Gendorfer Werkorchester nimmt neuen Anlauf

Erste Probe für Mittwoch angesetzt – Seit 11. März nicht mehr zusammen musiziert – Dirigent erwägt Ausweichen nach Österreich

Burgkirchen. Das Symphonische Blasorchester Werk Gendorf e.V. plant einen vorsichtigen Neubeginn seiner Probenarbeit.

„Die letzte Probe fand am 11. März statt. Seither kam das Orchester nicht mehr zusammen“, ließ der musikalische Leiter Klemens Wimbauer auf Anzeiger-Nachfrage wissen. „Es gab keine Probe, keinen Auftritt, auch keine musikalische Begleitung von Beerdigungen.“

Nach einem Vierteljahr Pause ist der Dirigent gespannt, ob alle Musiker wieder mitmachen werden oder ob jemand in der langen Zeit der erzwungenen Abstinenz beschlossen hat, das Instrument an den Nagel zu hängen. Für den musikalischen Leiter ist es nicht ausgeschlossen, dass sich jemand in der Zeit der Einschränkungen neu orientiert hat.

Der Dirigent verheimlicht nicht, dass er mit den Auflagen, unter denen geprobt werden muss, nicht glücklich ist. Deswegen möchte er mit der Probe am morgigen Mittwoch, 17. Juni, erste Erfahrungen sammeln, um darauf Entscheidungen für die weitere Vorgehensweise aufzubauen. Zehn Musiker dürfen nach den geltenden Infektionsschutzbestimmungen zusammen proben, davon ist einer der Dirigent. „Das ist nicht viel, wenn ein Orchester wie unseres 55 Musiker umfasst“, seufzt Wimbauer. „Als Dirigent muss ich eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, aber 80 Prozent meiner Tätigkeit als Dirigent besteht aus Mimik!“

Die morgige Probe soll im üblichen Probenraum, nämlich der großen Bühne im Betriebsrestaurant des Chemieparks Gendorf, stattfinden. Dieses Üben am 17. Juni ist für 16:30 Uhr und die Dauer auf 90 Minuten angesetzt. Die Teilnahme ist freiwillig, eingeladen dazu hat Wimbauer das Klarinettenregister.

Ein Mindestabstand von zwei Metern, bei Blasinstrumenten drei Meter, zwischen allen Teilnehmern ist einzuhalten. „Das Musizieren soll Spaß machen“, betont der Dirigent. Ob die Proben mit Begrenzung der Anzahl, mit Abstand und Maske Spaß machen werden, da ist Wimbauer nicht sicher. Deswegen denkt er über Alternativen nach, zum Beispiel Proben im Freien, wie es die Georgsbläser am Freitagabend in der Klosteranlage Raitenhaslach praktizierten. „Doch Musizieren im Freien hat Auftrittscharakter. Und Musiker geben nicht gerne preis, was sie nicht können“, gibt Wimbauer zu bedenken.

Abklären möchte der musikalische Leiter, ob ein Ausweichen nach Österreich möglich ist. Dort sind die Auflagen nicht mehr so hoch wie in Bayern. Damit sich die Fahrt ins Nachbarland lohnt, muss in diesem Fall nicht nur eine kurze abendliche Probe, sondern ein Workshop, zum Beispiel an einem Samstagnachmittag, angesetzt werden.

Sollten die Proben im Betriebsrestaurant frustrierend sein und sich die Alternativen zerschlagen, wäre es für Wimbauer denkbar, die nächsten Lockerungen abzuwarten, um dann richtig in die Probenarbeit einzusteigen.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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