Fackelbetrieb in OMV-Raffinerie geht in die Verlängerung

Wegen Reparaturverzögerungen rechnet OMV mit nochmals eineinhalb Wochen

Burghausen. Die Fackeln der Burghauser OMV-Raffinerie brennen länger als bislang gedacht. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, würden Verzögerungen bei den Reparaturarbeiten auch einen längeren Fackelbetrieb nach sich ziehen. Wohl bis Ende kommender Woche müssen Anwohner mit den entsprechenden Folgen leben.

Man befinde sich „in der Anfahrphase der Raffinerieanlagen“, teilte die OMV gestern mit. Diese Anfahrphase verlängere sich „auf Grund der Reparaturarbeiten an einer Großmaschine im petrochemischen Teil“. Das wiederum bedeute, dass für viele Anlagen aktuell nur Teillastbetrieb möglich sei. Aus diesem Grund müsse der Fackelbetrieb aufrecht erhalten bleiben – „voraussichtlich noch bis Ende nächster Woche“. Eigentlich hatte man im Unternehmen damit gerechnet, dass die Fackeln bereits Mitte dieser Woche abgestellt werden können.

Hintergrund ist ein Zwischenfall, der sich am Abend des 24. August ereignete. Ein technischer Defekt sorgte damals nach OMV-Angaben dafür, dass die Kühlmaschinen der Ethylenanlage ausfielen. In der Folge sprangen die zum Sicherheitssystem gehörenden Fackeln an – und das zeitweise so heftig, dass der Feuerschein noch in den Nachbarlandkreisen und jenseits der Salzach zu sehen war.

Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht laut OMV nicht. Schon bei Fackeltätigkeiten in der Vergangenheit hatte das Unternehmen stets betont, dass die Fackeln unumgänglich seien, um wie jetzt bei einer Störung des normalen Produktionsalltags überschüssige und hochbrennbare Gase kontrolliert loszuwerden. Zwar würden diese Prozessgase zunächst in ein Rückgewinnungssystem, den sogenannten Gasometer, geleitet, sobald dieser voll ist, bleibe aber nichts anderes übrig, als sie zu verbrennen. Das sei die Methode mit den geringsten Emissionen, heißt es seitens der OMV. Die Verbrennung geschehe „nahezu rückstandsfrei“. Mehr als 99,9 Prozent des Gasgemisches würden verbrannt und das bei Temperaturen von mindestens 850 Grad Celsius. Den mit dem Fackelbetrieb verbundenen Lärm erklärt das Unternehmen mit der Dampfzuspeisung. So wird dem Gas an den Fackelköpfen Dampf beigemischt, um bei der anschließenden Verbrennung möglichst wenig Ruß zu erzeugen. Wie der Fackelbetrieb andernfalls aussehen würde, zeigt sich bei ungeplantem Abfackeln in der Anfangsphase: Weil laut OMV nicht von einer Minute auf die andere eine ausreichende Dampfmenge zur Verfügung steht, wird der Start des Abfackelns mitunter von dicken schwarzen Rußwolken begleitet.

Weithin sichtbar bleiben die Fackeln indes auch so. Nachts sorgt ihr Schein aktuell auch in Dutzenden Kilometern Entfernung noch für ein orange-rotes Flackern am Himmel. Darüber hinaus ist das Fauchen der Dampfzuspeisung nicht nur in Burghausen, sondern auch in den Nachbarorten deutlich zu hören. Bei der OMV ist man sich dieser Auswirkungen bewusst: „Die OMV ist bestrebt, die daraus resultierenden Störungen auf ein mögliches Minimum zu beschränken und bittet alle Anwohnerinnen und Anwohner um Entschuldigung für die Beeinträchtigungen, die ihnen durch den länger anhaltenden Fackelbetrieb entstehen bzw. bereits entstanden sind“, heißt es abschließend in der gestern versandten Mitteilung.
 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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