Blasmusik in seiner schönster Form

Frühjahrskonzert der Wacker-Werkkapelle begeistert die Besucher – Hilfe für Kranke

Burghausen. Einmal mehr bot die Wacker-Werkkapelle ihren Gästen am Samstagabend einen vergnüglichen Abend und bewies, welch hohe Leistung ambitionierte Laienmusiker erbringen können. Das Frühjahrskonzert im nicht ganz vollen Belegschaftshaus zeigte die Vielfalt der musikalischen Formen, die ein Blasorchester auf die Bühne bringen kann. Von sinfonischen Werken reichte der Bogen bis hin zum Jazz im Stil Benny Goodmans.

Die Werke allein waren aber nicht entscheidend. Vielmehr war die Kapelle unter Stabführung von Christian Kremser bestens eingespielt und vor allem sehr motiviert. Bei der Blasmusik liegt die Kunst ja gerade darin, dass Schweres leichtfüßig daherkommt, rhythmisch gute Akzente gesetzt werden und der Zuhörer mitgenommen wird auf eine leichte, beschwingte musikalische Reise. Dafür haben die Musiker seit November geprobt – und es hat sich gelohnt. Die Stücke waren wunderschön anzuhören, die Werkkapelle hat einmal mehr gezeigt, was in ihr steckt.

Und damit wie immer ein karitatives Anliegen verbunden. Denn zu diesem traditionell kostenlosen Konzert gehört auch der Gedanke, damit Gutes zu verbinden. Die Werkkapelle spielte um Spenden für die Mukoviszidose-Hilfe Südbayern. Mukoviszidose ist die häufigste Erbkrankheit, rund vier Millionen Menschen in Deutschland tragen entsprechende Erbmerkmale in sich, jährlich werden 700 Kinder geboren, bei denen die Krankheit ausgeprägt ist. Betroffen ist der gesamte Körper, gefährlich ist die Erbkrankheit vor allem für die Lunge. An einem Stand im Foyer informierte die Mukoviszidose-Hilfe mit ihrer Präsidentin Henriette Staudter an der Spitze über die Krankheit und wie Kindern geholfen wird.

Nach einer schwierig zu spielenden Schubert-Ouvertüre und einer einfühlsamen Polka des russischen Komponisten Sergeij Rachmaninow, bei dem die Bläserklänge wunderschön zum Tragen kamen , war es im ersten Teil des Abends vor allem das Bayerische Osterfest des Amerikaners James Barnes, das beeindruckte. Es begann mit einer Choral-Einstimmung, die dann mit dem österlichen Halleluja korrespondierte, wobei das vertraute „Christ ist erstanden“ in der Melodie immer wieder anklang – ein imposantes Ostergeschenk der Werkkapelle an ihre Zuhörer. Prof Florian Michlbauer, gebürtig am Attersee, hatte im Schlussstück des ersten Teils die Ehre, den von ihm komponierten Schlosskammer Reitermarsch selbst mit der Steirischen Harmonika zu bereichern. Ein Marsch im 6/8-Takt ist in der Tat eine Besonderheit. Er bekommt dadurch eine Leichtigkeit, verliert jegliche militärische Komponente, der Komponist hatte bei der Taktwahl galoppierende Pferde im Kopf. Entsprechend rasant geht es durch das Stück, das zur Freude der Besucher noch einmal wiederholt wurde.

Im zweiten Teil wurde es dann noch gefälliger. Kurt Gaiseder, langjähriges Mitglied der Kapelle, spielte das Solo im so eingängigen Wildcat Blues. Dabei hatte er sich kurzfristig eine Handverletzung zugezogen, musste deshalb von der Klarinette aufs Sopransax wechseln. Aber der Blues hörte sich auch so sehr gut an, die Zuhörer spendeten reichen Applaus. Dann erklangen eingängige Melodien aus dem Musical Mary Poppings, um schließlich in mitreißende Tanzmusik Gilbert O’Sullivans zu münden, von dem die Kapelle die Titel „Get back“, „Clair“ und „Matrimony“ spielte. Und angesichts des großen Beifalls durfte die Kapelle natürlich noch nicht aufhören, brachte als Zugaben noch den Marsch „Zum Städtele hinaus“ und die Bauernpolka von Johann Strauss.rwWeitere Konzerte:Die Wacker-Werkkapelle spielt noch bei einigen weiteren Terminen: am 11. Mai plus Wacker Big Band im Haus der Kultur in Waldkraiburg; bei der Herbstserenade am 15. September am Burghauser Stadtplatz und am 10. November in der Stiftskirche Altötting. Auch der Termin des Frühjahrskonzerts 2020 steht schon fest – am 4. April.

Quelle: Alt-Neuöttinger/Burghauser Anzeiger/Passauer Neue Presse

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