Grundlage für die Entstehung der chemischen Industrie in Südostbayern

Das Caro-Kraftwerk bei Hirten bringt eine Gesamtleistung von 19 Megawatt

Unterneukirchen. Im Caro-Kraftwerk bei Hirten hat vor 100 Jahren, am 8. März 1920, die Stromerzeugung begonnen.

Das Kraftwerk mit seinen vier Francis-Zwillingsturbinen bringt eine Gesamtleistung von 19 Megawatt. Dabei wird eine Wassermenge von 60 Kubikmeter in der Sekunde in elektrische Energie verwandelt. Schon 50 Prozent der von den Alzkraftwerken erzeugten Energie würden ausreichen, um alle Haushalte im Alztal von Seebruck bis zur Alz-Mündung in den Inn mit Strom versorgen zu können.

Faszinierend, wie die zu einem erheblichen Teil noch heute vorhandene Technik zuverlässig arbeitet, Tag für Tag, jeweils 24 Stunden. Natürlich liegt es an guter Wartung, aber sicher auch an genialer Konstruktion und Wertarbeit.

Übrigens ist das Alzkraftwerk III so etwas wie ein nichtöffentliches Heimatmuseum, denn im Gebäude hängen eingerahmt an Wänden und schlummern in Aktenschränken zahlreiche Fotografien aus der Zeit des Baues und der Inbetriebnahme. Oft jedoch ist die Zuordnung dieser rund 100 Jahre alten Fotos schwierig, weil Vermerke fehlen.

Mit der Nutzung der Wasserkraft ging der wirtschaftliche Aufschwung im Alztal einher. Die Wasserkraft war das Fundament für die Entstehung der chemischen Industrie in Südostbayern.

1908 wurde die Konzession zum Bau der Kraftwerke Trostberg und Tacherting an die Bayerische Stickstoffwerke AG erteilt. Von 1908 bis 1910 errichteten die Bayerischen Stickstoffwerke die Alzstufe I in Trostberg und die Alzstufe II in Tacherting. 1913 erhielten die Stickstoffwerke die Genehmigung zum Ausbau der Stufe Tacherting nach Schroffen. 1916 wurde mit dem Bau der neuen Wasserkraftanlage begonnen.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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