Früherer Wacker-Werkleiter gestorben

Dr. Paul Hittmair leitete von 1976 bis 1992 den Burghauser Standort

 

Burghausen. Auf den Tag genau 16 Jahre lang hat Dr. Paul Hittmair das Burghauser Wacker-Werk geleitet, sich in dieser Zeit für das Wohlergeben des Standorts, der Stadt, des Landkreises und der ganzen Region eingesetzt. Ausgezeichnet wurde er dafür 1992 von der Stadt Burghausen mit der Ehrennadel in Gold. Jetzt ist Dr. Paul Hittmair im Alter von 91 Jahren nach längerer schwerer Erkrankung gestorben.

"Hart in der Sache, brillant in der Argumentation, souverän im Auftreten und, wenn es sein muss, auch kämpferisch." Dieses Bild wurde von Hittmair im Juli 1992 bei seiner offiziellen Verabschiedung als Werkleiter gezeichnet. Dr. Johannes Kohl, damals Sprecher der Geschäftsführung, zeigte sich dafür verantwortlich. "Seine besonderen Fähigkeiten sind seine Aufgeschlossenheit und sein menschliches Einfühlvermögen."

Auf die Welt gekommen ist Paul Hittmair am 22. März 1929 in Wels an der Traun in Niederösterreich. 1938 zog die Familie nach Innsbruck, zehn Jahre später legte er dort seine Matura ab. Schon früh galt sein Interesse der Chemie, entsprechend nahm er an der Innsbrucker Uni ein Studium auf und promovierte 1956.

Nach einem Jahr als Assistent an der Hochschule und zweijähriger Auslandstätigkeit in den USA – Hittmairs Sohn wurde 1958 in New York geboren – kam er nach Europa zurück, wo er in Liechtenstein weitere Erfahrung sammelte. Im April 1963 kam er als Chemiker in die Siliconabteilung zu Wacker – der Beginn seiner steilen Karriere. Über die Positionen des Betriebsleiters im Bereich Kaltkautschuk, Leiter der Siliconabteilung und Chefchemiker stieg er 1976 zum Werkleiter auf.

In Erinnerung mag er vielen auch aufgrund seiner Bescheidenheit geblieben sein. Sein Motto: "Ein Werkleiter wäre ohne seine Mitarbeiter ein absolutes Nichts." Maßgebliche Veränderungen wie die Einführung der flexiblen Arbeitszeit und die Umgestaltung des Gästecasinos fielen in seine Zeit als Werkleiter. Als Meilenstein gilt auch, in Zusammenarbeit mit der Stadt, der Bau und Betrieb der gemeinsamen Kläranlage – eine Entscheidung, die Burghausen heute noch zugutekommt.

Doch er war auch der Mann, der bei Wacker das Bier abgeschafft hat. Tatsächlich sei das "eine der schwierigsten Entscheidungen gewesen, die er zusammen mit dem Betriebsrat durchgefochten habe", heißt es im damaligen Artikel des Burghauser Anzeigers zu seiner Verabschiedung.

Trotz seines zeitintensiven Berufs sollte im Leben von Paul Hittmair auch das soziale Engagement nicht zu kurz kommen: Der Österreicher war unter anderem Gründungsmitglied des Lions-Clubs Altötting-Burghausen. Seinen Lebensabend verbrachte er in einem Seniorenheim in Ainring im Berchtesgadener Land, wo er jetzt auch gestorben ist.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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