Chemtroniker starten im Campus B: Neuer Studiengang in Kooperation mit Unternehmen des ChemDelta Bavaria entwickelt

Neues Gebäude wird pünktlich zum Semesterbeginn fertig – Dritter Studiengang: Noch Plätze frei

Burghausen. Noch genau sechs Wochen, dann muss alles fertig sein: Am Mittwoch, 2. Oktober, werden Hochschulpräsident Prof. Heinrich Köster, Landrat Erwin Schneider und Bürgermeister Hans Steindl die Studenten zum Herbst- und Wintersemester begrüßen – und zwar im neuen Campusgebäude an der Marktler Straße, an dessen Fertigstellung aktuell noch mit viel Aufwand gearbeitet wird. Als dritter Studiengang wird jetzt die Ausbildung zum Chemtroniker in Burghausen installiert, für den noch Anmeldungen bis 15. September möglich sind.

Die Technische Hochschule Rosenheim als „Mutter“ des Campus Burghausen wirbt noch um weitere Bewerber; nach Information der Heimatzeitung sind es aktuell 24. Chemtroniker fänden Einsatzmöglichkeiten als Ingenieure der Automatisierungstechnik, die insbesondere auf chemische, pharmazeutische und Lebensmittelanlagen spezialisiert sind, heißt es in einer Pressemitteilung der Hochschule .

Der neue Studiengang sei von der Hochschule in Kooperation mit den Unternehmen des ChemDelta Bavaria entwickelt worden. „Es ist deutschlandweit der erste und einzige Studiengang mit diesem Schwerpunkt“, erklärt Studiengangsleiter Prof. Dr.-Ing. Johannes Lindner. „Wir sehen auf dem Arbeitsmarkt ein großes Potenzial für Absolventen in dieser innovativen Fachrichtung.“

Das bestätigen auch die Unternehmen vor Ort: „Zukunft braucht Experten“, betont Dr. Mickael Planasch, der die Engineering-Abteilung beim Chemieparkbetreiber und Industriedienstleister InfraServ Gendorf leitet. „Der Chemtronik-Ingenieur meistert die Herausforderungen der Digitalisierung in der Prozessindustrie, von der Optimierung einzelner Anlagen bis hin zur intelligenten Vernetzung“, erklärt Dr. Planasch.

Auch aus Sicht der Wacker Chemie AG ist Chemtronik „ein spannender neuer Studiengang mit klarem Alleinstellungsmerkmal“. Denn er verbinde „in einzigartiger Weise“ die Anforderungen der Planung und Steuerung von Prozessen und Anlagen in der operativen Chemieindustrie mit den Aufgabenstellungen der Automatisierung und Digitalisierung.

Damit die Studierenden in Burghausen ein gutes Umfeld vorfinden, wird investiert. Innerhalb eines Jahres ist der neue „Campus B“ östlich des Bestandsgebäudes hochgezogen worden. Stadt Burghausen und Landkreis Altötting investieren gut 8 Millionen Euro. Zentraler Bestandteil des Neubaus ist das Auditorium Maximum mit 178 Plätzen. Aktuell werden die Sitzreihen eingebaut. Eine Besonderheit ist die induktive Höranlage, die beste Akustik bis in die letzten Reihen verspricht. Weiters sind zwei Horsäle mit je 100 Plätzen, zwei flexible Seminarräume, Funktionsräume und Technikanlagen untergebracht. Das Gebäude ist behindertengerecht ausgestattet.

Anton Steinberger, Geschäftsführer der Campus GmbH, freut sich über den Baufortschritt und den eingehaltenen Kostenrahmen: „Es klappt alles wie prophezeit. Das ist eine tolle Baustelle, die Firmen ziehen alle mit.“ Daraus erkläre sich auch die kurze Bauzeit von gut einem Jahr. Auch die Außenanlagen werden noch bis 2. Oktober fertiggestellt.

Neben den 24 Chemtronikern liegen fürs neue Studienjahr nach Information der Hochschule 131 Anmeldungen für Betriebswirtschaftslehre und 93 Anmeldungen für Chemieingenieurwesen vor. Anton Steinberger rechnet insgesamt mit 150 bis 160 Neuen. Man werde dann im Wintersemester rund 400 Studierende in Burghausen haben. Unterrichtet werden diese von acht Professoren, drei Lehrkräften mit besonderen Aufgaben und 17 Lehrbeauftragten, die großteils aus der Praxis, also den Industriebetrieben, kommen.

Weitere Informationen: www.campus-burghausen.de

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

Originaldarstellung des Artikels