Ein Schriftzug hartnäckiger als die Nazis

Noch heute heißt das Alzkraftwerk III im Volksmund Carowerk – Prof. Dr. Caro gewidmet

Unterneukirchen. Vor rund 100 Jahren hat eine neue Ära an der Alz begonnen, das Zeitalter der Industrie. Grundlage dafür war die Elektrizitätsgewinnung aus der Wasserkraft.

In den Jahren 1916 bis 1919 wurde die Alzstufe III auf Höhe Margarethenberg errichtet. Das Kraftwerk liegt heute im Gebiet der Gemeinde Unterneukirchen.

Auf unseren Bericht dazu, der am Montag, 15. Juni, erschien, reagierte Garchings Heimatpfleger Helmut Meisl mit folgenden Worten: „Mit Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen. Ich habe mir schon überlegt, ob ich darauf aufmerksam machen soll, dass jetzt seit genau 100 Jahren Karbid in Hart/Alz produziert wird.“ Zu dem am Montag abgedruckten Foto mit der Bildunterschrift „Eine illustre Festgesellschaft“, das hier (siehe rechts) wiederholt wird, merkte Meisl an: „Laut SKW-Report, Sonderausgabe, Seite 10, wurde am 21. Juni 1924 das Alzkraftwerk III Prof. Dr. Nikodem Caro (sitzend, 6. Person von links) gewidmet. Dieses Bild entstand anlässlich der Feier dazu. In der Nazizeit wurden die Buchstaben aus bekannten Gründen abgeschlagen oder anders entfernt, den Schriftzug konnte man trotzdem noch bis in die 60er Jahre erkennen. Noch heute heißt das Alzkraftwerk III im Volksmund Carowerk. Es wäre eigentlich höchste Zeit, diese Barbarei rückgängig zu machen, war Nikodem Caro doch die Person, die Industrie, Arbeitsplätze und damit Wohlstand ins Alztal gebracht hat.“

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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