Der Chemiepark Gendorf wächst nach Norden

Bauausschuss empfiehlt Aufstellung der Bebauungspläne „Bardensulz Mitte“ und „Bardensulz Ost“

Burgkirchen. Die Gemeinde Burgkirchen will weitere Industrieflächen im Chemiepark Gendorf ausweisen und plant daher, diesen nach Norden zu erweitern. Dafür soll ein Waldstück, das nördlich an den bestehenden Chemiepark angrenzt, abgeholzt werden. Dieser Teil des Öttinger Forstes ist unter dem Namen „Bardensulz“ bekannt, und so hat man für das Erweiterungsgebiet ebenfalls diesen Namen gewählt: In drei Abschnitten soll es als Baugebiet erschlossen werden, und zwar als „Bardensulz West“ mit einer Fläche von 30000 Quadratmetern, „Bardensulz Mitte“ mit 49000 Quadratmetern und „Bardensulz Ost“ mit 26000 Quadratmetern.

Der Bauausschuss hat dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend jetzt per einstimmigen Beschluss empfohlen, die Abschnitte „Bardensulz Mitte“ und „Bardensulz Ost“ jeweils durch ein Änderungsverfahren in den Bebauungsplan „Werk Gendorf“ mit aufzunehmen. Für den westlichen Abschnitt, der direkt an der Bahnlinie Tüßling-Burghausen liegt, hat die Gemeinde die entsprechenden Planungsschritte bereits abgeschlossen. Die Gemeinde Burgkirchen hat bereits mit der InfraServ Gendorf als Standortbetreiber einen städetbaulichen Vertrag zur Beauftragung eines Planers abgeschlossen, der inzwischen für die Abschnitte „Mitte“ und „Ost“ Vorentwürfe vorgelegt hat.

Wie Bürgermeister Johann Krichenbauer mitteilte, muss die InfraServ Gendorf außerdem Ausgleichsflächen für den Wald, der abgeholzt wird, zur Verfügung stellen. Diese Flächen habe das Unternehmen aber in Perach, in Wald/Alz und in Unterkastl bereits gefunden. „Bei Ausgleichsflächen gibt es die Regel, dass sie zwar nicht in derselben Gemeinde, aber im selben Naturraum liegen müssen. Unser Naturraum reicht von der Salzach bis kurz vor Mühldorf“, erklärte der Bürgermeister – und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Man kann nicht einfach in Mecklenburg-Vorpommern ein Grundstück kaufen als Ausgleichsfläche. Sonst hätte ich das auch schon gemacht.“

Das Gebiet sei, so argumentiert die Gemeinde, optimal für die industrielle Nutzung geeignet. Die Begründung: Es schließe direkt an die Industrieflächen des Chemieparks mit dessen Infrastruktur an, die nächste Siedlung liege weit entfernt und der Boden sei dort ohnehin schon mit einer hohen PFOA-Konzentration belastet.

Dass der Chemiepark nach Norden erweitert werden soll, steht indes schon seit längerer Zeit fest: So hatte die InfraServ Gendorf bereits 2013 bei der Gemeinde beantragt, in der Bardensulz Baurecht zu schaffen. Der damalige Aufstellungsbeschluss zur achten Änderung des Bebauungsplans Nr.16„Werk Gendorf“ bezog sich aber nur auf den westlichen Abschnitt. Mit dem jetzigen Planungsverfahren folgen die verbliebenen Abschnitte der Bardensulz.

Obwohl der westliche Abschnitt also in der Bauleitplanung sehr viel weiter fortgeschritten ist als die beiden anderen, sieht man vor Ort keinen Unterschied: Auch dort ist der Wald noch vorhanden, wurde noch nicht abgeholzt. Der Grund dafür: hinter dem Antrag der InfraServ von 2013, dort Baurecht zu schaffen, standen keine konkreten Bauvorhaben. Vielmehr wollte man es eventuellen Investoren ermöglichen, schnell mit dem Bau beginnen zu können – und somit den Industriestandort attraktiver machen. Die Flächen in der Bardensulz sind indes für die chemische Industrie, aber auch für kleine und mittelständische Gewerbebetriebe und Dienstleister vorgesehen.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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