Fische immer noch belastet

Wacker saniert die Altlasten – Verringerung der Umweltauswirkungen

Burghausen. Im Jahr 2000 sorgten Meldungen für Schlagzeilen, wonach Fische in der unteren Salzach mit Hexachlorbutadien (HCBD), einem giftigen Stoff aus früheren Wacker-Produktionen, belastet waren. Seitdem führt die Firma ein jährliches Fischmonitoring durch, um die Belastungssituation und die Auswirkungen der Sanierung zu verfolgen. Die Ergebnisse für 2018 wiesen bei Fischen aus der Salzach unterhalb der Alzkanalmündung weiterhin HCBD-Gehalte über der zulässigen Höchstmenge aus, wie Wacker selbst in einer Pressemeldung mitteilt.

Seit Jahren arbeitet die Wacker Chemie mit – nach eigenen Aussagen − hohem technologischen und finanziellen Aufwand am Standort Burghausen an der Sanierung der Altlast, die in den 50er und 60er Jahren im Zuge der längst eingestellten Produktion von chlorierten Kohlenwasserstoffen in den Boden des Werks gelangt war.

1989 sind die ersten Sanierungsanlagen in Betrieb genommen worden, 1998 folgte eine Tunnelbohrung unterhalb der alten Deponie als Teil einer flächendeckenden Bodenluftabsaugung, die rund 98 Prozent der Sanierungsleistung beiträgt. Seit 2001 wird in Abstimmung mit den zuständigen Behörden für tiefer liegende Schichten zusätzlich eine leistungsfähige Grundwassersanierungsanlage betrieben und ständig weiterentwickelt.

Beim amtlichen Monitoring wurden im Jahr 2000 HCBD-Rückstände in Fischen aus dem Unterlauf des Alzkanals nachgewiesen, die auf diese Bodenbelastung unterhalb des Werkes zurückzuführen sind. Da die HCBD-Werte über der zulässigen Höchstmenge lagen, dürfen Fische mit erhöhter Belastung aus den betroffenen Abschnitten flussabwärts des Alzkanals seither nicht mehr gewerbsmäßig in den Verkehr gebracht werden. Das Verbot betrifft allerdings nur den Verkauf, wie das Landratsamt auf Nachfrage mitteilt: „Nach Einschätzung des beauftragten Sachverständigen ist ein Handlungsbedarf hinsichtlich Fang und Verzehr von Aalen und anderen Fischarten aus der Salzach unterhalb der Alzkanalmündung, aus dem Inn und aus der Donau auch bei Betrachtung der festgestellten HCBD-Maximalwerte nicht gegeben.“

Wie schon in den Vorjahren wurden 2018 die höchsten Werte bei den fettreichen Aalen gemessen, was sich auch in die weiter flussabwärts gelegenen Abschnitte fortsetzte. Fettärmere Fischarten wiesen dagegen deutlich geringere Konzentrationen auf und liegen in Inn und Donau weit unter der zulässigen Höchstmenge.

Während zum Beispiel die Befunde für Aale in der Salzach – aufgrund des im besonders heißen und wasserarmen Jahr 2018 sehr niedrigen Wasserstands – höher als im Vorjahr waren, setzte sich der langjährige Trend zu einer immer geringeren Belastung in der Donau unterhalb der Innmündung fort. Dort erreichten erstmals alle untersuchten Fische Werte unterhalb der zulässigen Höchstmenge.

Das Verbot des Verkaufs von Fischen aus dem Alzkanalunterwasser und der Salzach unterhalb der Alzkanalmündung besteht unverändert weiter. Dies gilt auch für Aale aus dem Inn nach der Mündung der Salzach und vorsorglich für Aale in der Donau nach Mündung des Inns. Weitere Einschränkungen für die Fischerei ergeben sich nicht.

Etwa eine Million Euro wendet Wacker jährlich für die Sanierung der Altlasten auf, wie der Umweltbeauftragte der Wacker Chemie, Dr. Andreas Moser, erklärt: „Die seit fast 30 Jahren intensiv vorangetriebenen Sanierungsmaßnahmen zeigen, dass Wacker die Verantwortung für die Altlasten früherer Jahre übernommen hat. Auch wenn wir noch nicht am Ziel angekommen sind, setzen wir auf eine konsequente Fortführung dieser langjährigen Entwicklung in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und der betroffenen Fischerei und erwarten in den kommenden Jahren eine weitere Reduzierung der HCBD-Werte.“

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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