktion von Klebstoffen, Schmiermitteln und sonstigen Chemikalien wie beispielsweise Anti-Oxidantien oder auch für die Herstellung von Vitamin C verwendet. Die Produktionskapazität der Anlage beträgt 60000 Jahrestonnen.

Dem Großprojekt inklusive zusätzlicher Infrastruktur liegt ein Investitionsvolumen von 64 Millionen Euro zugrunde. Vom Deutschen Bundesministerium für Umwelt wurde die ISO C4 Anlage im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms für ihre herausragende Energieeffizienz und CO²-Einsparung mit 2,8 Mio Euro gefördert.

Der Aufbau der Anlage startete im Sommer 2019. „Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie konnte das Projekt mit einem maßgeschneiderten Hygiene- und Sicherheitskonzeptes erfolgreich umgesetzt werden“, meldet die OMV.

„Die neue ISO C4 Anlage verdeutlicht die Innovationskraft der OMV, ist ein weiterer Schritt in der Umsetzung unserer Chemie-Strategie und sichert den Standort Burghausen nachhaltig. Die gemeinsam mit unserem Partner BASF entwickelte Technologie und das weltweit patentierte Verfahren eröffnen uns neue Markt- und Kundensegmente. Das Projektteam hat hervorragende Arbeit geleistet. Die ersten Produktlieferungen sind bereits erfolgt und die Erwartungen aller Beteiligten haben sich voll und ganz erfüllt“, erklärt Wolfram Krenn, OMV Senior Vice President Refining & Petchem Assets Europe.

„Als ein weltweit führender Anbieter von Prozesskatalysatoren verstehen wir uns auch als Entwicklungspartner für unsere Kunden. Wir sind stolz darauf, die OMV dabei zu unterstützen, noch erfolgreicher zu werden. Nachdem wir die Leistungsfähigkeit anhand der neuen ISO C4 Anlage der OMV unter Beweis gestellt haben, steht das neue Verfahren auch Dritten zur Verfügung“, sagt Detlef Ruff, Senior Vice President Process Catalysts bei BASF.

Die OMV fördert und vermarktet Öl und Gas, sowie chemische Lösungskonzepte in verantwortlicher Weise und entwickelt innovative Lösungen für eine Kreislaufwirtschaft. Mit einem Konzernumsatz von rund 17 Milliarden Euro und einem Mitarbeiterstand von rund 25000 (inkl. Borealis) im Jahr 2020 ist die OMV eines der größten börsennotierten Industrieunternehmen Österreichs.

Im Bereich Upstream verfügt die OMV über eine starke Basis in Mittel- und Osteuropa sowie ein ausgeglichenes internationales Portfolio mit Mittleren Osten & Afrika, der Nordsee, Russland und Asien-Pazifik als weitere Kernregionen. 2020 lag die durchschnittliche Tagesproduktion bei 463000 boe/d. (boe/d steht für „barrels of oil equivalent daily“. Es handelt sich dabei um eine internationale Mengenangabe für Gas- und Öleinheiten.)

Im Bereich Downstream betreibt die OMV drei Raffinerien in Europa und hält eine Beteiligung von 15 Prozent an ADNOC Refining und ADNOC Global Trading, mit einer jährlichen Kapazität von 24,9 Mio Tonnen. Das Unternehmen betreibt etwa 2100 Tankstellen in zehn europäischen Ländern. Die OMV verfügt über Gasspeicher in Österreich sowie Deutschland. 2020 hat die OMV rund 164 Terawattstunden Erdgas verkauft.

Im Chemiesektor ist die OMV über ihre Tochtergesellschaft Borealis einer der global führenden Anbieter fortschrittlicher und kreislauforientierter Polyolefinlösungen und europäischer Marktführer in den Bereichen Basischemikalien, Pflanzennährstoffe und mechanisches Recycling von Kunststoffen. Borealis ist in mehr als 120 Ländern aktiv. Im Jahr 2020 erwirtschaftete Borealis Umsatzerlöse von 6,8 Milliarden Euro. In Burghausen ist die OMV mit Europas modernster Spezialitäten-Raffinerie und Borealis mit Anlagen zur Herstellung von Polyethylen und Polypropylen vertreten. Die OMV übernahm die Raffinerie in Burghausen vor Über 30 Jahren von der amerikanischen Gesellschaft Marathon.

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Mehr als 117000 Mitarbeiter arbeiten in der BASF-Gruppe. Das Portfolio erstreckt sich über die sechs Segmente Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care und Agricultural Solutions zusammengefasst. BASF erzielte 2019 weltweit einen Umsatz von 59 Milliarden Euro.

Weitere Informationen zu den Unternehmen unter
www.basf.com
www.borealisgroup.com
www.omv.com

 

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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