Chemiepark Gendorf behauptet sich in der Krise

Entwicklung bisher stabil – Zukunft schwer einzuschätzen – Kurzarbeit in geringem Maß

Burgkirchen. Noch scheinen die Unternehmen im Chemiepark Gendorf die Corona-bedingte Krise relativ gut zu bewältigen, das war bei einer Anzeiger-Nachfrage aus dem Chemiepark zu hören.

„Bis April schien die Produktionsauslastung am Standort insgesamt noch relativ stabil zu sein. Von einem zunehmenden Rückgang berichten Unternehmen aktuell bei Produkten für die Automobilindustrie. Dafür werden aber Roh- und Hilfsstoffe für die Herstellung etwa von Pflegeprodukten, medizinischen Schutzausrüstungen und Verpackungen stark nachgefragt“, so Tilo Rosenberger-Süß, Kommunikationsleiter beim Standortbetreiber InfraServ Gendorf auf ANA-Nachfrage.

Verhalten blicke man jedoch den nächsten Monaten entgegen. Kurzarbeit werde derzeit im Chemiepark nur sehr gezielt eingesetzt. Während bei den Produktionsunternehmen bisher vereinzelt und in sehr geringem Maße davon Gebrauch gemacht werden musste, habe Standortbetreiber InfraServ Gendorf Kurzarbeit für etwa 130 Mitarbeiter realisiert. „Im Chemiepark mussten wir beispielsweise unsere Kantine schließen und im Anlagenprojektgeschäft spüren wir eine deutliche Investitionszurückhaltung“, begründet Rosenberger-Süß die Maßnahme.

Finanziell müssen sich die betroffenen Mitarbeiter weniger Sorgen machen: Das Kurzarbeitergeld wird in der Chemieindustrie von üblich 60 Prozent auf 90 Prozent des Nettolohns aufgestockt.

Was die Corona-Infektionsquote betrifft, ist die Situation im Chemiepark entspannt: „Die Zahl der am Coronavirus erkrankten Mitarbeiter am Standort ist nach wie vor äußerst niedrig“, teilte Rosenberger-Süß mit. Beigetragen habe hierzu, dass alle Standortunternehmen Mitarbeiter, die vor Wochen aus Risikogebieten heimkehrten, konsequent ins Home-Office schickten. „Damit konnten Infektionsketten frühzeitig unterbrochen werden.“

Außerdem habe man bereits vor Monaten großes Augenmerk auf die Sensibilisierung der Mitarbeiter gelegt, was die Verhaltens- und Hygieneregeln betrifft. „Unser werkärztlicher Dienst hat hier hervorragende Arbeit geleistet und auch die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit in den Pandemie-Arbeitsgruppen des Chemieparks funktionierte vorbildlich“, resümierte der Kommunikationsleiter.

 

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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