Hauptquelle Chemiepark Gendorf: Finanz-Rekord im Rathaus Burgkirchen

Die jüngste Jahresrechnung zeitigt ein bisher noch nie erreichtes Ergebnis

Burgkirchen. Bürgermeister Johann Krichenbauer kann mit einer Rekord-Meldung aufwarten: Die Gemeinde Burgkirchen erzielte im vergangenen Jahr einen wirtschaftlichen Überschuss von 6,86 Millionen Euro. Das hat es in der Geschichte der Industriegemeinde noch nicht gegeben (soweit nachprüfbar).

Wie Krichenbauer auf Anzeiger-Anfrage mitteilte, stellt ein finanzieller Überschuss von 6,86 Millionen Euro definitiv einen Rekord in seiner siebenjährigen Amtszeit als Bürgermeister dar. Dieses Jahresergebnis stammt im Wesentlichen aus der Gewerbesteuer-Einnahme, die 2018 rund 15 Millionen Euro betrug. „Das ist unseren Gewerbetreibenden zu danken“, sagte Krichenbauer.

Die Rekordsumme wird zur Gänze in die Rücklage gesteckt. Im wie immer vorsichtig aufgestellten Haushaltsplan für 2018 war zunächst gar keine Rücklagenzuführung vorgesehen, im Nachtragshaushaltsplan waren es dann 460 000 Euro. Auch der Umfang des Gesamthaushalts 2018 ist mit gut 57 Millionen Euro rekordverdächtig.

Altbürgermeister und Ehrenbürger Josef Rapp ist ein guter Ansprechpartner, wenn es um die Finanzgeschichte der Gemeinde geht, war er doch ab 1970 für 15 Jahre Kämmerer und von 1996 bis 2008 Bürgermeister. „Solch einen Überschuss, solch eine Zuführung in die Rücklage stellt einen allgemeingültigen Rekord dar. Es gab in Burgkirchen immer starke Schwankungen bei der Gewerbesteuer, aber so gut wie 2018 und auch schon in den Jahren davor ging es Burgkirchen noch nie. Auch die Einkommensteuerbeteiligung ist so hoch wie noch nie.“

Dazu ein Blick in die Haushaltsstatistik: Das finanzielle Ergebnis des Jahres 2017 beträgt immerhin 6,5 Millionen Euro. Die Einkommensteuerbeteiligung der Gemeinde hat sich von 2008 (3,7 Millionen Euro) bis 2018 (5,1 Millionen Euro) um 1,4 Millionen Euro erhöht. Die Gewerbesteuer erreichte 2018 trotz der stolzen Summe von rund 15 Millionen Euro keinen Rekord, denn der bisherige Höchstwert stammt aus dem Jahr 2015 und liegt bei 15,62 Millionen Euro. Im wirtschaftlich ebenfalls sehr guten Jahr 2017 betrug die Gewerbesteuer gut zehn Millionen Euro. Davor lag der Rekord bei der Gewerbesteuer im Jahr 2008 mit 14,7 Millionen Euro.

Dazu nochmals Josef Rapp, der als Altbürgermeister aus dem Nähkästchen plaudern darf: „Wenn ein Abschluss so extrem gut ausfällt wie 2018, dann ist er in Wirklichkeit noch besser, weil man Ansätze und Ausgabereste so wählt, dass es nicht zu gut aussieht, um keine Begehrlichkeiten zu wecken.“

Dass dies auch sein Bestreben ist, lässt Krichenbauer durchblicken. Immer, wenn die Rede auf die Gemeindefinanzen kommt, hebt er das Risiko hervor, dem die Industriegemeinde ausgesetzt ist: „Die Gewerbesteuer stellt zwar unsere Haupteinnahmequelle dar, aber wir können uns nicht auf stabile Zahlungen verlassen. Und das Geld gehört uns noch lange nicht.“ Nach den Worten des Bürgermeisters bekommt die Gemeinde immer noch Gewerbesteuerbescheide, die bis ins Jahr 2008 zurückreichen. „Vergangene Woche erhielten wir sogar noch Gewerbesteuerbescheide für das Jahr 2005. Darin werden wir zwar nur zu einer geringfügigen Rückzahlung verpflichtet, aber die muss mit sechs Prozent für jedes Jahr verzinst werden“, sagte der Bürgermeister kopfschüttelnd. Er fasste zusammen: „Also dauert es etwa ein Jahrzehnt, bis wir von einigermaßen gesicherten Einnahmen sprechen können.“

Als Lehre aus der Burgkirchner Finanzkrise von 2009 ist es Krichenbauers Ziel bei der Haushaltsplanung, eine Rücklage anzusammeln, mit der zwei schlechte Jahre zu überstehen sind. Nicht vergessen werden darf, dass eine hohe Gewerbesteuer-Einnahme eine hohe Kreisumlage nach sich zieht. Mit dem nunmehr ermittelten Überschuss beläuft sich die Rücklage bei Berechnung zum 31. Dezember 2018 auf 23,9 Millionen Euro. Der Schuldenstand betrug zum Ende vergangenen Jahres 15,7 Millionen Euro.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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