Fernwärme: Wirkungsgrad von 75,6 Prozent

Gemeinde Burgkirchen veröffentlicht Beteiligungsbericht – Wärme aus der Kraftwärmekopplungsanlage des Chemieparks Gendorf

Burgkirchen. Kommunen dürfen sich unternehmerisch betätigen, wenn damit ein öffentlicher Zweck und ein Dienst am Bürger erfüllt wird. Nach den Vorschriften der Gemeindeordnung hat die Gemeinde Burgkirchen veröffentlicht, woran sie beteiligt ist. Dieser jüngste Beteiligungsbericht betrifft allerdings das Jahr 2017. Jeder Bürger kann im Rathaus Einsicht in den Bericht nehmen.

Hier Auszüge daraus: Die mit Abstand wichtigste Beteiligung besteht im Biomasse-Heizwerk. Die Biomasse-Heizwerk Burgkirchen GmbH und Co. KG wurde im September 1995 im Handelsregister eingetragen. Einzige Komplementärin ist die Biomasse-Heizwerk Burgkirchen Verwaltungs-GmbH, die zur Führung der Geschäfte allein berechtigt und verpflichtet ist. Das Unternehmen versorgt gewerbliche und private Anschlussnehmer mit Wärme. Das Stammkapital der KG beträgt 1,75 Millionen Euro. Die Gemeinde ist daran zu 50,87 Prozent beteiligt. Die Gesellschafterversammlung bestand im Jahr 2017 aus den Gesellschaftern Bürgermeister Johann Krichenbauer (für die Gemeinde Burgkirchen), Johann Huber, Josef Günther, Claudia Ehrenschwendtner, Josef Hausner, Rita Burggraf, Markus Neubauer und Bernhard Voder-huber.

Die Bilanzsumme im Wirtschaftsjahr 2017 betrug 2,06 Millionen Euro. In diesem Jahr ergab sich ein Fehlbetrag von gut 22000 Euro. Bei der Verwaltungs-GmbH entstand ein Jahresfehlbetrag von 1103 Euro.

Seine Wärme bezieht das Biomasse-Heizwerk seit 1. Januar 2017 aus der Kraftwärmekopplungsanlage des Chemieparks Gendorf, nachdem der Vertrag mit dem vorherigen Wärmelieferanten, dem Müllheizkraftwerk, am 31. Dezember 2016 ausgelaufen war. Zur Sicherheit behält das Biomasse-Heizwerk im Gebäude bei Thalhausen den alten Heizölkessel und ließ einen Pufferspeicher mit 100 Kubikmeter Fassungsvermögen aufstellen.

Im Jahr 2017 waren 55 Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften, 45 Mehrfamilienhäuser und 16 sonstige Gebäude an die Burgkirchner Fernwärme angeschlossen. Der Wärmeverkauf lag im Heizjahr 2017 bei 6358 Megawattstunden. Geliefert worden waren dem Heizwerk 8411 Megawattstunden bzw. 11576 Tonnen Dampf. Daraus errechnet sich ein Wirkungsgrad von 75,6 Prozent.

In den Jahren von 2015 bis 2017 wuchs der Absatz deutlich: 2015 mit neun Prozent, 2016 mit drei Prozent und 2017 mit sieben Prozent. 2017 gab es drei neue Anschlüsse im Versorgungsgebiet, zu dem die Ortsmitte und die Obere Terrasse zählen.

Am 21. Dezember 2017 wurde mit der InfraServ Gendorf rückwirkend zum 1. Januar 2017 ein Dampflieferungsvertrag für die Dauer von 14 Jahren über die jährliche Lieferung von etwa 15000 Tonnen zum Preis von 15,50 Euro pro Tonne geschlossen. Der Preis unterliegt ab 1. Januar 2019 einer jährlichen Anpassung entsprechend einer Wertsicherungsklausel im Vertrag. Im Zuge der Umstellung von der Wärmeerzeugung auf Wärmebezug begann die Burgkirchner Fernwärme bereits im Jahr 2017 damit, die Altverträge nach und nach zu kündigen und auf neue Bedingungen umzustellen. 2017 war das bei 16 bestehenden Verträgen der Fall. Die Umstellung beinhaltet eine Abkehr von der Ölpreisbindung hin zu einem nach Heizfläche gestaffelten Grundpreis.

Nach der Kündigung des Vertrags über die Wartung und die technische Betriebsführung mit dem Energiesparwerk Altötting zum 1. August 2016 oblag die technische Betriebsführung vorerst ohne Betriebsführungsvertrag der Firma Butz-Berreiter aus Burgkirchen und der Firma Elektro Grabmeier aus Töging auf Regie. Seit August 2002 ist die Firma Büroservice Gebauer auf Stundenbasis mit der kaufmännischen Betriebsführung betraut. In der Gesellschafterversammlung am 18. Februar 2004 wurde der bis dahin befristete Auftrag an Büroservice Gebauer auf unbefristete Zeit erteilt. Dazu gehört auch die Verbrauchsabrechnung. Mit der Erstellung des Jahresabschlusses 2017 wurde die Steuerkanzlei Günther und Partner aus Burgkirchen betraut. Mit der Wirtschaftsprüfung beauftragten die Gesellschafter die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPWT.

Im Jahr 2017 war die Gemeinde Burgkirchen noch an der Städtebund Inn-Salzach GmbH mit 10000 Euro beteiligt. Der Städtebund war im Jahr 2001 gegründet worden mit dem Zweck der überörtlichen Standort- und Wirtschaftspolitik. 2017 befand sich der Städtebund bereits in Liquidation.

Weitere Anteile hielt die Gemeinde Burgkirchen im Jahr 2017 an der „VR – meine Raiffeisenbank“ eG (300 Euro), an der Energiegenossenschaft Inn-Salzach (750 Euro), am Straßen- und Wasserzweckverband von Gemeinden des Landkreises (ohne Einlage) sowie am Kassenzweckverband im Dienstbezirk des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein (ohne Einlage).

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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