Gleiserweiterung im Chemiepark startet

Gendorfer Unternehmen wollen mehr Güter auf die Schiene bringen – 11 Millionen Euro werden investiert

Burgkirchen. Mehr Güter auf die Schiene: Das ist das Ziel der Gleiserweiterung im Norden des Chemieparks. Das Planfeststellungsverfahren ist abgeschlossen, die Bauphase beginnt. Da die Zeichen im Chemiepark Gendorf weiterhin auf Wachstum stünden, solle mit der Baumaßnahme der Straßenverkehr nachhaltig entlastet werden, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Chemieparks.

Die Entwicklung hier sei weiterhin hoch erfreulich. Eine wachsende Produktionsmenge bedeutet mehr Verkehr. Die InfraServ Gendorf als Betreiber des Chemieparks rechnet allein bis 2020 mit einem zusätzlichen Transportaufkommen von 110 000 Tonnen pro Jahr. Das entspreche täglich rund 22 Lkw mehr auf den Straßen oder – alternativ – acht Kesselwägen, die auf der Schiene transportiert werden könnten. Um das mengenmäßige Wachstum logistisch zu bewältigen, investiert die InfraServ Gendorf 11 Millionen Euro in die Infrastruktur. Der bevorzugte Transportweg sei ganz klar die Schiene: „Gütertransport bedeutet nicht nur weniger Stickoxide, Treibhausgase, Feinstaub und Lärm, auch Gefahrguttransporte können von der Straße auf die Schiene verlagert werden“, sagt Dr. Bernhard Langhammer, Geschäftsleiter der InfraServ Gendorf. Da die bestehenden Gleisanlagen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, werde die Anlage um drei Bereitstellungsgleise erweitert.

Zur Genehmigung war ein Planungsfeststellungsverfahren unter Federführung der Regierung von Oberbayern erforderlich. Weitere Behörden wie das Landratsamt Altötting, das Wasserwirtschaftsamt Traunstein und das Eisenbahn-Bundesamt waren ebenso beteiligt wie die Gemeinden Burgkirchen und Kastl. Die Bayerischen Staatsforsten seien im gesamten Verlauf Partner für die Bereitstellung der benötigten Flächen und Wegerechte gewesen. Die Bürger wurden im Rahmen einer öffentlichen Auslegung informiert und am Verfahren beteiligt. Die so zustande gekommenen zahlreichen Stellungnahmen mussten in der weiteren Planung berücksichtigt werden. Seit einigen Tagen liegt nun der Planfeststellungsbeschluss vor, so dass die Bauarbeiten beauftragt werden können. Zur Umsetzung der Maßnahme ist eine Abstimmung mit der Südostbayernbahn als Betreiber der vorbeiführenden Bahnstrecke Burghausen-Tüßling erforderlich.

Das Bauvorhaben werde sowohl arten- als auch bodenschutzrechtlich über den gesamten Verlauf begleitet, heißt es in der Pressemitteilung. In einem ökologischen Begleitplan sind zahlreiche Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz festgelegt. Ökologische Ausgleichsflächen, die laut Vorgaben direkt an den bestehenden Bannwald angrenzen müssen, sind bereits gefunden und aufgeforstet.

Durch entsprechende Planung der Baumaßnahme werde zudem der Anteil an Bodenaushubmasse erheblich reduziert. Auf der Baufläche werde die bestehende Bodenschicht verdichtet. Sie erfülle damit eine wichtige Schutzfunktion und gewährleistet, dass Regenwasser im Bereich der neuen Gleise über ein spezielles Entwässerungssystem abgeleitet und gezielt versickern könne.

Da die neuen Gleise, wie die bereits bestehende Gleisanlage, durch das Trinkwasserschutzgebiet eines Brunnens der Gemeinde Burgkirchen verlaufen, haben die InfraServ Gendorf gemeinsam mit der Gemeinde für eine Verlagerung des Wasserschutzgebietes plädiert. In der Folge konnte für diesen, ebenso wie für die benachbarten Trinkwasserbrunnen der Gemeinde Kastl ein alternativer Standort gefunden werden. Die Realisierung der neuen Trinkwasserbrunnen laufe zeitgleich mit dem Bau der neuen Gleise, der unmittelbar bevorstehe.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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